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27. November 2019
Immobilienboom schwappt auf die Speckgürtel über
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Immobilienboom schwappt auf die Speckgürtel über

Die Immobilienbewertung Sprengnetter hat das aktuelle Immobilienmarktmonitoring für Deutschland veröffentlicht. Demnach setzt sich der Anstieg der Immobilienpreise fort. Besonders im Umland von Metropolen gehen die Preise der Analyse zufolge steil nach oben.

Der Anstieg der Immobilienpreise setzt sich in Deutschland auch 2019 weiter fort. Das zeigt das aktuelle Immobilienmarktmonitoring von Sprengnetter. Allerdings ist das Wachstum etwas weniger stark ausgeprägt als im Vorjahr. Lag der durchschnittliche Preisanstieg für Ein- und Zweifamilienhäuser, Eigentumswohnungen sowie Mehrfamilienhäuser in den vergangenen beiden Jahren noch bei 8,2% betrug er 2019 „nur“ 6,7%. Ein Ende des Aufwärtstrends ist damit aber noch nicht in Sicht.

Rosige Aussichten für Verkäufer

Für Käufer stellen die Immobilienpreise laut Sprengnetter eine Herausforderung dar, für Verkäufer seien die Aussichten dagegen rosig. Insgesamt lässt sich laut Sprengnetter von einer gleichförmigen Entwicklung der Wohnimmobilienpreise in Deutschland sprechen. Bei Betrachtung der Fünf-Jahres-Mittelwerte zeigt die Studie, dass die Teilmärkte sich homogen entwickeln und die Preissteigungen anhalten.

Speckgürtel verteuern sich besonders stark

Im aktuellen Monitoring fällt allerdings auf, dass die Immobilienpreise besonders stark im weiteren Umfeld von Metropolen ansteigen. Hier liegen sie mehr als 10% über dem Vorjahresniveau. Sprengnetter sieht Ursache dürfte vor allem darin, dass in den Großstädten das Angebot an bezahlbarem Wohnraum erschöpft ist und der Bedarf nicht mehr abgedeckt werden kann.

Berlin verdrängt Südbayern

Besonders dynamisch entwickeln sich die Immobilienpreise rund um Berlin. Dominierten 2018 noch die Regionen Südbayern die Top 10 der stärksten Preisanstiege für Einfamilienhäuser dominiert, so ist es 2019 das Berliner Umland. Die Hauptstadt besitzt Sprengnetter zufolge eine große Strahlkraft. Als Weltstadt mit internationalem Flair sei Berlin zum Wohnen und Arbeiten extrem beliebt. Die Zeiten günstiger Immobilienpreise seien aber vorbei. Seit 2010 sind sie jährlich um rund 13% gestiegen. Die Einkommen legten hingegen im Schnitt aber nur um 2,6% zu. Immer mehr Berliner weichen daher ins Umland aus und treiben die Preise dort in die Höhe. Die Folge sind große Preissteigerungen im Osten Deutschlands über alle Teilmärkte hinweg.

Mietendeckel könnte Umschwung bringen

Einen Umschwung könnte laut Sprengnetter der Mietendeckel bringen. Bereits jetzt gebe es erste Anzeichen, dass er den Preisanstieg in Berlin stark bremst beziehungsweise die Preise für Mietshäuser sogar rückläufig sind. Sprengnetter wird den Effekt in seinem Immobilienmarktmonitoring genau beobachten und analysieren. (mh)

Bild: © Stephan Laude – stock.adobe.com