Die Ausschließlichkeit hat ihre Position als wichtigster Vertriebsweg für Lebensversicherungen 2025 weiter ausgebaut. Ihr Anteil am eingelösten Neugeschäft stieg laut der 27. Studie zur Lebensversicherung des Beratungsunternehmen WTW um ein Prozent auf 36%. Auch der Bankvertrieb legte zu und kam auf 28% (Vorjahr: 26%). Makler und Mehrfachagenten mussten dagegen Marktanteile abgeben: Ihr Anteil sank von 32 auf 29%.
Makler bei laufenden Beiträgen weiter stark
Allerdings lohnt ein differenzierter Blick auf die Entwicklung. Denn beim Neugeschäft mit laufenden Beiträgen konnten Versicherungsmakler zulegen. Das Volumen der Makler und Mehrfachagenten stieg 2025 um 3%. Damit entwickelten sie sich besser als der Bankvertrieb, der 3% weniger Neugeschäft vermittelte. Ausschließlichkeitsvermittler kamen auf ein Plus von 4%.
„Wie schon in den Vorjahren hängen die Veränderungen der Vertriebswegeanteile stark vom eingelösten Neugeschäft mit Einmalbeiträgen ab,“ sagt Henning Maaß, Senior Director Insurance Management Consulting bei WTW in Deutschland. Fast alle Versicherer verzeichneten 2025 Zuwächse bei den Einmalbeiträgen, auch wenn sich der Hauptteil dieses Geschäfts auf wenige Lebensversicherer verteilt.
Die Einmalbeiträge legten insgesamt um 23% bzw. 4,3 Mrd. Euro zu. Besonders stark profitierten davon die Ausschließlichkeit und Banken. Erstere verbuchten ein Plus von 1,6 Mrd. Euro. Der Bankvertrieb steigerte seinen Anteil am Einmalbeitragsgeschäft auf 45%. Makler und Mehrfachagenten kamen dagegen nur noch auf 12% nach 17% im Vorjahr.
Versicherungsmakler und Mehrfachagenten bleiben dagegen führender Vertriebsweg bei den laufenden Beiträgen. „Mit durchschnittlich 4,5% pro Jahr zeigen sie zudem die höchste Wachstumsrate über die letzten sieben Jahre auf“, erklärt Maaß.
Banken unter Druck bei Restkreditversicherungen
Deutliche Auswirkungen hatte 2025 zudem die seit Jahresbeginn geltende einwöchige Wartefrist für Restkreditversicherungen bei Verbraucherkrediten. Das Geschäft der Banken mit entsprechenden Einmalbeiträgen brach um 650 Millionen Euro ein. Ihr Anteil am Einmalbeitragsgeschäft mit Restkreditversicherungen sank damit auf nur noch 3%. Gleichzeitig konnten die Banken 3,2 Mrd. Euro an Einmalbeiträgen in der privaten Altersvorsorge vermitteln. (bh)
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