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Deutsche verschenken Milliarden bei Vermögenswirksamen Leistungen
27. März 2018

Deutsche verschenken Milliarden bei Vermögenswirksamen Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen (VL) stehen in Deutschland mehr als 20 Millionen Arbeitnehmern zu. Sieben Millionen Deutsche verzichten laut einer aktuellen Analyse allerdings darauf und verschenken so Ansprüche in Milliardenhöhe. Dabei ließe sich dieses Geld sehr gut für die private Altersvorsorge einsetzen.


Vermögenswirksame Leistungen (VL) stehen in Deutschland mehr als 20 Millionen Arbeitnehmern zu. Sieben Millionen Deutsche verzichten laut einer aktuellen Analyse allerdings darauf und verschenken so Ansprüche in Milliardenhöhe. Dabei ließe sich dieses Geld sehr gut für die private Altersvorsorge einsetzen.

Deutsche verschenken Milliarden bei Vermögenswirksamen Leistungen

Mehr als 20 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland haben Anspruch auf Vermögenswirksame Leistungen. Nur rund 13 Millionen machen davon aber tatsächlich Gebrauch. Das zeigt eine Analyse von Prof. Jens Kleine vom CFin – Research Center for Financial Services in München für den Regionalatlas „Vermögenswirksame Leistungen“ (VL) von ebase. Jeder dritte VL-berechtigte Arbeitnehmer in Deutschland lässt somit die Möglichkeiten des VL-Sparens ungenutzt – und verzichtet damit letztlich auf bares Geld.

Regionales Gefälle

Weil rund sieben Millionen Arbeitnehmer auf die Nutzung der VL verzichten, verfallen der Analyse zufolge jedes Jahr rund 1,6 Mrd. Euro an Ansprüchen. Vor allem westdeutsche Arbeitnehmer lassen sich die Möglichkeit der VL entgehen. Den Studienergebnissen zufolge verfallen in Westdeutschland jährlich 1,4 Mrd. Euro nicht genutzter Ansprüche, in Ostdeutschland sind es hingegen nur rund 240 Mio. Euro. Auch in Bezug auf die Bundesländer gibt es deutliche Unterschiede im Nutzungsverhalten der VL (siehe Grafik).

Deutsche verschenken Milliarden bei Vermögenswirksamen Leistungen
Bares Geld verschenkt

„Zu viele in Deutschland lassen die Möglichkeit des VL-Sparens ungenutzt“, kommentiert Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung der ebase, die Zahlen. Die Deutschen würden so Jahr für Jahr bares Geld in Milliardenhöhe verschenken, das sich zum Beispiel für die Altersvorsorge sehr gut einsetzen ließe. Christoph König, Digital Officer von ebase, zeigt sich überrascht, dass so viele Menschen in Deutschland ihren VL-Anspruch nicht nutzen, obwohl die Problematik der Rentenlücke für viele präsent ist. Dabei könnten zum Beispiel bei ebase heute selbst über das Smartphone VL-Verträge eingerichtet werden. Die Bank hat daher die Initiative „Deutschland spart VL“ gestartet.

Renditen und Zinseffekte nicht unterschätzen

Der monatliche VL-Anspruch von 6,65 bis 40 Euro erscheint auf den ersten Blick zwar als relativ gering. Mit der richtigen Anlage kann das aber schon sehr gut bei der Altersvorsorge helfen, wie weitere im Rahmen der Studie durchgeführte Analysen von ebase zeigen. Legt man die durchschnittliche Wertenwicklung des Dax in den letzten 30 Jahren von rund 7% pro Jahr sowie den Zinseszinseffekt zugrunde, hätten VL-Sparpläne auf Dax-ETFs bei regelmäßigen Sparraten von 6,65 Euro über ein Berufsleben von 40 Jahren insgesamt 25.747 Euro angespart. Können Arbeitnehmer den maximalen monatlichen Anspruch von 40 Euro ausschöpfen, würden sogar 154.868 Euro zusammenkommen. (mh)




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