Franke und Bornberg hat die Ergebnisse des neuen Wohngebäudeversicherungs-Ratings 2026 vorgelegt. Insgesamt 373 Tarife von 84 Versicherern stellten die Analysten anhand von 82 Detailkriterien auf den Prüfstand. Zum Vergleich: Im Vorjahres-Rating waren es 356 Tarife von 89 Anbietern. „Bei der Wohngebäudeversicherung entscheiden oft einzelne Klauseln darüber, ob ein Schaden am Ende vollständig reguliert wird. Wer nur auf den Beitrag schaut, übersieht genau die Details, die im Schadenfall zählen“, erklärt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer von Franke und Bornberg.
Neues Kriterium zum Selbstbehalt bei Elementarschäden
Für den neuen Rating-Jahrgang hat das Analysehaus ein Kriterium zum Selbstbehalt bei Elementarschäden aufgenommen: Damit ein Produkt die Höchstnote FFF+ erhält, darf der Selbstbehalt 10.000 Euro nicht übersteigen. Die Analysten verweisen in diesem Zusammenhang auf Tarife am Markt, die Elementarschutz nur mit sehr hohen Selbstbehalten bieten, teilweise im sechsstelligen Bereich. Für Gebäudebesitzer könne so eine gefährliche Scheinsicherheit entstehen, warnt Franke und Bornberg. Kunden würden sich gegen Elementargefahren versichert wähnen, müssten im Schadenfall aber zunächst hohe Summen aus eigener Tasche aufbringen. Mit der neuen Obergrenze soll laut Franke und Bornberg sichergestellt werden, dass bestbewertete Tarife im Ernstfall auch tatsächlich tragfähigen Schutz bieten.
Jeder fünfte Tarif erreicht Bestnote, jeder zehnte fällt durch
76 Tarife und damit rund 20% der 373 bewerteten Tarife können die Höchstnote FFF+ hervorragend einheimsen. Der Anteil von Produkten mit Bestnote hat sich gegenüber dem Vorjahreswert von rund 14% somit deutlich erhöht.
Die Note FFF (sehr gut) vergeben die Analysten an 100 Tarife, was einem Anteil von fast 27% entspricht – fast unverändert im Vergleich zum Vorjahr. 26 Tarife (fast 7%) erhalten die Bewertung FF+ (gut). 90 Tarife und damit rund 24% werden mit FF (befriedigend) benotet. 43 Tarife – rund 12% – kommen über die Bewertung F+ (ausreichend) nicht hinaus. Am unteren Ende der Skala landen 38 Tarife und damit rund 10% mit den Noten F (mangelhaft) oder F- (ungenügend) – etwas weniger als im Vorjahr (rund 13%).
Daran hakt es bei Tarifen mit unterdurchschnittlicher Bewertung
Tarifen mit unterdurchschnittlicher Bewertung haben häufig dieselben Schwachstellen: Leistungen für Rohrbruch bei Ab- und Zuleitungsrohren, die Beseitigung umgestürzter Bäume und die Wiederaufforstung sowie die Dekontamination von Erdreich. Auch der Diebstahlschutz für Gebäudezubehör und Wärmepumpen und der Schutz vor Gebäudebeschädigungen durch Dritte, etwa nach Einbruch oder Graffiti, sind häufig lückenhaft. Zudem schwächeln die Tarife hinsichtlich grober Fahrlässigkeit, bei Schäden durch Tiere, Sachverständigenkosten, Seng- und Schmorschäden sowie Hotelkosten.
Elementarschutz weiter zu wenig verbreitet
Mit Blick auf den Markt verweisen die Analysten die weiterhin zu niedrige Versicherungsdichte beim Elementarschutz. So waren Ende 2025 laut GDV erst 59% der Wohngebäude hierzulande gegen Elementarschäden abgesichert. 41% verfügten über keinen entsprechenden Schutz.
„Die Versicherungsdichte bei Elementarschäden steigt, bleibt aber deutlich zu niedrig. Gerade nach Extremwetterereignissen zeigt sich, wie wichtig ein vollständiger und verlässlicher Schutz ist“, betont Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken bei Franke und Bornberg.
Fazit: Qualität in der Wohngebäudeversicherung nimmt zu
Wie die Ergebnisse der Analyse zeigen, steigt die Qualität in der Wohngebäudeversicherung, da mehr Tarife zur Spitzengruppe zählen und weniger durchfallen. Zugleich bleibt es bei den bekannten Schwachstellen – von Rohrbruch bis Elementarschutz.
Mit dem neuen Mindeststandard zum Selbstbehalt will Franke und Bornberg einen Aspekt in den Mittelpunkt stellen, der über die tatsächliche Absicherung im Schadenfall entscheidet. Verbrauchern und Vermittlern raten die Analysten, bestehende Verträge regelmäßig mit aktuellen Tarifen zu vergleichen.
Die Ergebnisse des Franke und Bornberg Ratings Wohngebäude 2026 können hier eingesehen werden.
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