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Jungmakler im Gespräch: Finalist Nicolas Kocher
04. November 2019

Jungmakler im Gespräch: Finalist Nicolas Kocher

Nicolas Kocher ist Geschäftsführer der KÖNIGSWEGE GmbH und war Finalist beim Jungmakler Award 2019. Im Interview erklärt er, wie er als junger, digital arbeitender Makler die klassische Finanzberatung umkrempeln will – und zwar gemäß wissenschaftlicher Standards.


Nicolas Kocher ist Geschäftsführer der KÖNIGSWEGE GmbH und war Finalist beim Jungmakler Award 2019. Im Interview erklärt er, wie er als junger, digital arbeitender Makler die klassische Finanzberatung umkrempeln will – und zwar gemäß wissenschaftlicher Standards.


Jungmakler im Gespräch: Finalist Nicolas Kocher

Auf der DKM fanden sich dieses Jahr erneut alle Finalisten des Jungmakler Awards auf der großen Bühne ein. Lediglich drei Anwärter konnten sich zwar schließlich ein Preisgeld und einen Platz auf dem Siegertreppchen sichern, doch alle, die es bis ins BundesCasting geschafft haben, dürfen sich als Gewinner betrachten. Weil nicht nur die drei Bestplatzierten der Branche etwas zu sagen haben, hat AssCompact alle Finalisten zum Interview gebeten. Diesmal stellt AssCompact Nicolas Kocher vor. Der Geschäftsführer der KÖNIGSWEGE GmbH will frischen, digitalen Wind in die Versicherungs- und Finanzbranche bringen.

Herr Kocher, Sie weisen immer wieder auf kommende Umbrüche in der Versicherungsbranche hin. Warum haben Sie sich dennoch für den Maklerberuf entschieden?

Weil ich der festen Überzeugung bin, dass Deutschland gerade im Berufsbild des Versicherungs- und Finanzmaklers dringend Innovation, junge Menschen und eine völlig neue Generation von unabhängigen und freien Beratern braucht. Hier kann man gerade als junger Mensch noch wirklich etwas bewegen. Der klassische Beruf des Maklers wird in den nächsten Jahren – bedingt durch neue Technologien und einer völlig veränderten Kundengeneration – einen sukzessiven Umbruch erleben. Mein Team und ich wollen diesen Umbruch mitgestalten – weg von klassischer Finanzberatung, hin zu einem hochdigitalen Finanz-Coaching.

Drehen wir den Uhrzeiger ein wenig zurück. Wie haben Sie die ersten Tage und Wochen in der Selbstständigkeit erlebt? Und erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Kundengespräch?

Die ersten Wochen der Selbstständigkeit waren für mich eine Zeit von unglaublicher Motivation und Aufbruchstimmung. Mein erstes Kundengespräch hatte ich bereits 2015 in einem Finanzvertrieb – ich erinnere mich daran, dass ich wahnsinnig aufgeregt war. Das Gespräch selbst ging über drei persönliche Termine und der Kunde war als Mathematiker nicht gerade unanspruchsvoll.

Sie bieten auf Ihrer Homepage „Finanzberatung nach wissenschaftlichen Standards“. Was bedeutet das konkret?

Wir vertreten einen strikt wissenschaftlichen Beratungs- und Coaching-Ansatz, der ausschließlich auf Erkenntnissen der modernen Kapitalmarktforschung fußt – abseits von Trends und Versprechungen der Industrie. Unsere Anlage- und Portfoliostrategien basieren auf den Ergebnissen von über 50 Jahren Forschung und Evidenz, prämiert durch mehrere Nobelpreise. Die primäre Aufgabe eines Königswege-Beraters ist es, diese Forschung in eine für unsere Kunden verständliche Sprache zu übersetzen. Das versuchen wir abseits von Provisions- und Geldinteresse – deshalb setzen wir bei Anlageberatungen auch auf eine freie und transparente Honorarberatung.

