Der deutsche Markt für Wohn- und Geschäftshäuser gewinnt an Dynamik. Dies zeigt der „Marktbericht für Wohn- und Geschäftshäuser Deutschland 2026”, für den Engel & Völkers Research die Entwicklung in 59 Städten beleuchtet hat. 2025 wurden rund 38.000 Transaktionen im Bereich Wohninvestments abgeschlossen, was eine Zunahme von etwa 10% gegenüber dem Vorjahr bedeutet. „Immobilieninvestments sind dank stabiler Rahmendaten wieder planbar und kalkulierbar“, erklärt Till-Fabian Zalewski, CEO von Engel & Völkers D-A-CH. „Diese Chance nutzen derzeit viele Privatanleger. Die steigenden Transaktionszahlen unterstreichen das Potenzial des deutschen Wohn- und Geschäftshausmarktes trotz des weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen und geopolitischen Umfelds.“
Handelsaktivität legt zu
Laut Marktbericht hat die Handelsaktivität seit gut zwei Jahren wieder deutlich an Fahrt aufgenommen, gestützt von stabilen Bauzinsen. Für 2025 rechnet Engel & Völkers Research mit 37.000 bis 39.000 Verkäufen in Deutschland aus. Das entspricht einem Wachstum von rund 10% (zwischen +7 bis 13%). Das Umsatzvolumen liegt im Bereich zwischen 35 und 38 Mrd. Euro (+12 bis 21%). Davon machen die sieben deutschen A-Städte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart fast ein Drittel aus.
Bestandsimmobilien bieten gute Einstiegschancen für Investoren
Den Experten von Engel & Völkers zufolge stellen Bestandsimmobilien für Anleger momentan eine gute Möglichkeit dar, auf einem attraktiven Preisniveau in den Markt einzusteigen. Im vierten Quartal 2025 bewegte sich der durchschnittliche Angebotspreis bei 1.996 Euro pro Quadratmeter. Das bedeutet einen Anstieg von 3,0% im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der Quadratmeterpreis bleibt aber noch deutlich unter dem bisherigen Höchstwert aus dem zweiten Quartal 2022 von 2.113 Euro. Trotz notwendiger Sanierungen bleiben die Investitionsausgaben bei Bestandsimmobilien oft unter dem Niveau von Neubauobjekten, wie es im Bericht heißt. Diese kamen zum Jahresende 2025 auf einen durchschnittlichen Angebotspreis von 4.019 Euro pro Quadratmeter.
A-Städte mit Mietrenditen von rund 4%
Die Mietrendite am Markt für Wohn- und Geschäftshäuser lag 2025 bundesweit mit 5,4% auf dem Niveau des Vorjahres. Im Durchschnitt der A-Städte lag die Rendite im vierten Quartal 2025 bei 4,1% mit Tendenz zu einem leichten Plus. Sie bewegte sich erneut deutlich über den 2,7% t der zehnjährigen Bundesanleihen.
Steigende Mieten würden die Renditen laut Engel & Völkers Research bundesweit stützen: Für Bestandswohnungen belaufen sich die Angebotsmieten im Schnitt auf 10,42 Euro pro Quadratmeter, was einem Plus von 4,1% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für Neubauwohnungen liegen die Angebotsmieten bei 15,43 Euro pro Quadratmeter, also 3,5% höher als im Vorjahr.
Private Anleger sehr aktiv, institutionelle noch zurückhaltend
Institutionelle Investoren sind laut Bericht noch nicht wieder gänzlich aktiv auf dem deutschen Markt. Dafür legen private und semiprofessionelle Anleger ein hohes Engagement an den Tag. „Sie profitieren vom verminderten Wettbewerbsdruck und nutzen das vorteilhafte Zeitfenster“, heißt es von Engel & Völkers. Berlin bildet allerdings die Ausnahme: In der Bundeshauptstadt sind institutionelle Investoren am Markt für Wohn- und Geschäftshäuser schon wieder stark vertreten.
Perspektiven am Investmentmarkt
Engel & Völkers Research geht für den weiteren Jahresverlauf 2026 von Bauzinsen um die 4% aus. „Der Markt für Wohninvestments sendet mit guten Fundamentaldaten, soliden Renditen und einer wachsenden Nachfrage positive Signale“, fasst Till-Fabian Zalewski zusammen. Besonders der Bestand an Wohn- und Geschäftshäusern biete Anlegern die Möglichkeit, aussichtsreiche Value-Add-Strategien umzusetzen. Das Transaktionsvolumen werde sich im Laufe von 2026 erneut moderat erhöhen. Auf längere Sicht zieht voraussichtlich auch das derzeit schwache Neubausegment wieder an. „Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohn- und Geschäftshäuser ist 2025 um rund 12% gestiegen”, so Zalewski. „Das wird sich ab den Jahren 2027/2028 zumindest in begrenztem Umfang am Markt bemerkbar machen.“ Auch Impulse der Regierung wie die EH-55-Förderung seien positive Nachrichten für den Neubaumarkt. (tik)
Weitere Informationen sowie den Download zum Marktbericht gibt es unter engelvoelkers.com. (tik)
Lesen Sie auch:
- Anmelden, um Kommentare verfassen zu können