Bis zur nächsten Wechselzeit in der Kfz-Versicherung ist noch etwas hin. In der Zwischenzeit lohnt sich aber ein Blick auf einige Kennzahlen aus dem Maklermarkt, die die AssCompact AWARD-Studie „Private Kfz- & Flottenversicherung“ liefert, insbesondere mit Blick auf die Wechselquoten im Bestand.
Höhere Wechselquoten im Privatkundensegment
Demnach liegt die durchschnittliche Wechselquote im Privatkundensegment bei 21,5%, der Median bei 15%. Das bedeutet: Bei der Hälfte der befragten Makler liegt die Quote über diesem Wert, bei der anderen darunter. Im Flottengeschäft zeigt sich hingegen ein deutlich ruhigeres Bild mit spürbar geringeren Wechselraten.
Preisanstieg beeinflusst Verhalten nur teilweise
Vor dem Hintergrund der Beitragsentwicklung der vergangenen Jahre stellt sich die Frage, ob steigende Prämien die Wechselbereitschaft zusätzlich anheizen. Das Bild ist differenziert: 18% der Makler beobachten eine erhöhte Wechselneigung ihrer Kunden hin zu einem anderen Wechsel infolge gestiegener Preise. 30% sagen, dies sei teils/teils der Fall. Deutlich stärker wirken sich die Prämienanpassungen jedoch an anderer Stelle aus. So berichten rund 53% der Befragten, dass Kunden ihren Versicherungsumfang reduziert haben, um Beiträge zu sparen.
Restriktiveres Verhalten der Versicherer
Parallel dazu verschärfen viele Versicherer ihr Zeichnungs- und Rabattverhalten. Knapp ein Drittel der Makler bestätigt, dass die Entwicklungen der vergangenen Jahre mit restriktiveren Annahmerichtlinien und zurückhaltenderen Nachlässen einhergehen. Für die Beratung bedeutet das eine zusätzliche Herausforderung: Einerseits steigt der Kostendruck auf Kundenseite, andererseits werden Spielräume auf Versichererseite enger. Von den gestiegenen Prämien profitieren Makler hingegen nur begrenzt. Lediglich 16% geben an, dass sich die Entwicklung positiv auf ihre Courtagezahlungen ausgewirkt hat.
Gedämpfte Erwartungen bei Courtagen und Preisen
Mit Blick auf die weitere Preisentwicklung zeigen sich die Versicherungsmakler insgesamt zuversichtlich. Der überwiegende Teil geht davon aus, dass größere Beitragssprünge für nächstes Jahr ausbleiben. Allgemein geht man von einer Stabilisierung der Preise aus. Auch auf Versichererseite mehren sich entsprechende Signale: Einige Marktteilnehmer rechnen damit, bereits 2027 wieder in die Gewinnzone zurückzukehren. Diese könnte dann den Druck auf weitere Prämienerhöhungen mindern. (bh)
Informationen zur Studie
Die Online-Befragung zur Studie „AssCompact AWARD – Private Kfz- & Flottenversicherung 2026“ wurde vom 03.02.2026 bis 15.02.2026 durchgeführt. Nach einer Qualitätsprüfung flossen die Stimmen von 275 Vermittlerinnen und Vermittlern aus der Finanz- und Versicherungsbranche in die Stichprobe ein, die ein sehr gutes Abbild der Assekuranz- und Finanzvermittlerinnen und -vermittler hinsichtlich der Alters- und Geschlechtsstruktur darstellt. Die Studie kann zum Einzelpreis von 2.500 Euro zzgl. MwSt. erworben werden. Weitere Informationen entnehmen Sie dem Studienflyer.
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