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Führungskräfte in der Versicherungsbranche: Gut reicht nicht!
12. September 2019

Führungskräfte in der Versicherungsbranche: Gut reicht nicht!

Exzellente und „nur gute“ Führungskräfte unterscheiden sich erheblich in ihrem wirtschaftlichen Erfolg für Unternehmen. Doch Excellence Leadership lässt sich trainieren. Deutsche Firmen sollten angesichts dessen aufatmen, sagt Frank M. Scheelen, Gründer der SCHEELEN® AG.

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Exzellente und „nur gute“ Führungskräfte unterscheiden sich erheblich in ihrem wirtschaftlichen Erfolg für Unternehmen. Doch Excellence Leadership lässt sich trainieren. Deutsche Firmen sollten angesichts dessen aufatmen, sagt Frank M. Scheelen, Gründer der SCHEELEN® AG.


Führungskräfte in der Versicherungsbranche: Gut reicht nicht!
Excellence Leadership trainieren

Die Frage, die Sie sich nun sicherlich stellen werden: Wie genau lässt sich die wichtige Schlüsselkompetenz zur Inspiration entwickeln? Gäbe es nicht schon zuhauf „Inspirations-Trainings“, wenn es so einfach wäre? Natürlich ist die Sache komplexer! Laut der Forschungsarbeit von Zenger und Folkman ist Folgendes von Bedeutung: Es gibt immer bestimmte Begleitkompetenzen, die eng mit einer Schlüsselfähigkeit verwoben sind, und diese insgesamt stärken. Für die Inspirationskompetenz sind folgende drei Verhaltensweisen entscheidend:

1) Inspirierende Führungskräfte akzeptieren, dass sie eine Vorbildfunktion haben. Sie sind bereit, Veränderungen aktiv mitzugestalten und die Initiative zu ergreifen.

2) Sie verstehen, dass menschliches Verhalten zu einem Großteil von Gefühlen geprägt ist und gehen bewusst und entspannt mit Emotionen um. Ihnen ist zudem klar, dass sich Gefühle übertragen und dass sie somit auch in ihrer Position in der Lage sind, die Laune ihrer Mitarbeiter bis zur Euphorie zu heben.

3) Zusätzlich gibt es sechs spezifische Verhaltensweisen, die inspirierende Chefs situativ nutzen:

  • Sie setzen ehrgeizige Ziele
  • Sie vermitteln eine klare Vision und geben eine klare Richtung vor
  • Sie zeigen mehr Eigeninitiative als andere
  • Sie unterstützen die Entwicklung ihrer Mitarbeiter
  • Sie fördern Teamarbeit und Kooperation
  • Sie zeigen Innovations- und Risikobereitschaft und unterstützen innovative Ideen.

Wer also akzeptiert, dass er eine Vorbildfunktion hat, Veränderungen aktiv mitgestaltet und häufig die Initiative ergreift, zudem versteht, dass menschliches Verhalten zu einem Großteil von Gefühlen geprägt ist und bewusst mit Emotionen umgeht, spielt ganz erheblich auf die Schlüsselkompetenz des motivierenden und inspirierenden Handelns ein. Arbeitet die Führungskraft an diesen Begleitkompetenzen, verbessert sie somit ihre Performance insgesamt – und entwickelt sich zum Exzellent Leader. Es bedarf also nur der Änderung eines Teilaspekts, um in der Gesamtheit eine große Wirkung zu erzielen.

„Kompetenzbegleiter“ in den Fokus rücken

Unternehmen wie Manager sollten die Forschungsergebnisse im Bereich Leadership nutzen. Sie stellen eine Chance dar, um besser zu werden. Denn: Die Entdeckung der Begleitkompetenzen bzw. das Wissen darum, welche „Kompetenz-Kameraden“ sich um die Schlüsselkompetenz gruppieren, ist der Knackpunkt schlechthin für die Führungskräfte-Entwicklung. Genau hier sollten Sie ansetzen. Weil Sie über diese Kompetenzbegleiter die Schlüsselkompetenzen Ihrer Führungskräfte stärken können. Das verhält sich wie bei einem Training für einen Marathonlauf: Nicht allein das immerwährende Lauftraining bringt den Marathonläufer zum Erfolg. Wichtig ist ein Crosstraining, welches auch Krafttraining und Stretching sowie Langstrecken-Schwimmen umfasst. Zudem ist eine gesunde Ernährung wichtig.

Nicht zuletzt ist es bei der Führungskräfte-Entwicklung wichtig, sich auf die Stärken des Managers und nicht auf dessen Schwächen zu konzentrieren. An drei bis vier Kompetenzen zu arbeiten, diese noch mehr hervorzubringen, ist Erfolg versprechender statt sich vorrangig auf den Abbau der Schwächen zu fokussieren – es sei denn, Letztere sind so signifikant, dass sie die guten Kompetenzen völlig überdecken. Der Gesamtansatz sollte auf jeden Fall aber lauten: Stärken stärken, statt in der Breite zu feilen. Und wie eingangs erwähnt, bedarf es dabei oft nur kleiner Verbesserungen, die aber immense Effekte nach sich ziehen.

Über den Autor

Frank M. Scheelen ist Experte für Leadership und Kompetenzmanagement sowie Gründer und Kopf der SCHEELEN® AG. „Wir fördern menschliches und unternehmerisches Wachstum“ ist die Mission seiner ganzheitlichen Unternehmensberatung, der es um die Entwicklung aller menschlichen Potenziale und Kompetenzen geht. Als Partner der US-amerikanischen Unternehmensberatung Zenger Folkman überträgt Frank M. Scheelen die Forschungserkenntnisse zum Thema „exzellente Führung“ auf den deutschsprachigen Markt. Sein fundiertes Praxiswissen gibt Frank M. Scheelen auch als Fachbuchautor, Lehrbeauftragter und Vortragsredner mit Schwerpunkt „Kompetenzmanagement“ und „Extraordinary Leadership“ weiter. (www.frank-scheelen.de, www.scheelen-institut.de)

Bilder: © Studio_East – stock.adobe.com; © SCHEELEN AG


Frank M. Scheelen Frank M. Scheelen



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