AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Youtube

Mangelhafte Warnhinweise: vzbv siegt gegen Exporo
11. Februar 2020

Mangelhafte Warnhinweise: vzbv siegt gegen Exporo

Finanzanlagen, bei denen ein Totalverlust möglich ist, müssen dieses Risiko deutlich kennzeichnen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sah das bei zwei Werbespots der Crowdinvesting-Plattform Exporo nicht ausreichend gegeben – und hat vom Landgericht Hamburg nun Recht bekommen.


Finanzanlagen, bei denen ein Totalverlust möglich ist, müssen dieses Risiko deutlich kennzeichnen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sah das bei zwei Werbespots der Crowdinvesting-Plattform Exporo nicht ausreichend gegeben – und hat vom Landgericht Hamburg nun Recht bekommen.

Mangelhafte Warnhinweise: vzbv siegt gegen Exporo

Nachrangdarlehen fallen unter das Regelwerk des Vermögensanlagengesetzes. Das bedeutet, dass bei der Werbung für solche Produkte ein Hinweis auf das mögliche Totalverlustrisiko hervorgehoben werden muss. Der vzbv monierte dies bei zwei Youtube-Werbespots der auf Immobilien spezialisierten Crowdinvesting-Plattform Exporo. Diese beinhalteten zwar einen entsprechenden Hinweis. Den Verbraucherschützern zufolge sei er aber „kaum wahrnehmbar“ gewesen, weshalb sie Klage gegen Exporo einreichten.

Warnhinweis zu kurz und zu klein

Das Landgericht Hamburg hat sich in seinem Urteil, das nun veröffentlicht wurde, auf die Seite des vzbv geschlagen. Den Richtern zufolge muss der Hinweis auf einen möglichen Totalverlust „während der gesamten Dauer des Videos für den Zuschauer deutlich erkennbar“ sein. In den beiden Exporo-Videos sei er jedoch nur für rund zwei Sekunden sichtbar. Darüber hinaus ist er nach Auffassung der Hamburger Richter in einer zu kleinen Schrift verfasst gewesen.

„Kostenlos“-Werbung bleibt zulässig

Exporo errang allerdings auch einen Teilerfolg. So beinhalteten die beanstandeten Werbespots die Aussage „Bei Exporo gibt’s keine Kosten!“. Der vzbv hielt die Aussage für irreführend. Schließlich erhalte Exporo zum Beispiel für das Betreiben der Plattform Provisionen von den Anbietern. Diese würden zumindest indirekt an die Anleger durchgereicht. Diese Auffassung teilte das Landgericht nicht. Die Werbeaussage sei so zu verstehen, dass die Rendite der Anleger nicht durch „weitere Kosten“ gemindert werde. Auf den beworbenen Zinssatz hätten die indirekten Kosten keine Auswirkung.

Landgericht Hamburg, Urteil vom 28.11.2019, Az.: 312 0 279/18

Bild: © vegefox.com – stock.adobe.com




Ähnliche News

Das Mietspiegelrecht soll reformiert werden. Die zuständigen Bundesministerien haben nun entsprechende Referentenentwürfe vorgestellt. Sie sollen Qualität und Rechtssicherheit qualifizierter Mietspiegel erhöhen und enthalten unter anderem eine Auskunftspflicht für Mieter und Vermieter. weiterlesen
Senkt eine mietfrei überlassene Eigentumswohnung die Unterhaltsverpflichtung für gemeinsame Kinder? Dazu musste nun das OLG Frankfurt am Main eine Entscheidung treffen. Ob der Beschluss jedoch Bestand haben wird, steht aktuell noch nicht fest. Der BGH wird sich mit dem Fall beschäftigen müssen. weiterlesen
Unterliegt eine geschiedene Ehefrau, die eine Immobilie von ihrem ehemaligen Schwiegervater erhalten hat, der dreijährigen Kündigungssperre, wenn sie Eigenbedarf anmeldet? Im zugrunde liegenden Fall hatte der BGH zu entscheiden, wie die Beziehung zwischen den geschiedenen Ehepartnern zu bewerten ist. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.