Die Branche ist, wie Sie bereits sagten, im Umbruch. Die Digitalisierung hält auch im klassischen Vertrieb Einzug. Wie reagieren Sie auf diese Entwicklungen?

Indem wir schon heute ausschließlich auf Partner setzen, die das Thema Digitalisierung wirklich verstanden haben und wir uns täglich mit den wichtigsten Technologien auseinandersetzen. In über zwei Jahren Research haben wir mehr als 200 Transaktions-Dienstleister überprüft und uns ein Netzwerk aus den verschiedensten Partnern aufgebaut. Dadurch schaffen wir es, die neuesten verfügbaren Technologien wie Blockchain oder Künstliche Intelligenz schon heute in unserem Beratungsalltag einzusetzen.

Sie sind Finalist des Jungmakler Awards 2019 und haben sich damit schon gegen zahlreiche Wettbewerber durchgesetzt. Was werten Sie selbst als Ihre Stärken?

Einen breiten Marktüberblick in den verschiedensten Segmenten: branchenrelevante Technologien, (Fiskal-)Politik, komplexe Produktkonstruktionen, Kapitalmarktforschungsergebnisse, Verhaltenspsychologie, Sales Funnel-Techniken, Steuergesetze und und und. Um sich in all diesen Feldern einen Überblick zu verschaffen, betreibe ich täglich mehrere Stunden intensives Research und beschäftige mich interdisziplinär mit allen Teilbereichen.

Wie bauen Sie sich als Jungunternehmer Ihren Kundenstamm auf?

Wir nutzen eine selbstentwickelte Strategie, die es uns erlaubt klassisches Networking mit Performance-Marketing zu vereinen. Hier nutzen wir unter anderem auch Erkenntnisse der Verhaltenspsychologie und klassisches Empfehlungsmarketing – selbstredend hochdigitalisiert.

Welche Unterstützung wünschen Sie sich von Seiten der Produktgeber?

Die Produktgeber müssen endlich anfangen, auf die anstehenden Veränderungen der Industry 4.0 zu reagieren: Digitale Signaturen, Online-Beratungen, webbasierte Clients – das alles ist heute Standard und keine Innovation mehr. Trotzdem gibt es noch immer Gesellschaften, die sich bis heute den Technologien verweigern. Hier sind die internen Entscheidungswege oft zu lang. Ein klarer Abbau von Bürokratie, Prozessoptimierung und Geschwindigkeit – das sind die Stichworte, auf die ein Produktgeber heute den größten Wert legen sollte. Außerdem an dieser Stelle vielleicht noch ein kleiner Aufruf an alle Produktgeber, die aktuell immer noch ohne Honorartarife in den entsprechenden Sparten fungieren: Es wird Zeit, dass hier deutlich nachgebessert wird!

Warum haben Sie sich beim Jungmakler Award beworben? Und was hat Ihnen die Bewerbung unabhängig von der Platzierung gebracht?

Die Bewerbung war tatsächlich reiner Zufall. Die Teilnahme selbst hat mir sehr viel gebracht – ob Netzwerkerweiterung, neue Ideen oder Konzeptionelles: Ich kann jedem Jungmakler eine Bewerbung ausdrücklich empfehlen.

Herr Kocher, bitte ergänzen Sie die nachfolgenden Sätze kurz:
Kundenorientierung bedeutet für mich, dass …

... auf die Ziele und Wünsche des Kunden transparent, nach Erkenntnissen moderner Forschung und provisionsunabhängig von Produkten, eingegangen wird.

Die größte berufliche Herausforderung sehe ich darin, dass ...

... neue Technologien und politische Einflüsse den Markt extrem verändern werden.

Wäre ich nicht Makler geworden, würde ich heute …

... als Physiker versuchen mit der Erforschung und Entwicklung neuer Technologien den Klimawandel aufzuhalten.

Lesen Sie hierzu auch: Das sind die Gewinner des Jungmakler Awards 2019


Nicolas Kocher Nicolas Kocher





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