AssCompact suche
Home
Immobilien
11. März 2026
Immobilienteilverkauf: Hohe Nachfrage, weniger Abschlüsse
Immobilienteilverkauf: Hohe Nachfrage, weniger Abschlüsse

Immobilienteilverkauf: Hohe Nachfrage, weniger Abschlüsse

Der Bundesverband für Immobilienverrentung (BVIV) hat Zahlen zum Markt für Immobilienverrentung vorgelegt. Die Statistik zeigt die Entwicklung insbesondere in den Bereichen Teilverkauf und Leibrente. Demnach war das Interesse weiter hoch, jedoch sorgte das Finanzierungsumfeld für Herausforderungen.

Der Bundesverband für Immobilienverrentung e. V. (BVIV) hat seine vorläufige Marktstatistik für das Geschäftsjahr 2025 vorgestellt. Sie zeigt die Entwicklung der Immobilienverrentung in Deutschland – insbesondere in den Bereichen Teilverkauf, Leibrente, Erbbaurecht und Darlehen. Die aktuellen Daten basieren auf den Transaktionen der BVIV-Mitgliedsunternehmen vom 01.01.2025 bis zum 31.12.2025. Demnach verzeichneten die Mitgliedsunternehmen des BVIV im vergangenen Jahr fast 20.000 konkrete Anfragen zu Angeboten der Immobilienverrentung.

Wie der BVIV vor diesem Hintergrund unterstreicht, sei Immobilienverrentung damit längst kein Nischenthema mehr, sondern Teil einer größeren gesellschaftlichen Entwicklung. „In einer alternden Gesellschaft mit hoher Immobilienquote und gleichzeitig eingeschränktem Zugang zu klassischen Kreditlösungen im höheren Lebensalter gewinnen alternative Modelle zur Liquiditätsgewinnung zunehmend an Bedeutung“, heißt es vom Verband wörtlich.

Rückläufige Zahl von tatsächlichen Abschlüssen

Auch 2025 stellte der Immobilienteilverkauf das am stärksten nachgefragte Modell dar. Während die Nachfrage anhaltend hoch war, wurde das Finanzierungsumfeld zur Hürde. Der Verband weist in diesem Zusammenhang auf verschärfte Ankaufskriterien finanzierender Banken hin sowie das vorübergehende Aussetzen von Marktaktivitäten eines großen Anbieters. Dies habe dazu geführt, dass deutlich weniger Anfragen in tatsächliche Abschlüsse überführt werden konnten. Im Segment Immobilienteilverkauf zählten die BVIV-Anbieter EV LiquidHome, Hausvorteil, Heimkapital, Lebenswert vobahome, Wertfaktor und Wohnwert AG insgesamt 705 Abschlüsse im Jahr 2025. Dies bedeutet einen Rückgang der abgeschlossenen Transaktionen von rund 30% im Vergleich zum Vorjahr.

Verändertes Marktumfeld sorgt für weniger Transaktionen

Der durchschnittliche Marktwert der teilverkauften Immobilien belief sich auf rund 500.000 Euro. Die Verkäufer veräußerten im Schnitt 40% ihrer Immobilie. Das Marktvolumen (tatsächlich angekauft) im Immobilienteilverkauf innerhalb des BVIV betrug über 140 Mio. Euro. Der Verband bildet auf Einschätzung seiner Mitglieder 85% der Transaktionen der institutionellen Anbieter im Gesamtmarkt ab. „Der Rückgang der Abschlüsse ist kein Nachfrageproblem, sondern Ausdruck eines veränderten Marktumfelds auf Finanzierungs- und Anbieterseite“, erklärt Thomas Weiss, Vorstand des BVIV. „Seniorinnen und Senioren suchen weiterhin aktiv nach Alternativen zum Gesamtverkauf oder zu klassischen Krediten. Diese Nachfrage ist strukturell intakt.“

Erbbaurecht etabliert sich als zusätzliches Modell

Ein Teil der hohen Nachfrage verlagerte sich im Jahresverlauf auf alternative Verrentungsmodelle, allen voran auf das Erbbaurecht. Dieses Modell haben die BVIV-Mitgliedsunternehmen EVG, Hausvorteil, Heimkapital, Lebenswert und vobahome im Angebot. Das Modell ist 2025 neu im Verband vertreten und habe sich laut BVIV als ergänzende Möglichkeit in einem veränderten Marktumfeld etabliert. 2025 wurden knapp 30 Ankäufe mit einem durchschnittlichen Marktwert von 350.000 Euro realisiert. Dies entspricht einem Volumen von 10 Mio. Euro.

Leibrente mit stabiler Entwicklung

Der Leibrenten-Anbieter Stiftung Liebenau im BVIV verzeichnte bis Ende 2025 insgesamt 13 Transaktionen. Der durchschnittliche Marktwert der Immobilie bei Vertragsschluss lag bei 420.000 Euro, was einem Ankaufsvolumen von 5,5 Mio. Euro entspricht. Somit zeigt sich das Segment auf einem stabilen Niveau im Vergleich zum Vorjahr. „Gerade in einer alternden Gesellschaft braucht es unterschiedliche Wege, gebundenes Immobilienvermögen verantwortungsvoll zu mobilisieren. Die stabile Entwicklung der Leibrente zeigt, dass es nicht die eine Lösung gibt, sondern passgenaue Modelle für unterschiedliche Lebensphasen und Bedürfnisse“, betont Christoph Sedlmeier, Vorstand des BVIV.

BVIV blickt zuversichtlich auf künftige Entwicklung

Was die weitere Marktentwicklung angeht, zeigt sich der BVIV optimistisch. Ein zentrales Signal hierfür sei das kürzlich veröffentlichte rechtswissenschaftliche Gutachten zur verbraucherrechtlichen Einordnung des Immobilien-Teilverkaufs, das für mehr Klarheit und Rechtssicherheit sorge, heißt es vom Verband (AssCompact berichtete: Gutachten: Immobilienteilverkauf ist kein Darlehen). Parallel will der BVIV die Standardisierung und Transparenz der Produktinformationen weiter voranbringen. (tik)

Lesen Sie auch: