Deutsche verzweifeln an Versicherungsbedingungen | AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft
AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Whats App AssCompact - Whats App

Deutsche verzweifeln an Versicherungsbedingungen
05. Dezember 2014

Deutsche verzweifeln an Versicherungsbedingungen

Das Kleingedruckte zu lesen, ist in keiner Branche beliebt. Bei Versicherungen tun sich die Kunden aber offenbar besonders schwer. Einer aktuellen Untersuchung des Start-ups Community Life zufolge halten mehr als zwei Drittel der Bundesbürger das Lesen von Versicherungsbedingungen für zu kompliziert. Damit lassen die Versicherungsbedingungen sogar eine andere unbeliebte Aufgabe klar hinter sich. Nur eine Sache bringt die Deutschen ähnlich oft zum Verzweifeln.


Das Kleingedruckte zu lesen, ist in keiner Branche beliebt. Bei Versicherungen tun sich die Kunden aber offenbar besonders schwer. Einer aktuellen Untersuchung des Start-ups Community Life zufolge halten mehr als zwei Drittel der Bundesbürger das Lesen von Versicherungsbedingungen für zu kompliziert. Damit lassen die Versicherungsbedingungen sogar eine andere unbeliebte Aufgabe klar hinter sich. Nur eine Sache bringt die Deutschen ähnlich oft zum Verzweifeln.


Deutsche verzweifeln an Versicherungsbedingungen

Fast 70% der Deutschen halten die Versicherungsbedingungen für zu kompliziert. Das hat eine onlinerepräsentative Umfrage des Marktforschers Toluna im Auftrag des Versicherungs-Start-ups Community Life ergeben. Hierfür wurden 1.000 Frauen und Männer in Deutschland zu Alltagsaufgaben befragt, an denen sie häufig verzweifeln. Das Kleingedruckte der Versicherungsverträge führt mit diesem Wert das Ranking ungeliebter Aufgaben der Deutschen an. Selbst das alljährliche Steuerformular ist nur für rund 60% der Deutschen ein Buch mit sieben Siegeln.

Nur Finanzprodukte ähnlich zum Verzweifeln

Ähnlich schwer wie mit Versicherungsbedingungen tun sich die Bundesbürger allenfalls noch bei der Auswahl der richtigen Finanzprodukte wie etwa Aktien, Investmentfonds oder Derivate. Der IKEA-Klassiker, das Dechiffrieren der Aufbauanleitung für Möbel, lässt hingegen gerade einmal jeden Vierten scheitern. Noch besser finden sich die Deutschen beim Online-Shopping zurecht. Nur 11% verzweifeln beispielsweise beim Buchen einer Reise über Webportale und lediglich 5% beurteilen die Abläufe und Informationen beim Bestellen eines Buches oder anderer Produkte als zu umständlich.

Erwartungen erfüllbar

 

Deutsche verzweifeln an Versicherungsbedingungen

 

Versicherer und andere Finanzdienstleister stehen damit laut Claudia Lang, Geschäftsführerin des Versicherungs-Start-ups Community Life, immer noch vor der Aufgabe, ihre Leistungen transparent darzustellen und Abläufe für Kunden von heute zu vereinfachen. „Branchenkritiker bemängeln seit Jahren unverständliche Bedingungen, umständliche Prozesse und mangelnde Transparenz“, erläutert Lang, die selbst viele Jahre im Management von Lebensversicherern tätig war, unter anderem als Vorständin bei Canada Life. „Viele Konsumenten möchten sich beispielsweise heute nicht nur online informieren, sondern auch direkt Produkte kaufen, die sie verstehen und überschauen können. Diese Erwartungen sollten und können Versicherungen auch erfüllen.“

Verständlich und komplett online

Lang will mit Community Life, das gerade den Markteintritt vorbereitet, selbst dazu beitragen, die Verständlichkeit zu verbessern. „Einer unserer zentralen Ansprüche sind verständliche Produkte. In unseren Versicherungsbedingungen vermeiden wir deshalb Fachchinesisch und Bandwurmsätze. Kaum ein Satz ist länger als 15 Worte“, erklärt Mitgründer und Geschäftsführer Stefan Keck von Community Life. Das Unternehmen strebt dabei einen vollständig digitalen Informations-, Kauf- und Verwaltungsprozess für Berufsunfähigkeits- und Risikolebensversicherungen an, einschließlich Online-Gesundheitsprüfung. „Wir können beim Großteil der Kunden sofort über Annahme und individuelle Preise entscheiden. Das bedeutet, der Kunde kann direkt eine Police online abschließen“, so Keck weiter. Auch die Möglichkeit, eigene Verträge und persönliche Daten jederzeit einzusehen und eigenständig zu verwalten, soll bestehen. (mh)



Kommentare

von Jörn Willi Frehe am 05.12.2014 um 12:25 Uhr
Wer schon mal Bekanntschaft gemacht hat mit so manchem Autovermieter, Facility-Management-Dienstleister, Fitnesscenter, anderweitigen Technologieanbieter, Schadensanierungsunternehmen, der kann eigentlich Versicherungsbedingungen an sich nicht mehr ganz so schlimm finden wie hier behauptet.


Ähnliche News

Mit ihrer neuen Zusatzoption „SachPlus“ bietet die Württembergische dem Mittelstand noch mehr Möglichkeiten, sich gegen die finanziellen Folgen von Schadenfällen abzusichern. Außerdem hat das Unternehmen die Sachversicherungsbausteine seiner Firmenpolice überarbeitet und zahlreiche Leistungen ergänzt. weiterlesen
Auf vier Sparten konzentriert sich die aktuelle AssCompact Studie zum privaten Schaden- und Unfallgeschäft. Die Makler wurden zu ihren Produktgeber-Favoriten und ihren Markteinschätzungen in Sachen Hausrat-, Wohngebäude-, Haftpflicht- und Unfallversicherungen befragt. weiterlesen
Immer mehr Deutsche erfüllen sich den Traum vom eigenen Boot. Damit der Traum im Schadenfall nicht im Albtraum endet, gilt es die Prachtstücke entsprechend zu versichern. Welchen Schutz eine Bootsversicherung bietet, erklärt Andreas Metelmann, Underwriter NAUTIMA bei der Mannheimer Versicherung AG. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.