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05. Februar 2015

Diskussion in Brüssel über die Zukunft der „Versicherung auf Gegenseitigkeit“

AMICE, die Vereinigung der Versicherungsvereine und -genossenschaften in Europa, präsentierte Mitte der Woche vor europäischen Parlamentsabgeordneten die Eigenheiten des Geschäftsmodells der Gegenseitigkeit. Die Interessensvertreter betonten, dass die Politik die Andersartigkeit des Wirtschaftsmodells besser anerkennen und verstehen müsse.


AMICE, die Vereinigung der Versicherungsvereine und -genossenschaften in Europa, präsentierte Mitte der Woche vor europäischen Parlamentsabgeordneten die Eigenheiten des Geschäftsmodells der Gegenseitigkeit. Die Interessensvertreter betonten, dass die Politik die Andersartigkeit des Wirtschaftsmodells besser anerkennen und verstehen müsse.

Diskussion in Brüssel über die Zukunft der „Versicherung auf Gegenseitigkeit“

Auf Einladung von Brandon Benifei, einem italienischen Sozialdemokraten und Mitglied des Ausschusses Beschäftigung und soziale Angelegenheiten im europäischen Parlament, stellte AMICE am Mittwoch in Brüssel ihr „Europäisches Gegenseitigkeits-Manifest“ vor, ein kürzlich veröffentlichtes Dokument mit den politischen Vorschlägen und den Erwartungen der Vereinigung. Hilde Vernaillen, AMICE-Präsidentin seit 2013, erläuterte gegenüber Parlamentsabgeordneten aus ihrer Sicht den Beitrag der Versicherungsvereine und -genossenschaften für den Markt und die Vorteile des Geschäftsmodells für den europäischen Bürger. Sie betonte, dass sich Gegenseitigkeitsversicherer dank ihrer spezifischen Eigentümerstruktur auf die Bedürfnisse ihrer Mitglieder konzentrieren könnten, da sie sich ausschließlich im Besitz ihrer Kunden befänden und keine Dividende an externe Aktionäre zahlen müssten. Sie hätten einen über einen längeren Zeitrahmen gehenden Geschäftsplan und könnten deshalb längerfristigere und nachhaltigere Strategien verfolgen. Zudem würde ihr Unternehmensmodell für Vielfalt am Markt sorgen und die Stabilität der Finanzmärkte verbessern.

Die AMICE-Präsidentin, die CEO der belgischen genossenschaftlichen P & V-Versicherungsgruppe ist, sagte: „Versicherungsvereine und -genossenschaften müssen besser verstanden werden und haben ein Recht auf ein faires Regelwerk. Ihr Geschäftszweck, ihre Governance und ihre Strategien sind anders als bei Aktiengesellschaften; das muss von der Politik anerkannt werden. Es ist genau diese Diversität, die den bedeutenden Beitrag unseres Sektors zur Vielfalt auf dem Markt und zur Stabilität des Gesamtsystems ausmacht.“

Berücksichtigung des Geschäftsmodells bei der Gesetzgebung

Die Vereinigung will erreichen, dass die EU-Kommission und Gesetzgeber sicherstellen, dass alle neuen Gesetze und Verordnungen die Bedürfnisse und spezifischen Merkmale der Versicherungsvereine und -genossenschaften berücksichtigen. Die Branche beklagt ferner die unklaren und verstreuten Zuständigkeiten für den Bereich der Gegenseitigkeitsvereine innerhalb der Kommission und regt die Schaffung einer Abteilung mit einer gebündelten Zuständigkeit an.

Den Gastgeber Brando Benifei zitiert AMICE im Anschluss an die Debatte wie folgt: „Das Geschäftsmodell der Gegenseitigkeit braucht und verdient die Unterstützung seitens des Europäischen Parlaments. Es stellt die Mitgliederinteressen in den Mittelpunkt, und es steht für ein Wirtschaftsmodell und eine Politik, die Europa den Weg aus der Krise zeigt.“ Unterstützung gibt es demnach auch von weiteren Europaabgeordneten. „In 2015 steht eine Überprüfung der Europa-2020-Strategie an. Das ist eine Gelegenheit für das EP, die Kommission auf Lösungen hinzuweisen, die Europa aus der Krise führen können“, sagte Georgi Pirinski MdEP. Und MdEP Jens Nilsson, der Koordinator der Social Economy Intergroup im EP, erklärte: „Das Fenster ist offen für mitgliederbasierte Finanzdienstleistungen, für Versicherer, die ihre Gewinne zugunsten ihrer Mitglieder reinvestieren“ Das Modell auf Gegenseitigkeit sei die Zukunft – und nicht die Vergangenheit!“ (bh)




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