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19. August 2026
Kfz-Versicherer wieder profitabel, doch die Erholung bleibt fragil
Kfz-Versicherer wieder profitabel, doch die Erholung bleibt fragil

Kfz-Versicherer wieder profitabel, doch die Erholung bleibt fragil

Höhere Prämien und ein günstigerer Schadenverlauf haben die Kfz-Versicherer 2025 zurück in die Gewinnzone gebracht. Auch für die Kunden gibt es Entspannung: Die Prämien haben sich stabilisiert. Doch die Erholung bleibt fragil. Und die Schadenteuerung setzt die Branche weiter unter Druck.

Nach mehreren verlustreichen Jahren kehrt die Kfz-Versicherung in die Gewinnzone zurück. Mit einer endabgewickelten Schadenkostenquote von 95,2% für das Jahr 2025 zeigt sich die Entwicklung positiver als noch vor Kurzem erwartet. Manche Experten hatten den Turnaround erst für 2027 prognostiziert.

Günstiger Schadenverlauf hilft Versicherern

„2025 war für die Kfz-Versicherung ein Jahr der Erholung. Die deutlichen Beitragsanpassungen haben Wirkung gezeigt und wurden durch einen günstigen Schadenverlauf unterstützt“, sagt Ralf Assenmacher, leitender Berater bei MSK und Experte für Reservierung. Insbesondere die Belastungen durch Hagel und andere Elementarschäden seien 2025 deutlich geringer ausgefallen als in den Vorjahren. Doch auch abseits der Naturgefahren gab es positive Signale. So entwickelten sich die Schadenhäufigkeiten leicht rückläufig. Allerdings zeige sich bei der Betrachtung der einzelnen Versicherer ein heterogenes Bild, so die Expertise von MSK. Während viele Unternehmen den Sprung zurück in die schwarzen Zahlen geschafft haben, kämpfen andere weiterhin mit einer Schadenkostenquote von mehr als 100% und schreiben damit nach wie vor rote Zahlen.

Versicherungsprämien stabilisieren sich

Insgesamt gibt es aber eine Entspannung, und diese macht sich auch bei den Versicherungsprämien bemerkbar. Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox ist die Zeit der stark steigenden Kfz-Versicherungsbeiträge vorerst vorbei. So ist die Kfz-Haftpflichtversicherung aktuell 3% günstiger als im Vorjahr. Über alle Kfz-Versicherungsarten hinweg haben sich die Preise weitgehend stabilisiert und liegen mit einem Plus von 1,3% nur noch marginal über dem Vorjahresniveau.

Auch in der als Sorgenkind geltenden Vollkaskoversicherung fällt der Anstieg mit 2,5% vergleichsweise moderat aus. Bei der Teilkasko haben die Preise mit einem Plus von lediglich 0,1% nahezu ein Plateau erreicht. Die Zahlen basieren auf dem Kfz-Versicherungsindex von Verivox. In die Auswertung flossen anonymisiert die Nutzerberechnungen bei Verivox vom 01. bis zum 30.06.2026 sowie für den gleichen Zeitraum 2025 und 2022 ein.

„Für die Kfz-Versicherer war der Sanierungskurs der letzten Jahre erfolgreich“, sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. Gleichzeitig warnt er davor, die aktuelle Entwicklung als dauerhafte Entwarnung zu verstehen. Er geht davon aus, dass die Schadenteuerung weiter anhält. Damit könnte auch die derzeitige Preisstabilität wieder ins Wanken geraten.

Ergebnispuffer dürfte 2026 schrumpfen

Bleibt die Frage, ob und wie sich die Erholung fortsetzt. Für 2026 rechnet MSK mit einer Schadenkostenquote von 96,3% für den Kfz-Markt. Damit dürften sowohl die Haftpflichtversicherung mit 95,2% als auch die Kaskoversicherung mit 97,6% profitabel bleiben.

Die Prognose stützt sich dabei auf mehrere Faktoren. So dürfte sich die Belastung durch Elementarschäden wieder auf ein normaleres Niveau einpendeln. Gleichzeitig rechnet auch MSK weiterhin mit einer hohen und gegenüber dem Vorjahr vergleichbaren Schadeninflation. Um diese Belastungen aufzufangen, dürften die Beiträge weiter steigen: Im Durchschnitt erwartet das Beratungsunternehmen ein Plus von 5,2% in der Haftpflicht und 7,0% in der Kasko. Die Branche kann damit auch 2026 auf höhere Einnahmen setzen. Der Kostendruck bleibt jedoch spürbar. Entsprechend dürfte der Ergebnispuffer der Versicherer wieder kleiner werden.

MSK baut Kfz-Datenpool auf

Im Rahmen seiner Marktuntersuchung unterstreicht MSK zudem die Bedeutung aktueller Marktdaten. Das Beratungsunternehmen baut deshalb einen Kfz-Datenpool für den deutschen Markt auf. Dieser soll die Schadenentwicklung der teilnehmenden Versicherer monatlich mit der Entwicklung des Gesamtmarktes vergleichen.

Damit sollen Veränderungen bei Schadenhäufigkeiten, Schadenhöhen und Schadenteuerung zeitnah sichtbar werden. Für die Versicherer könnte ein solcher Datenabgleich helfen, Entwicklungen im Schadenverlauf früher zu erkennen und ihre Kalkulation entsprechend anzupassen. (bh)

 

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