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19. Juli 2021
Immobilieninvestoren setzen (wieder) auf Hotels
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Immobilieninvestoren setzen (wieder) auf Hotels

Hotelimmobilien haben unter der Corona-Pandemie besonders stark gelitten. Schließlich waren sie monatelang nahezu komplett geschlossen. Cushman & Wakefield hat die aktuelle Lage auf dem Hotelmarkt analysiert – und dabei festgestellt, dass Investoren weiter oder wieder auf Hotels setzen.

Mehr als ein Drittel der professionellen Investoren beabsichtigt, mehr Hotels in ganz Europa zu kaufen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der internationalen Immobilienberatung Cushman & Wakefield (C&W) unter mehr als 50 hochrangigen Vertretern von großen Private-Equity-Firmen, Fonds, REITs und anderen institutionellen Investoren, die auf dem europäischen Hotelimmobilienmarkt aktiv sind.

Nur eine Minderheit will Aktivitäten reduzieren

Trotz der Beeinträchtigung des Reise- und Tourismussektors durch die Pandemie beabsichtigen nur 21% der Investoren ihre Hotelkaufaktivitäten zu reduzieren und lediglich 10% haben ihre Akquisitionsvorhaben vorerst auf Eis gelegt. Die befragten Firmen investierten in den Jahren 2016 bis 2020 insgesamt über 26 Mrd. Euro, erwarben 664 Hotels mit 127.642 Zimmern und machten damit rund ein Viertel des gesamten Hoteltransaktionsvolumens in Europa aus.

Urlaubshotels im Fokus der Investoren

Resorts haben am stärksten an Attraktivität bei Investoren gewonnen. Trotz der Komplexität ihres Betriebs und der Saisonabhängigkeit hält die Mehrheit der Umfrageteilnehmer (70%) sie jetzt für attraktiver als vor der Pandemie. Dies ist auf die erwartete schnellere Erholung und die langfristigen Wachstumsaussichten des Freizeitreiseverkehrs zurückzuführen. Serviced Apartments haben für 60% der befragten Investoren ebenfalls an Attraktivität zugelegt.

Businesshotels auf der Verliererseite

Verlierer sind dagegen Hotels, die sich auf die Ausrichtung von Meetings, Incentives, Konferenzen und Events (MICE-Hotels) konzentrieren. Auch solche Häuser, die sich an Flughäfen befinden, stehen für die meisten Investoren deutlich weniger im Anlagefokus. C&W prognostiziert jedoch auch eine Rückkehr von Geschäftsreisen und Veranstaltungen, da nach einer langen Phase ohne physische Zusammenkünfte strukturierte Meetings und persönliche Veranstaltungen wieder wichtiger würden. 21% der Befragten gaben an, dass sich ihr Interesse am Erwerb von MICE-Hotels durch Covid-19 nicht verändert hat.

Das sind die beliebtesten Länder

Bei der Frage nach den geografischen Standorten sind Großbritannien und Irland die Top-Zielregionen für Investoren, unter anderem weil hier die Investoren mit größeren Preisabschlägen rechnen. Gleich dahinter rangieren Deutschland, die Iberische Halbinsel, Frankreich und die Benelux-Länder. Auf Stadtebene erreichte Barcelona das höchste Interessen-Ranking unter Hotelinvestoren, gefolgt von London, Paris, Amsterdam, München und Berlin – Hamburg wurde zudem als besonders interessanter Markt von den Investoren genannt.

Markterholung voraus

Aufgeschlüsselt nach Markttypen wird damit gerechnet, dass sich Freizeitdestinationen schneller erholen. 85% der Befragten gehen davon aus, dass die Performance bis 2023 vollständig auf das Niveau von 2019 zurückkehrt (RevPAR). Es wird erwartet, dass regionale Städte folgen werden, wobei 77% der Umfrageteilnehmer eine Erholung zwischen 2023 und 2024 erwarten. Für Großstädte, die häufig stärker vom internationalen Reiseverkehr sowie von Geschäftsreisenden abhängig sind, wird eine langsamere Erholung erwartet. Dennoch glauben 75% der befragten Investoren an eine Erholung zwischen 2023 und 2024 und 21% bis zum Jahr 2025. Das sei eine optimistischere Sichtweise im Vergleich zur Erholung nach der globalen Finanzkrise 2008/2009, als es im Durchschnitt 5,6 Jahre dauerte, bis der Hotel-RevPAR in den großen europäischen Großstädten wieder das Vorkrisenniveau erreichte.

Moderate Preisnachlässe prognostiziert

Hotelveräußerungen zu reduzierten Preisniveaus aufgrund der Pandemie waren ein häufig genannter Grund für Immobilieninvestoren, um Kapital für Investitionen in Hospitality-Immobilien zu beschaffen. Die Umfrage ergab jedoch, dass die Mehrheit von ihnen (59%) nur Kaufgelegenheiten mit einem moderaten Abschlag von 15% oder weniger, bezogen auf das Niveau von 2019, erwartet. Nur 12% der Befragten hoffen auf einen Preisnachlass von mindestens 25%. (mh)

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