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13. August 2021
Grundrente: So hoch werden die Verwaltungskosten

Grundrente: So hoch werden die Verwaltungskosten

Die Kosten für die Umsetzung der Grundrente steigen. Ursächlich dafür ist das Berechnungsverfahren. Allein für die Bearbeitung der Bestandsfälle hat die Deutsche Rentenversicherung 270 Mio. Euro veranschlagt. Viele Rentner werden bis Ende 2022 auf das Geld warten müssen.

Anfang 2021 ist das Gesetz zur Grundrente in Kraft getreten. Ausgezahlt wird die Leistung jedoch erst seit Jahresmitte und dabei auch nur an wenige Anspruchsberechtigte. Diese Verzögerung ist darauf zurückzuführen, dass aktuell die ungefähr 26 Millionen Bestandsrenten von der Deutschen Rentenversicherung dahingehend überprüft werden müssen, ob ein Anspruch auf Grundrente besteht.

Personalaufwand für Software verdoppelt sich

Dieser bürokratische und technische Aufwand führt nun auch zu dramatisch höheren Kosten als geplant, wie das c’t-Magazin erfahren hat. Ursprünglich war die deutsche Rentenversicherung beispielsweise von einem Aufwand von 5.500 Personentagen für die Implementierung der Software zur Berechnung des Grundrentenzuschlags ausgegangen. Durch die nötigen intensiven Testverfahren und die Behebung von verschiedenen Fehlern verdoppelte sich der Personalaufwand auf über 11.000 Personentage. Obwohl die ersten Grundrentenbescheide bereits Ende Juli verschickt wurden, funktionierte die Software zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht fehlerfrei.

Überprüfung kostet im ersten Jahr 270 Mio. Euro

Die manuelle Überprüfung der Bestandsrenten schlägt jedoch mit einem ungleich höheren Personalaufwand zu Buche. Bereits im Gesetzgebungsverfahren hatte die Deutsche Rentenversicherung den Aufwand für die erstmalige Bearbeitung der Bestandsfälle und die dazugehörige Beratung mit 2.300 Vollbeschäftigteneinheiten oder 270 Mio. Euro angegeben. Damit werde im ersten Jahr ein Betrag in den Verwaltungsaufwand gesteckt, der grob einem Viertel der voraussichtlich ausgezahlten Grundrente für das Jahr 2021 entspricht.

Rentner müssen teilweise bis Ende 2022 warten

In diesem Jahr wird allerdings nur ein Bruchteil der Anspruchsberechtigten noch einen Grundrentenzuschlag erhalten. Die zuvor genannte manuelle Prüfung wird sich nämlich bis weit ins Jahr 2022 erstrecken. Für den Dezember 2022 rechnet die Deutsche Rentenversicherung mit dem Abschluss des Verfahrens. Ältere Bezugsberechtigte haben in der Regel Vorrang in diesem Prozess.

Deutsche Rentenversicherung kritisiert Berechnungsverfahren

Die Deutsche Rentenversicherung hat den hohen Aufwand gegenüber dem c’t-Magazin damit begründet, dass sich die Politik auf ein Verfahren festgelegt hat, bei dem jeder Erwerbsmonat von 26 Millionen Versicherten betrachtet werden müsse, anstatt nur die insgesamt erworbenen Rentenpunkte zu prüfen. Die dafür nötigen Daten lägen aktuell jedoch nicht alle in digitaler Form vor. Die Deutsche Rentenversicherung hatte die Ausgestaltung des Gesetzes deshalb auch bereits im Gesetzgebungsverfahren scharf kritisiert. (tku)

Bild: © Ralf Geithe – stock.adobe.com