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Jamaika – und die Versicherungsvermittlung
27. September 2017

Jamaika – und die Versicherungsvermittlung

Deutschland hat gewählt und eine Jamaika-Koalition steht im Raum. Was heißt das für die Versicherungsvermittlung? Bekannt ist, dass BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN den Übergang zur Honorarberatung wollen. Die FDP will größtmögliche unternehmerische Freiheit, wenig Bürokratie und hält an Provisionen fest. Doch die Liberalen könnten auf anderer Ebene auch für Unruhe sorgen.


Deutschland hat gewählt und eine Jamaika-Koalition steht im Raum. Was heißt das für die Versicherungsvermittlung? Bekannt ist, dass BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN den Übergang zur Honorarberatung wollen. Die FDP will größtmögliche unternehmerische Freiheit, wenig Bürokratie und hält an Provisionen fest. Doch die Liberalen könnten auf anderer Ebene auch für Unruhe sorgen.

Jamaika – und die Versicherungsvermittlung

Sozusagen in letzter Minute wurde das IDD-Umsetzungsgesetz unter der Legislaturperiode der Großen Koalition beschlossen. Die Stimmen von CDU/CSU und SPD reichten aus, um ein für die Versicherungsvermittlung akzeptables Ergebnis zu erzielen, auch wenn dem Gesetz ein langwieriger Einsatz der Vermittlerverbände vorausging.

Diskussionen könnten von vorne beginnen

Nach der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag wird sich die politische Bühne ändern. Sollte eine Jamaika-Koalition zustande kommen, hätte das auch Auswirkungen auf die Versicherungsvermittlung und -beratung. An der Seite von CDU/CSU würden diesbezüglich mit BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP als mögliche Regierungspartner konträre Positionen aufeinandertreffen. Unter anderem betrifft dies die Vergütungsmodelle im Versicherungsvertrieb. Während die FDP an Provisionen festhält, kommen für die Grünen ein Provisionsverbot und der Übergang zur Honorarberatung durchaus infrage. Noch vor wenigen Wochen kritisierten Grünen-Abgeordnete in der Bundestagssitzung zur IDD, dass die Koalitionsfraktionen dem Druck der Maklerlobby nachgegeben hätten.

„Wir wissen natürlich, dass gerade die Grünen mit der Entscheidung der IDD nicht zufrieden sind“, sagte Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute, am Dienstagabend in Berlin. Er geht davon aus, dass viele Diskussionen, die im Rahmen der IDD schon geführt wurden, nun wieder beginnen werden. Die politische Arbeit des Verbands werde auf jeden Fall schwieriger, so Heinz. Zunächst hätte man es mit mindestens drei Parteien und damit mit mehreren Ansprechpartnern zu tun. Zudem könne es Bestrebungen geben, dass das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz auf Bestreben der Grünen aufgeteilt werde. „Dann haben wir natürlich wieder die Themen, die wir bereits in der letzten Legislaturperiode hatten, und die wir schon im Zuge der IDD bearbeitet hatten“, befürchtet Heinz weiter.

Die FDP und die Digitalisierung

Die beruflichen Interessen von Vermittlerunternehmen dürften dagegen in den Händen der Liberalen gut aufgehoben sein. Die FDP präsentiert sich als Mittelstandspartei und dürfte verlässlicher Verbündeter der Vermittlerunternehmen bleiben. Und trotzdem könnte auch die FDP noch für Unruhe im Versicherungsvertrieb sorgen. Beim BVK-Präsidenten ist die Freude über einen mögliche Regierungspartei FDP nicht ganz ungetrübt: „Denken Sie mal an das Thema Digitalisierung, da könnte es sein, dass uns die FDP links und rechts überholt. Etwas was uns vielleicht gar nicht so gut gefällt oder gut tut.“

Die Arbeit geht den Vermittlerverbänden nach der Wahl jedenfalls nicht aus. So will der BVK die politischen Gespräche spätestens in der nächsten Woche wieder aufnehmen. (bh)




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