Sorry, you need to enable JavaScript to visit this website.
AssCompact suche
Home
Sachwerte
7. September 2020
Kehrtwende: Xetra-Gold soll doch steuerfrei bleiben

Kehrtwende: Xetra-Gold soll doch steuerfrei bleiben

Gold steht im Krisenjahr 2020 gerade bei den Deutschen so hoch im Kurs wie nie zuvor. Das gilt für physisches Gold genauso wie für sogenanntes Papiergold wie etwa Xetra-Gold. Letzteres sollte eigentlich ab 2021 versteuert werden. Die Bundesregierung hat diesbezüglich nun aber eine Kehrtwende hingelegt.

Gold feiert 2020 ein beeindruckendes Comeback bei den Anlegern. Zeitweise kamen Goldhändler sogar mit der Auslieferung des Edelmetalls nicht hinterher. Und auch der Goldpreis hat in diesem Jahr neue Höhen erreicht. Noch stärker als physisches Gold boomt Papiergold wie etwa Xetra-Gold der Deutschen Börse. Dieser Boom drohte allerdings ausgebremst zu werden. Das Bundesfinanzministerium plante in einem ersten Entwurf des Jahressteuergesetzes 2020 eine Besteuerung des sogenannten Papiergolds.

Gewinner nach einem Jahr steuerfrei

Bisher sind Gewinne aus dem Verkauf von Gold-ETFs genau wie beim Verkauf von Goldbarren abgeltungssteuerfrei – zumindest wenn die Papiere länger als ein Jahr gehalten wurden. Ab 2021 sollte das Geschichte sein und die Gewinne aus der Veräußerung von Goldpapieren auch bei einer Haltedauer von mehr als einem Jahr der Kapitalertragsteuer und dem Solidaritätszuschlag sowie gegebenenfalls der Kirchensteuer unterliegen.

In neuem Gesetzentwurf gestrichen

Die Bundesregierung hat nun aber einen Rückzieher gemacht. Demnach können börsengehandelte Goldpapiere wie Xetra-Gold oder Euwax Gold II auch ab 2021 nach Ablauf der Spekulations- und Haltefrist von zwölf Monaten steuerfrei verkauft werden. Die entsprechende Passage wurde im neuen Entwurf des Jahressteuergesetzes 2020 gestrichen.

Durch die Union rausverhandelt

Wie das manager magazin berichtet, hat sich vor allem die Union dafür stark gemacht, dass Gewinne aus Verkäufen von börsengehandelten Goldpapieren steuerfrei bleiben. Kritiker der Besteuerung befürchteten, dass dadurch insbesondere Privatanlegern eine günstige und transparente Möglichkeit genommen werde, um in Gold zu investieren. Diese wären dann zum Kauf von Barren oder Münzen gedrängt worden. Das hätte die Nachfrage bei Edelmetallhändlern durch drohende massive Verkäufe bis Jahresende zusätzlich angeheizt. Schließlich stecken allein in Xetra-Gold derzeit rund 12 Mrd. Euro.

Lesen Sie auch: Gold: Zwischen Kaufrausch, Rekordjagd und neuen Steuerplänen

Bild: © magele-picture