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27. Mai 2021
Mietpreisbremse seit Einführung weitestgehend verpufft
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Mietpreisbremse seit Einführung weitestgehend verpufft

2015 wurde in Deutschland die Mietpreisbremse eingeführt. Die Mietrallye konnte sie seither aber nicht stoppen. Im Gegenteil: In den betroffenen Städten sind die Mieten laut einer aktuellen Analyse seit Einführung der Mietpreisbremse sogar um bis zu 51% gestiegen.

Eine Analyse von immowelt zeigt, wie sich die Angebotsmieten in 39 Großstädten in den sechs Jahren nach Einführung der Mietpreisbremse verändert haben. Demnach sind die Mieten in allen untersuchten Städten seit der Einführung deutlich teurer geworden. Zudem sind sie auch deutlich stärker gestiegen als die Inflation. Letztere lag seit 2015 bei lediglich 8%. Bei den Mietpreisen gab es hingegen in allen Städten zweistellige Anstiege. 29 Großstädte weisen sogar ein Plus von 20% und mehr auf.

Plus 51% in Berlin

Den stärksten Anstieg weist Berlin auf. In den sechs Jahren des Bestehens der Mietpreisbremse kletterten die Angebotsmieten um 51%. Im Jahr 2015 wurden in der Hauptstadt für den Quadradmeter im Median noch 8,50 Euro verlangt. Mittlerweile liegt der Preis bei 12,80 Euro. Auf den großen Anstieg hat der Berliner Senat zuletzt mit einem weiteren Instrument, dem Mietendeckel, reagiert. Dieser wurde aber nach einem Jahr vom Verfassungsgericht gekippt. Eine immowelt-Prognose rechnet in der Folge der Entscheidung mit einem Plus von 11% bis Jahresende für Wohnungen, die vom Mietendeckel betroffen sind.

Mietpreisbremse ein falsches Instrument

„Die Mietpreisbremse ist nicht das richtige Instrument, um angespannte Immobilienmärkte in den Griff zu bekommen. Die Mieten steigen hingegen sogar weiter“, sagt Prof. Dr. Cai-Nicolas Ziegler. „Die einzige Möglichkeit, um nachhaltig ein stabiles Mietniveau zu bekommen, ist bauen. Besonders im preisgebundenen Segment ist die Politik gefragt, Lösungen für Geringverdiener zu schaffen.“

Auch die teuersten Städte verbuchten große Anstiege

In den teuersten deutschen Städten hat die Mietpreisbremse ebenfalls zu keiner Entlastung geführt. In München haben sich die Mieten seit der Gesetzeseinführung von 14,50 auf 19,20 Euro/m2 verteuert. Das entsprach einem Plus von 32%. Damit konnte sich München preislich noch weiter von Frankfurt (+19%; 14,40 Euro) und Stuttgart (+28%; 13,90 Euro) absetzen. Gleiches gilt für Hamburg (+18%;12,50 Euro) und Köln (+21%; 12,00 Euro).

Kein reines Metropolphänomen

Neben den großen Ballungsgebieten sind besonders kleinere Städte mit starker Wirtschaft und Infrastruktur von steigenden Mieten betroffen. So verzeichnete Heilbronn den zweitstärksten Anstieg aller untersuchten Städte. Seit 2015 kletterten die Angebotsmieten dort um 40% auf aktuell 10,90 Euro/m2. In Augsburg müssen Wohnungsmieter nach einem Anstieg von 38% mit 11,20 Euro/m2 rechnen. Noch teurer ist Wohnen in Studentenstädten wie Freiburg (+25%; 13,00 Euro) und Heidelberg (+22%, 12,20 Euro). (mh)

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