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15. September 2026
Für Makler ist Unternehmertum der Kern ihrer Unabhängigkeit
Für Makler ist Unternehmertum der Kern ihrer Unabhängigkeit

Für Makler ist Unternehmertum der Kern ihrer Unabhängigkeit

Unabhängigkeit gehört zum Selbstverständnis des Versicherungsmaklers. Doch was bedeutet sie heute? Eine aktuelle Befragung zeigt: Für Makler steht vor allem die unternehmerische Entscheidungsfreiheit im Mittelpunkt und damit die Frage, wer ihr Geschäft tatsächlich bestimmt.

Versicherungsmakler – so unterschiedlich sie in Geschäftsmodellen, Umsatzgrößen und Marktpositionierung auch sein mögen – sind Unternehmer, Versicherungsmaklerinnen sind Unternehmerinnen. Unternehmertum zeigt sich etwa darin, wer die entscheidenden Weichen für das eigene Geschäft stellt: Wer das Geschäftsmodell entwickelt, Zielgruppen definiert, über Investitionen und Digitalisierung entscheidet und letztlich die wirtschaftlichen Folgen dieser Entscheidungen trägt.

Unabhängigkeit bedeutet Unternehmertum und Entscheidungsfreiheit

Wie stark dieser Gedanke mit dem Verständnis von Unabhängigkeit verbunden ist, zeigt die aktuelle Befragung im Rahmen der AssCompact TRENDS III/2026. 85% der befragten Versicherungsmakler verbinden Unabhängigkeit mit unternehmerischer Entscheidungsfreiheit. Damit steht für sie weniger der rechtliche Status als die tatsächlich vorhandene Gestaltungsmöglichkeit im Mittelpunkt.

Daran ändern auch die jüngsten Gerichtsentscheidungen, etwa des Oberlandesgerichts Dresden, sowie die Debatten mit Verbraucherschützern und in der Politik wenig – auch wenn diese Themen den Markt und die Verbände intensiv beschäftigen. Und selbstverständlich hat die rechtliche und berufsständische Dimension von Unabhängigkeit hohe Relevanz. Im unternehmerischen Selbstverständnis der Makler steht jedoch vor allem die Freiheit im Vordergrund, eigene Entscheidungen zu treffen, das eigene Geschäft zu gestalten und dafür Verantwortung zu übernehmen.

Unabhängig von Versicherern

Eine solche unternehmerische Entscheidungsfreiheit hat für Makler auch eine ganz konkrete Seite: die Unabhängigkeit von Versicherern. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des Maklerbildes und zeigt sich insbesondere darin, Produkte frei auswählen und die Beratung am Bedarf des Kunden ausrichten zu können: 75% der Befragten verbinden Unabhängigkeit direkt mit der Unabhängigkeit von Versicherern. Anders fällt die Einschätzung bei Maklerpools und Softwareanbietern aus. Die Zusammenarbeit mit ihnen wird deutlich weniger als Gefahr für die eigene Unabhängigkeit wahrgenommen. Vielmehr können Pools und Dienstleister aus Sicht vieler Makler unternehmerische Freiräume schaffen – etwa durch Produktzugang, technische Lösungen oder administrative Unterstützung.

Regulierung als Bedrohung der unternehmerischen Freiheit

Eingegrenzt in ihrem Unternehmertum fühlen sich Maklerunternehmen allerdings vor allem durch eine andere Entwicklung – und damit stehen sie in der deutschen Wirtschaft nicht allein. Regulatorische Vorgaben und zunehmende Anforderungen bedrohen aus ihrer Sicht die freie Entwicklung des eigenen Geschäftsmodells und werden damit auch zu einer Frage der unternehmerischen Unabhängigkeit. In der genannten Studie stimmen fast 70% der Befragten dieser Einschätzung zu.

Investoren verändern die Spielräume

Interessant ist auch der Blick auf den zunehmenden Einstieg von Investoren in Maklerunternehmen. Für die Konsolidierung des Marktes sehen es die Makler so: 55% sind der Meinung, dass der Einstieg von Investoren die Unabhängigkeit von Maklerunternehmen einschränkt. Deutlich fällt die Einschätzung bei der unternehmerischen Gestaltungsfreiheit aus: 65% erwarten, dass diese durch den Einstieg von Investoren am stärksten beeinflusst wird.

Die vielen Seiten der Unabhängigkeit

Insofern hat Unabhängigkeit für den Berufsstand Versicherungsmakler zweifellos eine wichtige rechtliche und berufsständische Dimension. Daneben gibt es aber eine zweite, stärker unternehmerisch geprägte Perspektive. Sie beschreibt die Freiheit, das eigene Unternehmen selbst zu gestalten, unternehmerische Entscheidungen eigenständig zu treffen, Produkte frei auszuwählen und die Ausrichtung konsequent am Kunden zu orientieren.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Anmerkung eines Studienteilnehmers. Für ihn müsste die Frage eigentlich so lauten: „Was bedeutet einem Makler Unabhängigkeit?“ Seine Antwort richtet den Blick auf die unternehmerische Seite des Berufs – auf eigene Entscheidungen, freie Produktauswahl und die Ausrichtung am Kunden. Und er kommt zu der einfachen Schlussfolgerung: „Ich hatte eigentlich nie eine Wahl, außer Makler zu werden.“ (bh)

Über die Studie

Die Online-Befragung zur Studie „AssCompact TRENDS III/2026“ wurde vom 07.07.2026 bis 16.07.2026 durchgeführt. Nach einer Qualitätsprüfung flossen die Stimmen von 240 Vermittlerinnen und Vermittlern aus der Finanz- und Versicherungsbranche in die Stichprobe ein, die ein sehr gutes Abbild der Assekuranz- und Finanzvermittlerinnen und -vermittler hinsichtlich der Alters- und Geschlechtsstruktur darstellt. Die Studie kann bei AssCompact erworben werden.