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9. Januar 2026
Junge Menschen haben großes Interesse an Finanzen und Vorsorge
Junge Menschen haben großes Interesse an Finanzen und Vorsorge

Junge Menschen haben großes Interesse an Finanzen und Vorsorge

Die Swiss Life hat wieder ihr „Selbstbestimmungsbarometer“ veröffentlicht. Darin wird untersucht, wie die Menschen in Deutschland ihre Selbstbestimmung empfinden. Dieses Jahr geht es um junge Menschen. Die Ergebnisse sind zweischneidig. Interesse ja – Zuversicht nein.

Seit 2019 untersucht der Versicherungs- und Finanzberatungskonzern Swiss Life zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut Bilendi das Gefühl von Selbstbestimmung und Zuversicht der Bevölkerung in Bezug auf Finanzen und darüber hinaus. In der aktuellen Ausgabe wird das Empfinden junger Menschen untersucht. Die Ergebnisse sind zweischneidig. Interesse ja – Zuversicht nein.

Junge Erwachsene zeigen geringste Zuversicht

Die Zuversicht in die eigene Altersvorsorge ist generell gering, so die Swiss Life, bei jungen Erwachsenen jedoch besonders niedrig. Während nur 28% aller Befragten überzeugt sind, dass ihre Vorsorge (staatlich, beruflich und privat) ein finanziell selbstbestimmtes Leben ermöglichen wird, sind es bei den jungen Erwachsenen lediglich 21%.

 

Junge Menschen haben großes Interesse an Finanzen und Vorsorge

 

Diese Skepsis spiegelt sich auch in der Selbsteinschätzung hinsichtlich der Vorsorge im Alter wider. Rund ein Drittel der 18– bis 29-Jährigen gibt an, zu spät mit der Altersvorsorge begonnen zu haben, obwohl sie gerade erst ins Berufsleben starten. Gleichzeitig ist das Vertrauen der jungen Menschen in die eigene finanzielle Planung gering. Während 28% aller Befragten davon überzeugt sind, ihren Ruhestand finanziell gut geplant zu haben, trifft dies bei den 18– bis 29-Jährigen auf lediglich 15% zu.

Wissensbedarf besonders ausgeprägt

Positiv zu vermerken ist das hohe Interesse an Finanz- und Vorsorgethemen bei den jungen Menschen. Sie zeigen laut Umfrage eine ausgeprägte Bereitschaft, aktiv und frühzeitig mit der Altersvorsorge zu beginnen, anstatt sich ausschließlich auf staatliche Leistungen zu verlassen. So wären 43% der 18– bis 29-Jährigen bereit, mehr für eine gute Vorsorge im Alter zu sparen. Junge Erwachsene erkennen demnach die Notwendigkeit privater Vorsorge, fühlen sich jedoch oft von den vielen Möglichkeiten und Regeln überfordert: 39% der jungen Erwachsenen haben Schwierigkeiten, den Überblick bei den zahlreichen Vorsorge- und Anlagemöglichkeiten zu behalten.

Gleichzeitig ist der Wunsch nach mehr Vorsorge- und Finanzwissen groß. 45% der jungen Erwachsenen wünschen sich mehr Kenntnisse über Finanz- und Vorsorgethemen – mehr als jede andere Altersgruppe. Swiss-Life-CEO Dirk von der Crone: „Wer als junger Mensch frühzeitig mit der Altersvorsorge beginnt, profitiert von einem langen Anlagehorizont. Das hat die junge Generation verstanden. Sie ist bereit, ihre finanzielle Absicherung im Alter selbst in die Hand zu nehmen. Um diese Chance nutzen zu können, benötigt sie eine bessere finanzielle Aufklärung. Finanzwissen ist die Grundvoraussetzung für finanzielle Selbstbestimmung, über alle Altersgruppen hinweg.“

Selbstbestimmung sinkt

Seit 2019 dokumentiert das Swiss Life Selbstbestimmungsbarometer die Entwicklung der empfundenen Selbstbestimmung in Deutschland. Nachdem im Vorjahr die Selbstbestimmung auf 57% leicht gestiegen war, fühlen sich 2025 54% der Befragten grundsätzlich selbstbestimmt. Damit setzt sich der langfristige Abwärtstrend fort, der 2020 bei 63% begann und nur 2024 kurzzeitig unterbrochen wurde. Auch in Hinblick auf die Zukunft zeigt sich ein pessimistischeres Bild als letztes Jahr. 35% der Befragten blicken grundsätzlich positiv in die Zukunft – ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr (37%). Die allgemeine Lebenszufriedenheit hingegen bleibt mit 41% auf dem Vorjahresniveau.

Bewusstsein steigt – Vertrauen sinkt

Das wachsende Bewusstsein der Menschen für die Eigenverantwortung ihrer finanziellen Absicherung geht mit einem sinkenden Vertrauen in die Verlässlichkeit des Staates einher, erläutert die Swiss Life. Lediglich 16% der Befragten vertrauen auf staatliche Unterstützung bei finanziellen Schwierigkeiten, während knapp die Hälfte der Befragten (48%) sich persönlich für den Erfolg oder Misserfolg ihrer Altersvorsorge verantwortlich fühlen.

Inflation und steigende Kosten als größte Hindernisse

Die Herausforderungen für finanzielle Selbstbestimmung bleiben weitgehend konstant. 63% der Befragten nennen Inflation und Preissteigerungen als größtes Hindernis (2024: 64%), 39% sehen hohe Wohn- und Energiekosten als Problem (2024: 38%), und 38% stufen ihr Einkommen als zu gering ein (2024: 36%). Diese stabilen werte verdeutlichen, dass die wirtschaftlichen Belastungen der vergangenen Jahre zu dauerhaften, strukturellen Herausforderungen werden. (mki)

Über die Studie

Mit einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe wird im Rahmen des Swiss Life Selbstbestimmungsbarometers jährlich ermittelt, wie selbstbestimmt die Menschen sich fühlen und welche Faktoren dafür relevant sind. Für die aktuelle Studie wurden im Juli 2025 1.001 Personen in Deutschland zwischen 18 und 79 Jahren online befragt. Das Barometer wird zeitgleich in der Schweiz, in Frankreich und Österreich erhoben.