Laut aktuellen Zahlen des GDV ist die Zahl der versicherten Fahrraddiebstähle im Jahr 2025 zwar insgesamt zurückgegangen, doch der durchschnittliche Schaden je gestohlenem Bike erreichte mit 1.270 Euro einen neuen Höchststand. Wie die Auswertung der Versicherer weiter zeigt, hatten es Langfinger auch im Jahr 2025 vor allem auf hochwertige Fahrräder abgesehen. So standen teure Rennräder, E-Bikes oder Mountainbikes bei Dieben hoch im Kurs. Seit 2005 hat sich der Schadendurchschnitt je gestohlenem Fahrrad mehr als verdreifacht.
Wohl dem, der sein teures Rad ausreichend abgesichert hat. Während Hausrattarife häufig nur Diebstahl abdecken, bieten spezialisierte Fahrradversicherungen weitergehende Absicherung. Das Analysehaus Franke und Bornberg hat diese Produkte nun erstmals in einem eigenständigen Produktrating näher beleuchtet.
Fahrrad in der Hausrat: Kaskoschäden häufig außen vor
Viele Versicherungskunden sind der Ansicht, ihr Bike sei über die Hausratversicherung rundum geschützt. Das stimmt nur bedingt, so die Analysten von Franke und Bornberg. Hausrattarife schließen Fahrräder zwar häufig gegen Diebstahl ein, decken aber keine Kaskoschäden ab – also Schäden durch Sturz, Kollision oder Vandalismus – und bieten keine Schutzbriefleistungen wie Pannenhilfe oder Transportkostenerstattung. Wer sich umfassenden Schutz sucht, ist mit einer eigenständigen Fahrradpolice auf der sicheren Seite.
Erhebliche Qualitätsunterschiede bei den Policen
„Fahrräder, insbesondere E-Bikes und hochwertige Räder, sind heute Wertgegenstände, die eine ernsthafte Absicherung verdienen. Unser Erstrating zeigt: Die Qualitätsunterschiede sind erheblich – von hervorragend bis mangelhaft ist alles vertreten. Wer nicht genau hinschaut, riskiert einen Tarif mit echten Deckungslücken“, erläutert Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH.
83 Tarife von 36 Versicherern haben die Analysten im Erstrating zur Fahrradversicherung untersucht. Die Resultate zeigen wie so oft Licht und Schatten: Lediglich sieben Tarife, also rund 8% des untersuchten Angebots, können die Bestnote FFF+ (hervorragend) ergattern. Darunter zählen Policen von Adam Riese, ADCURI, Barmenia und HÄGER. 28 Tarife und damit fast 34% der analysierten Produkt erreichen die Wertung FFF (sehr gut). Für 25 Tarife (etwa 30%) gibt es ein FF+ (gut). 13 Tarife oder etwa 16% des Angebots erhalten die Note FF (befriedigend). Zehn Tarife – also rund 12% – schneiden hingegen mit der Note F+ oder schlechter ab und bieten damit aus Sicht der Analysten unzureichenden oder mangelhaften Schutz.
Was macht einen Toptarif aus?
Für das Rating wurden die Tarife anhand von 63 Detailkriterien in zwölf Kategorien beleuchtet. Die gewichtigste Kategorie bildet Diebstahl mit 16 Kriterien, gefolgt von versicherten Schäden und versicherten Sachen. Daneben haben die Analysten Schutzbrief, grobe Fahrlässigkeit, Entschädigungsberechnung, Radsport, Obliegenheiten sowie weitere Aspekte in die Bewertung einbezogen.
Für die Topnote FFF+ hat Franke und Bornberg spezifische Mindeststandards festgelegt. Um die Höchstwertung zu erhalten, muss ein Tarif unter anderem Carbonfahrräder versichern, grobe Fahrlässigkeit ohne Einschränkung einschließen, Fahrradanhänger mit mindestens 500 Euro Deckung für Kinderanhänger absichern, eine Neuwerterstattung von mindestens drei Jahren vorsehen und beim Schloss lediglich ein verkehrsübliches Schloss ohne weitere Vorgaben fordern. Für die Note FFF ist der Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit ebenfalls Pflicht.
Die Kategorie Diebstahl trennt Spreu vom Weizen
„Beim Diebstahl trennt sich die Spreu vom Weizen: Viele Tarife stellen überzogene Anforderungen an das verwendete Schloss oder decken Anhänger, Gepäck oder Zubehör gar nicht oder nur unzureichend ab“, erklärt Christian Monke, Leiter Ratings Private Risiken bei Franke und Bornberg.
Fahrrad-Kasko und Schutzbrief machen den Unterschied
Laut der Analysten ergeben sich bei der eigenständigen Fahrradversicherung gegenüber dem Fahrrad-Einschluss in der Hausrat strukturelle Vorteile: So deckt eine eigene Fahrradpolice neben Diebstahl auch Beschädigungen durch Unfälle, Sturz oder Vandalismus ab und bietet Schutzbriefleistungen wie Pannenhilfe oder Abschleppkosten. Auch Anhänger, Gepäck, Teile und Zubehör sind in guten Tarifen eingeschlossen. Gerade bei hochwertigen Rädern und E-Bikes für mehrere Tausend Euro könne die Wahl des richtigen Tarifs entscheidend sein, heißt es von Franke und Bornberg. Die Spreizung im Rating belege, dass sorgfältige Tarifauswahl – und damit qualifizierte Beratung – sich auszahle.
Auf der Homepage von Franke und Bornberg finden sich alle Ergebnisse sowie die aktuellen Ratingkriterien zur Fahrradversicherung. (tik)
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