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Möglichkeiten alternativer Vergütungen für Versicherungsmakler
11. September 2019

Möglichkeiten alternativer Vergütungen für Versicherungsmakler

Ob nun wirtschaftliches Interesse oder Kundenwunsch – Versicherungsmakler denken immer häufiger über das Einführen von Honoraren nach. Uneinigkeit herrscht dabei immer wieder darüber, was erlaubt ist und was nicht. Philipp Bauer LL.M. und Norman Wirth von der Kanzlei Wirth Rechtsanwälte beziehen eine klare Position und erklären, worauf es bei alternativen Vergütungsformen ankommt.

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Ob nun wirtschaftliches Interesse oder Kundenwunsch – Versicherungsmakler denken immer häufiger über das Einführen von Honoraren nach. Uneinigkeit herrscht dabei immer wieder darüber, was erlaubt ist und was nicht. Philipp Bauer LL.M. und Norman Wirth von der Kanzlei Wirth Rechtsanwälte beziehen eine klare Position und erklären, worauf es bei alternativen Vergütungsformen ankommt.


Möglichkeiten alternativer Vergütungen für Versicherungsmakler
Die Betreuungsvergütung

Nachdem nun im ersten Teil festgestellt wurde, dass sich der Versicherungsmakler neben den Abschlussprovisionen ein zusätzliches Abschlusshonorar vom Kunden versprechen lassen kann, stellt sich weiter die Frage, ob auch für Betreuungsleistungen nach § 1a Abs. 1 Nr. 4 VVG in Verbindung mit § 59 Abs. 1 VVG, für die der Versicherungsmakler bereits Betreuungsprovisionen erhält, ein zusätzliches Betreuungshonorar mit dem Kunden vereinbart werden kann.

Gibt es eine Beschränkung für Zusatzvergütungen?

Teilweise wird die Ansicht vertreten, dass dies nicht möglich ist, da diese Betreuungsleistungen als Hauptleistungen des Maklervertrags bereits mit Betreuungsprovisionen abgegolten seien. Diese restriktive Ansicht kann jedoch letztlich nicht überzeugen. So ergibt sich auch hinsichtlich der Betreuungsprovisionen aus dem Gesetz jedenfalls keine Beschränkung dahingehend, dass der Makler hierfür keine zusätzliche Vergütung vom Kunden verlangen könne. Wenn der Versicherungsmakler schon für die Vermittlung vom Kunden ein zusätzliches Honorar verlangen kann, dann muss dies erst recht für aus der Vermittlung folgende Pflichten des Maklers gelten.

Und wieder geht es um die Transparenz

Jedoch ist auch bei einer Vereinbarung über ein Bestandspflegehonorar besonderes Augenmerk auf die Transparenz gegenüber dem Versicherungsnehmer zu legen. So hat der Versicherungsmakler, wenn er sich vom Kunden ein Bestandspflegehonorar versprechen lässt, analog zu der Offenlegung der Abschlussprovisionen die von ihm erhaltenen Bestandspflegeprovisionen gegenüber dem Kunden offenzulegen. Auch kann der Makler die Erbringung von Betreuungsleistungen nur dann von der Zahlung eines zusätzlichen Honorars abhängig machen, wenn der Makler hierzu bisher nicht auf Grundlage eines besehenden Vertrags verpflichtet ist.

Dass Vermittler sich für Dienstleistungen außerhalb der Maklerpflichten, für die also auch die Zulassung nach § 34d GewO nicht erforderlich ist oder die über die originären Pflichten hinausgehen (zum Beispiel regelmäßiger Hausbesuch, sortieren der Versicherungsunterlagen, Kunden-App), gesondert vergüten lassen dürfen, ist inzwischen weitgehend unstreitig. Was diesbezüglich genau geht und welche Abgrenzungen doch zu beachten sind, sollte Gegenstand anwaltlicher Beratung sein.

Den Artikel lesen Sie auch in der AssCompact 09/2019, Seite 130 f. und in unserem ePaper.

Bild: © New Africa – stock.adobe.com



Kommentare

von Wilfried Strassnig am 11.09.2019 um 10:13 Uhr
Mir wurde von führenden Honorarberatern erklärt das Honorarberatung nicht per se höhere Renditen bedeutet. Weshalb sollte ich dann dem Bürger diese bei einem auch noch reduzierten Angebot anbieten. Dazu kommt der für den Kunden nicht zu unterschätzende Vorteil, dass nur der Makler für das Beste Produkt des Marktes vollumfänglich unbegrenzt haftet. Eine Sicherheit die er bei Honorarberatung nicht erhält. Aus diesem Grund wird der Makler alles tun, um nicht Probleme zu generieren. Besseres für den Kunden gibt es nicht. Das zeigt auch die extrem niedrige Beschwerdequote über Versicherungsvermittler von 0,03% über Versicherungsvermittler. Beamte und Politiker, die bei Ihrer Beamtenversorgung mit 1,7 Billionen EURO im Rückstand sind und sich um dieses Manko incl. aller Medien, nicht im Geringsten kümmern, stolpern von einer Nichtigkeit in die andere. Echte Riesenprobleme werden nicht einmal angedacht. Die Mücke am Auto ist wichtiger, als der Motorschaden.

von Holger Steinige... am 11.09.2019 um 11:48 Uhr
Mit welchen "führenden Honorarberatern" haben Sie den da gesprochen? Freilich ist man nicht per se der bessere Berater, wenn man plötzlich ein Honorar von Kunden nimmt - für den man die Leistung erbringt, anstatt sich weiter von Prämienhöhen und Gesellschaften abhängig zu machen. Sondern es kommt schon darauf an, für den Kunden einen Mehrwert zu erreichen. Und dise gelingt uns seit über 4 Jahren. Ich berate im Sachversicherungsbereich ausschließlich auf Grundlage von Servicegebühren und vermittel dafür in der Hauptsache Nettopolicen. Im BU und RLV Bereic h kann der Kunde selbst entscheiden, ob der den Provisionstarif oder den Honorartarif nimmt und im KV Bereich sind Nettotarife bisher noch selten. Fakt ist aber, das sowohl für den Kunden als auch für mich als Makler die Honorarberatung um vieles lukrativer ist als weiter von Courtage abhängig zu sein und der Kunde dankt es mit einem komplett anderes Verständnis unserer Zusammenarbeit. Mein Fazit: Honorarberatung ist für den Beraten und den Kunden ein Gewinn und wird die Zukunft bestimmen!

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