Künstliche Intelligenz etabliert sich zunehmend als praktisches Instrument zur Finanzplanung. Zu diesem Fazit kommt eine Studie der Neobank bunq, für die Erwachsene in Großbritannien, den USA, Frankreich, Deutschland, Spanien, den Niederlanden und Irland im Februar 2026 befragt wurden. Den Ergebnissen zufolge haben sechs von zehn Deutschen KI bereits eingesetzt, um eine finanzielle Entscheidung zu treffen. Das liegt noch über dem europäischen Durchschnitt von 56% und deutlich vor den US-amerikanischen Umfragteilnehmern, von denen nur 37% die Technologie verwendet haben. Den Experten von bunq zufolge laute die Frage für Finanzinstitute also nicht mehr, ob Kunden diese Tools nutzen werden, sondern wie schnell Banken sie in großem Maßstab bereitstellen könnten.
KI wird immer mehr zum Hilfsmittel bei der Finanzplanung
Wie die Untersuchung bestätigt, entwickelt sich KI immer mehr zum praktischen Werkzeug bei der Finanzplanung, zumal Anwender auf Sicherheit und Genauigkeit setzen. So nutzen 29% der Verbraucher hierzulande KI bei der Finanzplanung, um Gebühren, Überziehungen und Doppelzahlungen zu vermeiden. 26% meinen, dass KI sie vor Betrug schützt. 22% der Befragten greifen auf künstliche Intelligenz zurück, um ihr Vermögen zu vermehren.
Skepsis bleibt
Dennoch ist der Studie zufolge weiterhin eine merkliche Skepsis vorhanden. So haben 27% der Deutschen überhaupt kein Vertrauen in KI, wenn es um Bankangelegenheiten geht. 29% würden dabei der KI mehr vertrauen, wenn sie Informationen über ihre finanzielle Situation hätte. 36% der Anwender sorgen sich wegen Fehlinformationen durch KI.
Was die konkreten Tools betrifft, vertrauen 51% der Deutschen dem Chatbot ihrer Bank mehr als allgemeinen KI-Modellen wie ChatGPT. Dieses Vertrauen werde laut bunq zusätzlich durch die Tatsache gestärkt, dass 70% der Befragten der Ansicht sind, KI-Sicherheitsmaßnahmen könnten ihrer Bank helfen, sie effektiver vor Betrug zu schützen.
Ausblick: Deutschland KI-offenster der befragten Märkte
57% der befragten Verbraucher in Deutschland können sich vorstellen, KI in den nächsten zwei bis drei Jahren verstärkt für Geldangelegenheiten einzusetzen. Damit stellt Deutschland neben den Niederlanden (57%) und knapp hinter Spanien (60%) einen der KI-offensten der befragten Märkte dar. 46% fühlen sich mit KI als Assistenten für allgemeine Finanzfragen wohl. 47% sind bereit für künstliche Intelligenz als Berater, der personalisierte Empfehlungen gibt, während der Nutzer die endgültige Entscheidungsgewalt behält.
KI längst Stütze bei finanziellen Entscheidungen
„KI ist bereits heute ein fester Bestandteil unseres Lebens und oft Teil der Entscheidungsfindung bei vielen Menschen. Auch bei finanziellen Entscheidungen gehört KI als Stütze schon dazu“, erklärt Joe Wilson, Chief Evangelist bei bunq. Die Menschen würden von ihrer Bank erwarten, dass sie mit dem globalen Tempo Schritt hält und erstklassige Tools bereitstellt, die ihnen helfen, bei Geldangelegenheiten den Überblick zu bewahren und ihre Finanzen zu verwalten. „Es geht nicht darum, dass die KI das Geld eigenständig für die Menschen verwaltet, sondern darum, sie so zu befähigen, dass es zu ihrem Lebensstil passt“, so Wilson weiter. Die Chance für Banken in der Nutzung von KI bestehe darin, das menschliche Urteilsvermögen zu unterstützen, statt es zu ersetzen. (tik)
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