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2. August 2011
Ergo-Skandale: Vermittler wenden sich ab

Ergo-Skandale: Vermittler wenden sich ab

Freie Vermittler halten Versicherungen des Ergo-Konzerns derzeit mehrheitlich für nicht vermittelbar. Das ergab eine Umfrage von Informationsdiensten des „markt intern“ Verlages. Kaum ein Befragter glaubt demnach noch an die transparente Aufklärung der Ergo-Skandale.

Freie Vermittler halten Versicherungen des Ergo-Konzerns derzeit mehrheitlich für nicht vermittelbar. Das ergab eine Umfrage von Informationsdiensten des „markt intern“ Verlages. Dabei befragten ’kapital-markt intern’, ’versicherungstip’ und ’investment intern’ ihre Leserschaft, die sich aus freien Vermittlern, Mehrfachagenten und Versicherungsmaklern zusammensetzt.

Rund 70% der an der Umfrage teilnehmenden Vermittler glauben demnach, daß Ergo-Produkte derzeit nicht mehr vermittelbar sind. 90% der Umfrageteilnehmer erachten den aus den Ergo-Skandalen resultierenden Schaden für die gesamte Versicherungsbranche als immens. Nur 6% der Umfrageteilnehmer glauben noch an eine transparente Aufklärung der Skandale. Demgegenüber bezweifeln rund 90%, daß der Ergo-Vorstand die Krise verantwortungsvoll meistern kann.

Vermittler müssen verunsicherte Kunden aufklären

Die Umfrageergebnisse spiegeln sich auch im Arbeitsalltag der Vermittler wieder: Mehr als die Hälfte von ihnen (58%) investiert laut der Umfrage derzeit deutlich mehr Zeit als üblich in die Aufklärung verunsicherter Kunden. Rund 97% der Befragten betonen, dass ihnen eine Distanzierung von dem Geschäftsverhalten der Ergo wichtig ist. ’kapital-markt intern’-Chefredakteur Gerrit Weber kommentiert: „Für Torsten Oletzky, Vorstandsvorsitzender der Ergo-Versicherungsgruppe AG, ist das Ergebnis der Umfrage eine schallende Ohrfeige, denn seit Wochen verspricht er der Öffentlichkeit eine Aufklärung aller Skandale. Doch die Diskrepanz zwischen Werbeversprechen und der skandalösen Realität potenziert den Schaden für die Vermittler und den Versicherungskonzern. Dabei sind es jedoch gerade die Vermittler, Makler und Agenten, auch wenn sie gar keine Ergo-Produkte vertreiben, die die berechtigte Wut der Bürger ausbaden müssen. Wenden sich die Vermittler dauerhaft ab, werden auch die Kunden nicht zurück zur Ergo finden.“