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30. Juli 2021
Erkenntnisse zur bAV in der Corona-Zeit

Erkenntnisse zur bAV in der Corona-Zeit

Was lässt sich über die Anzahl der bAV-Anträge in den beiden bisherigen Lockdowns sagen? Welche Produkte waren besonders gefragt? Welche Versicherer und Vermittler konnten bisher profitieren? Antworten auf diese Fragen hat die Vorsorge-Plattform Xempus bei der Analyse der eigenen bAV-Daten gefunden.

Die Software-as-a-Service-Plattform für Vorsorge, Xempus, hat ihre eigenen Daten während der Corona-Zeit zwischen Januar 2020 und Juni 2021 ausgewertet. Im Rahmen dieser Analyse von Daten aus mehr als 100.000 Beratungen im Hinblick auf Veränderungen bei Anträgen, Vertriebswegen oder nachgefragten Tarifarten hat Xempus wesentliche Erkenntnisse zur bAV in Corona-Zeiten gewonnen. Diese betreffen die Anzahl der Abschlüsse, die Höhe der Bewertungssummen, die Anforderungen an Versicherer, Vermittler und Produkte und das Verhalten aller Beteiligten allgemein.

Antragszahl steigt nach anfänglicher Verunsicherung wieder an, höhere Bewertungssummen

Xempus zufolge hat die Pandemie die Kundennachfrage anfangs unmittelbar beeinflusst: Im ersten Lockdown im April 2020 gab es einen starken Rückgang der Anträge um rund 40%. Doch bereits im August 2020 stieg die Zahl der bAV-Anträge schon wieder auf das Vorkrisenniveau von Januar 2020. Nach einem weiteren leichteren Rückgang im zweiten Lockdown Ende des Jahres 2020 ging es ab Januar 2021 laut Xempus mit den Anträgen dann wieder steil nach oben. Die durchschnittliche Bewertungssumme und der Bruttolohn der Antragsteller sind im untersuchten Zeitraum interessanter Weise um 10 bis über 15% angestiegen. Xempus wertet diese Erkenntnis so, dass während des Lockdowns vor allem Personen mit höheren Einkommen eine bAV abgeschlossen haben, während Arbeitnehmer mit geringerem Einkommen eher dazu tendierten, den Verlauf der Pandemie noch abzuwarten.

Hinsichtlich der Produkte gibt die Xempus-Auswertung preis, dass Klassik- und Neue-Klassik-Tarife anteilsmäßig zugelegt haben, auch wenn die Mehrzahl der Abschlüsse nach wie vor fondsbasierte Policen sind. Die durch die Pandemie verursachte Verunsicherung hat also das Streben nach Sicherheit zumindest vorübergehend verstärkt, so Xempus.

Kleinere und mittlere Versicherer sowie Mehrfachagenturen profitieren

Aber nicht nur über die Kundenbedürfnisse in Corona-Zeiten hat Xempus Beobachtungen gemacht. Auch was die Produktanbieter angeht, sind den Experten der Vorsorge-Plattform Besonderheiten aufgefallen: So haben wohl kleine und mittlere Versicherer während des ersten Lockdowns einen deutlich geringeren Antragsrückgang verzeichnet als die größeren und sind danach stärker gewachsen. „Die verschiedenen bAV-Anbieter auf der Xempus-Plattform sind offenbar unterschiedlich mit den Veränderungen umgegangen. Die agileren und digitaleren Versicherer auf unserer Plattform konnten demnach besser auf veränderte Kundenbedürfnisse reagieren und erheblich Marktanteile dazugewinnen“, analysiert Malte Dummel, COO und CFO bei Xempus. Bei den Akteuren auf Vertriebsseite konnten laut Xempus vor allem Mehrfachagenturen gegenüber Ausschließlichkeitsorganisationen und Maklern profitieren und ihren Marktanteil signifikant ausbauen. Auch das spricht nach Ansicht von Malte Dummel für ein besonders schnelles Reaktions- und Anpassungsvermögen im Hinblick auf die Herausforderungen der Pandemie.

Digital ist nützlich

Beim detaillierten Vergleich der Entwicklungen in den beiden Corona-Lockdowns zeigen die hauseigenen bAV-Daten Xempus zufolge einen deutlichen Gewöhnungseffekt bei Vermittlern und Kunden. So sei die Zahl der Anträge im zweiten Lockdown nicht mehr unter das Vorkrisenniveau gesunken, wie das noch beim ersten Lockdown der Fall gewesen sei. „Offenbar haben beide Seiten schnell gelernt, mit dem Lockdown umzugehen, und vertrauen nun deutlich mehr auf digitale Lösungen, die nicht mehr von Vor-Ort-Terminen abhängig sind“, kommentiert Dummel. Dass digitale Angebote helfen, sei eine wichtige Erfahrung aus der Krise: „Digitale Tools und Prozesse für Beratung, Abschluss und Verwaltung sind nützlich, um die steigenden Erwartungen der Kunden erfüllen zu können. Auch die Arbeitgeber profitieren von effizienteren Prozessen mit einer einfachen digitalen Verwaltung“, resümiert Dummel. (ad)

Bild: © Alexander Limbach – stock.adobe.com