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Eine Rentenversicherung ist keine Geldanlage
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Eine Rentenversicherung ist keine Geldanlage

Die Zahl der Rentner steigt, ebenso deren Lebenserwartung. Die GRV steht vor finanziellen Herausforderungen, die private Altersvorsorge bekommt dennoch keinen Schub. Eine Bewegung für die Altersvorsorge müsse her, meint BVK-Vize Ulrich Zander und fordert eine andere Sichtweise auf die private Rentenversicherung.

Der demografische Wandel fordere die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) heraus, so Ulrich Zander, BVK-Vizepräsident, Past-Chairman des Europäischen Vermittlerdachverbands BiPAR und Inhaber einer Allianz Generalagentur. Schon heute könne die GRV ihre finanzielle Verpflichtung gegenüber den Rentnern nur dank eines Steuerzuschusses wahrnehmen. Es sei also nicht mehr eine Frage des Ob, sondern nur noch eine Frage des Zeitpunkts, wann die GRV ihre Rentenleistungen kürzen müsse, so Zander, der sich dabei auf diverse Studien stützen kann.

Deutschland braucht einen „Saturday for Pensions“

Deshalb mahnt er im Einklang mit dem BVK an, dass die private und die betriebliche Altersvorsorge nötiger seien denn je, um millionenfache Altersarmut zu vermeiden. Man brauche eine Bewegung für eine solide Altersvorsorge und warum nicht einen „Saturday for Pensions“, wie Zander kürzlich vor Journalisten in Berlin erklärte.

Versicherungsvermittlern käme hierbei eine besondere sozialpolitische Rolle bei der Absicherung der Bevölkerung zu. Deshalb habe der BVK auch eine AG „Rentenreform“ gebildet, um Vorschläge für eine zukunftsfeste Altersvorsorge zu erarbeiten und die Rentenkommission der Bundesregierung „Verlässlicher Generationenvertrag“ zu begleiten.

Notwendige Maßnahmen

Mit Blick auf die betriebliche Altersversorgung meint Zander, dass die Versicherungswirtschaft die Chancen des BRSG noch nicht genügend nutze. Gleichermaßen seien eine Riester-Reform und die Abschaffung der doppelten KV-Verbeitragung in der Rentenbezugsphase zwingend notwendig. Zudem spricht sich Zander für eine Vorsorgepflicht für Selbstständige aus, die eine freie und flexible Vorsorgegestaltung über private Rentenversicherungen ermögliche.

Appell an die Produktgeber

Das setze aber auch voraus, dass sich die Produktgeber bewegten und etwa die Rürup-Rentenversicherungen dahingehend änderten, die im Todesfall eines Versicherten erworbenen Rentenanwartschaften für Erben vorzuhalten. Auch für die dritte Schicht wünscht sich der BVK-Vize Bewegung bei den Anbietern: Diese müssten Vorsorgeprodukte für Altersvorsorgesparer mit moderaten Gesamtkosten anbieten, die eine Partizipation an den Renditechancen der Finanzmärkte ermöglichten. Ihm sei bewusst, dass gerade die Regulierung die Kosten bei den Versicherern treibe, andererseits sehe er dennoch Optimierungspotenzial bei den Verwaltungskosten zumindest einiger Versicherer.

Lebenslange Rente

Es sind aber nicht nur konkrete Maßnahmen, die Zander einfordert. Er will, dass sich die Sicht auf die private Rentenversicherung ändert. Das „Schlechtreden“ der Lebensversicherung habe fatale Folgen. Für die zukünftigen Rentner sei eine zusätzliche, lebenslange Rente unerlässlich. Dabei sollte allen Beteiligten eben genau dies bewusst sein: Eine Rentenversicherung sei keine Geldanlage, sondern eine Absicherung durch eine lebenslange Rente. (bh)

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