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Kreditversicherer erwarten 2021 starken Anstieg der Insolvenzen
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Kreditversicherer erwarten 2021 starken Anstieg der Insolvenzen

Der GDV hat aktuelle Zahlen zur Kreditversicherung in Deutschland vorgestellt. Demnach dürften die Warenkreditversicherer trotz der Corona-Pandemie gut durch 2020 kommen. Die aktuell positiven Zahlen würden aber nicht die tatsächliche Situation der Wirtschaft abbilden. Der Ernst der Lage werde erst 2021 ersichtlich.

Die Deckungssumme und die Beitragseinnahmen der deutschen Kreditversicherer dürften sich im Gesamtjahr 2020 relativ entwickeln. Gleiches gilt für die Zahlungsausfälle. Nach einer Hochrechnung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) müssen die Warenkreditversicherer im Jahr 2020 für Zahlungsausfälle in Höhe von 436 Mio. Euro geradestehen. Das wären nur 1,5% mehr als im Vorjahr. Die Gesamtleistungen dürften im Vergleich zu 2019 sogar um ein Fünftel sinken. Maßgeblich dafür verantwortlich ist ein Minus bei den Kautionen von 45% auf 256 Mio. Euro. Die gesamte Schadenquote dürfte von 61 auf 49% sinken.

Kein Spiegelbild der Lage

Die positiven Zahlen für 2020 spiegeln dem GDV zufolge keineswegs die tatsächliche wirtschaftliche Lage der Unternehmen in Deutschland wider. Vielmehr seien sie das Ergebnis davon, dass die Bundesregierung in der Corona-Pandemie die Insolvenzantragspflicht vorübergehend ausgesetzt und diese Regelung zuletzt bis Ende 2020 verlängert hat.

2021 zeigt sich das wahre Bild

Für 2021 könne zwar keine konkrete Prognose zu den Insolvenzzahlen in Deutschland gegeben werden. Dass sie schnell steigen werden, sei aber klar. „Die deutsche Wirtschaft schiebt seit Monaten eine Welle von Insolvenzen vor sich her. Erst wenn ab Januar sowohl überschuldete als auch zahlungsunfähige Unternehmen wieder einen Insolvenzantrag stellen müssen, werden wir erkennen, wie groß dieser Anstieg ist und welche wirtschaftlichen Verwerfungen die Corona-Pandemie tatsächlich angerichtet hat“, sagt Thomas Langen, Vorsitzender der Kommission Kreditversicherung im GDV beim Jahresmediengespräch der Kreditversicherer.

Mittlerweile mehr Schaden als Nutzen

Die Kreditversicherer befürworten die für Januar vorgesehene Rückkehr zu grundlegenden marktwirtschaftlichen Prinzipien. Insolvenzen seien in einer Marktwirtschaft natürlich und notwendig. „Mittlerweile richtet die ausgesetzte Insolvenzantragspflicht mehr Schaden an als sie nutzt, denn die Unsicherheit im Markt wächst täglich“, meint Langen. Je länger die Insolvenzantragspflicht ausgesetzt sei, desto mehr müssten sich Lieferanten fragen, ob die Geschäftspartner tatsächlich noch solvent und stabil ist oder in Wahrheit längst insolvent und nur der Antrag nicht gestellt werden musste.

Deckungsvolumen bleibt bei mehr als 400 Mrd. Euro

Um die Schäden der erwarteten Insolvenzen für im Kern gesunden Unternehmen zu begrenzen, haben Kreditversicherer und Bundesregierung im April 2020 einen Schutzschirm für die Lieferketten der deutschen Wirtschaft gespannt – und diese zuletzt bis Mitte 2021 verlängert. Im Gegenzug für eine Garantie des Bundes in Höhe von 30 Mrd. Euro halten die Kreditversicherer trotz der gestiegenen Risiken ihre Deckungszusagen in Höhe von über 400 Mrd. Euro aufrecht. Ohne Schutzschirm sei eine solche Summe nicht möglich. Zudem beteiligen sich die Versicherer mit 10% an den Schadenzahlungen im Rahmen des Schutzschirms und führen rund 60% ihrer Prämieneinnahmen an den Bund ab.

Erheblicher Beitrag zur Bewältigung der Krise

Die Kreditversicherer leisten dem GDV zufolge mit dem Schutzschirm für die Lieferketten einen erheblichen Beitrag zur Bewältigung der Krise, indem sie das Vertrauen in die wirtschaftliche Stabilität gestärkt wird. Auch das neue Sanierungs- und Insolvenzrecht, das der Bundestag noch in diesem Jahr verabschieden und das Anfang 2021 in Kraft treten soll, dürfe daher nicht zum Auffangnetz für bereits insolvenzreife Unternehmen werden, warnt Langen. Die Versicherer würden ihren Beitrag dazu leisten, indem sie Unternehmen keinen Freifahrtschein ausstellen, sondern die Bonitäten trotz Schutzschirm weiterhin genau prüfen und bewerten. (mh)

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