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20. März 2026
KI-Klon des Maklers: Wo digitale Doppelgänger eingesetzt werden
KI-Klon des Maklers: Wo digitale Doppelgänger eingesetzt werden

KI-Klon des Maklers: Wo digitale Doppelgänger eingesetzt werden

Leona Spauszus ist Trainerin und Speakerin für künstliche Intelligenz im Versicherungsvertrieb. Als KI-Pionierin zeigt sie, wie KI den Arbeitsalltag von Vermittlern und Führungskräften im Vertrieb effizienter macht. Für AssCompact gibt sie in ihrer monatlichen KI-Kolumne praxisnahe KI-Tipps speziell für Makler.

Ein großer Teil der Kommunikation im Maklerbüro findet schriftlich statt. Angebotsmails, Rückfragen, Weiterleitungen oder Anträge gehören zum Alltag. Künstliche Intelligenz ist hier längst im Einsatz. KI formuliert Texte vor, Makler prüfen, passen an und versenden. Für Kunden ist dabei kaum erkennbar, dass der Text nicht direkt vom Makler selbst stammt. Damit ist der erste Schritt in Richtung eines digitalen KI-Klons bereits Realität.

Wenn Fotos vom Makler entstehen, die nie geschossen wurden

Auf Basis vorhandener Fotos lassen sich heute realistische neue Bilder erzeugen. Der Makler erscheint in einem Büro, im Kundengespräch oder auf Veranstaltungen, die so nie stattgefunden haben. Erste Makler nutzen solche KI-Bilder bereits für Social Media, Präsentationen oder Webseiten. Der Vorteil liegt auf der Hand: maximale Sichtbarkeit ohne zeitaufwendige Fotoshootings.

KI-Avatare: Wenn der digitale Doppelgänger spricht

Noch einen Schritt weiter gehen KI-Avatare. Dabei handelt es sich um sich bewegende digitale Abbilder, die aussehen und sprechen wie der Makler. Mit diesen KI-Avataren können Social-Media-, Erklär- oder Begrüßungsvideos erstellt werden. Und das in nur wenigen Minuten. Die Technologie wird immer besser, und für den Kunden wirkt es so, als würde der Makler selbst sprechen. Stimme, Tonfall und Erscheinung sind vertraut. Tatsächlich steht der Makler jedoch nicht vor der Kamera.

Wenn KI-Avatare mit Versicherungswissen antworten

KI-Avatare können inzwischen mehr als vorgefertigte Inhalte abspielen. Sie lassen sich mit Versicherungswissen hinterlegen. Dazu zählen Produktinformationen, Prozessbeschreibungen oder häufige Kundenfragen. Der Support-Avatar antwortet im Stil des Maklers und greift auf hinterlegte Inhalte zurück. Eine individuelle Beratung findet dabei nicht statt, wohl aber eine erste Orientierung und Einordnung.

Deepfakes: Wenn die eigene Identität missbraucht wird

Der Begriff Deepfake bezeichnet täuschend echte, KI-manipulierte Medieninhalte. Problematisch wird es vor allem dann, wenn reale Personen ohne ihr Wissen oder ihre Einwilligung eingesetzt werden und so Identität oder Vertrauen missbraucht werden. Die Technologien zur Erzeugung realistischer Inhalte haben demnach auch eine zweite Seite. Deepfakes können Aussagen suggerieren, die nie getätigt wurden, oder gezielt Vertrauen missbrauchen.

Transparenz wird zur Pflicht

Mit dem EU AI Act wird Transparenz verbindlich. Artikel 50 führt Kennzeichnungs- und Transparenzpflichten für bestimmte KI-Systeme ein. Dazu zählen unter anderem Chatbots, KI-Avatare und realistisch wirkende synthetische Inhalte. Nutzer müssen erkennen können, ob sie mit einem Menschen oder mit einem KI-System interagieren.

Eine versteckte oder missverständliche Nutzung kann rechtliche Risiken nach sich ziehen und vor allem Vertrauen beschädigen. Transparenz ist damit nicht nur eine regulatorische Vorgabe, sondern auch ein strategischer Faktor für Glaubwürdigkeit im Kundenkontakt. Wer KI offen einsetzt und eindeutig kennzeichnet, positioniert sich als moderner und verantwortungsvoller Makler.

Zwischen Effizienz, Ethik und Ehrlichkeit

In großen Unternehmen führen KI-Avatare bereits Bewerbungsgespräche. Die Prozesse sind effizient, doch Bewerber berichten von Unbehagen, wenn eine KI anstelle eines Menschen über ihren Lebenslauf spricht. Diese Reaktion ist aufschlussreich für Makler. Denn auch in der Versicherungsberatung wird der Kundenkontakt zunehmend mit KI vermischt. ChatGPT, Gemini und Co. formulieren bereits Texte, KI-Avatare oder synthetische Stimmen kommen immer mehr zum Einsatz. Der Effizienzgewinn ist real. Zeitliche Entlastung, mehr Präsenz, schnellere Reaktionen. Gleichzeitig berührt der Einsatz zentrale Werte der Branche: Vertrauen, persönliche Beziehung, Glaubwürdigkeit. Ob Kunden KI-gestützte Kommunikation als modernen Service empfinden oder als Distanz, lässt sich nicht vorhersagen. Akzeptanz entsteht durch Transparenz, das richtige Maß und vor allem durch Zeit.

KI-Tools für den eigenen KI-Doppelgänger

Im KI-Starterpaket erfahren Makler, mit welchen KI-Tools und welchen Prompts (KI-Befehlen) sie ihren digitalen KI-Klon erzeugen können, um Zeit und Kosten bei ihrem Online-Auftritt zu sparen. Dies kommt besonders Maklern entgegen, die ihre Sichtbarkeit ausbauen möchten, ohne selbst regelmäßig vor der Kamera zu stehen. Mehr Infos zum Starterpaket gibt es unter ki-starterpaket.asscompact.de.

Lesen Sie auch: Warum Makler mit nur einem KI-Modell Potenzial verschenken

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