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13. Juli 2020
GDV kritisiert BdV-Studie zu Solvenzquoten der Lebensversicherer
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GDV kritisiert BdV-Studie zu Solvenzquoten der Lebensversicherer

Vor wenigen Tagen hatte der BdV zusammen mit Zielke Research Consult eine Analyse zu den Solvenzberichten der Lebensversicherer vorgestellt und dabei auf große Verwerfungen verwiesen. Der GDV kritisiert die Studie: Die Solvenzlage deutscher Lebensversicherer sei nachweislich besser als in der Studie dargestellt.

In der vergangenen Woche hatte der Bund der Versicherten (BdV) zusammen mit Zielke Research Consult eine Analyse zu den Solvenzquoten Lebensversicherer vorgestellt. Im Ergebnis hieß es, der Markt drifte auseinander, einige Gesellschaften würden unter einer reinen Solvenzquote von 100% liegen, ein Run-Off-Versicherer würde sogar eine negative Solvenzquote aufweisen.

Der GDV kritisiert nun seinerseits die Studie. Die Solvenzlage deutscher Lebensversicherer sei nachweislich besser als in der Analyse dargestellt. Die Solvenzquoten lägen weit über dem von der Aufsicht geforderten Niveau. Alle deutschen Lebensversicherer hätten eine Quote über 100%. Der GDV führt – zum Stichtag 31.12.2019 – eine Quote im Mittel bei 387% (254% ohne Übergangsmaßnahmen) an. Bei der Berechnung der Solvenzquote stehen anrechenbare Eigenmitteln den Kapitalanforderungen gegenüber.

In der Kritik des Versichererverbands steht neben den Kernaussagen auch die Methodik der Studie. Der GDV betont, dass der BdV für sich eine Kennzahl „Gewinnerwartung“ definiert habe. Diese Kennzahl an sich habe aber kaum Aussagekraft. Die Bezeichnung sei zudem irreführend, da die Kennzahl keine Aussage zu künftigen Gewinnen der Gesellschaft erlaube. Die zugrunde gelegten EPIFP („Bei künftigen Prämien einkalkulierter Gewinn“) sind eine technische Kennzahl aus Solvency II. Sie gibt an, welcher Teil der in den Modellen ermittelten künftigen Gewinne den künftigen Prämienzahlungen zugeordnet werden kann.

Der Wert sei bereits in den Eigenmitteln berücksichtigt, so der GDV weiter. Der Unternehmensgewinn und die Überschussbeteiligung für die Versicherten würden auch weiterhin nach der handelsrechtlichen Bilanzierung ermittelt. Im Branchenmittel würden die Versicherten zu über 95% an den Kapitalerträgen, Risiko- und Kostengewinnen der Lebensversicherer beteiligt. (bh)

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