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6. Mai 2026
MORGEN & MORGEN: Anzahl der BU-Spitzentarife legt weiter zu
MORGEN & MORGEN: Anzahl der BU-Spitzentarife legt weiter zu

MORGEN & MORGEN: Anzahl der BU-Spitzentarife legt weiter zu

Das Analysehaus MORGEN & MORGEN hat die Tariflandschaft in der BU-Versicherung beleuchtet und bescheinigt der großen Mehrheit der Tarife ein hohes Niveau. Der Wettbewerb verlagert sich zunehmend auf Details. Psychische Erkrankungen bleiben mit Abstand die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit.

Das Analysehaus MORGEN & MORGEN hat erneut die Tariflandschaft in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) untersucht. Im aktuellen Ratingjahrgang bewertet MORGEN & MORGEN 636 Tarife und Tarifkombinationen sowie 59 Unternehmen.

Nach Angaben des Ratinghauses konkurrieren immer mehr Tarife im Top-Segment – und damit rücke zunehmend in den Fokus, ob Bedingungen, Anbieterkompetenz, Beitragsstabilität und Antragsfragen im Zusammenspiel auch überzeugen. „Der Wettbewerb verlagert sich zunehmend in die Details“, bestätigt Iris Portugall, Spezialistin für Ratings und Aktuarin bei MORGEN & MORGEN.

So untersucht MORGEN & MORGEN die Tarife

Das Rating analysiert neben der Qualität der Tarifbedingungen auch die Leistungsfähigkeit der Versicherer selbst, insbesondere ihre BU-Kompetenz, die Stabilität der Beiträge sowie die Verbraucherfreundlichkeit der Antragsfragen. Dabei nutzt das Analysehaus neben öffentlich verfügbaren Informationen auch umfangreiche interne Daten der Gesellschaften für die Bewertung, etwa in Zusammenhang mit Erfahrungen in der Bestandsführung, der Umgang mit Leistungsfällen, der Antragsprüfung sowie gerichtlich geführte Prozesse. Auch die Einschätzung der zukünftigen Beitragsstabilität fließt mit in die Bewertung ein, ebenso ob es Neugeschäftsaktionen gegeben hat, bei denen die eigentlich vorgesehene Risikoprüfung umgangen wurde.

 

MORGEN & MORGEN: Anzahl der BU-Spitzentarife legt weiter zu

 

Die Gesamtnote ergibt sich aus vier unterschiedlich gewichteten Teilratings: Bedingungen (40%), Kompetenz (30%), Beitragsstabilität (20%) sowie Antragsfragen (10%). Bewertet wird mit einem Stern bis zu fünf Sternen. Um vier oder fünf Sterne zu erreichen, müssen die Tarife eine Reihe von Mindestkriterien voll oder eingeschränkt erfüllen (siehe Grafik).

BU-Leistungsfälle: Psychische Erkrankungen machen fast ein Drittel aus

Neben der eigentlichen Bewertung der Tarife untersucht das Ratinghaus auch weitere Aspekte zur BU. So werden beispielsweise knapp 80% derjenigen, die eine Vorerkrankung haben, ohne Erschwernisse angenommen. Knapp weitere 10% erhalten eine Police mit Ausschlüssen, nur in wenigen Fällen kommt es zu Zuschlägen bzw. Zuschlägen und Ausschlüssen. Abgelehnt werden aufgrund von Vorerkrankungen etwa 2,75% der Anträge.

Zudem bleiben psychische Erkrankungen mit Abstand die häufigste Ursache für eine BU – sie machen fast ein Drittel aller Leistungsfälle aus, vor allem bei jüngeren Versicherten. Erkrankungen des Bewegungsapparats folgen mit rund 18% – anders als bei den psychischen Erkrankungen nehmen diese jedoch mit steigendem Alter deutlich zu. Rund 16% der Leistungsfälle liegen Krebs und andere bösartige Geschwülste zugrunde, Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems, Unfälle und sonstige Nervenkrankheiten liegen alle bei rund 6%.

Ablehnung: Kommunikationsabbruch häufigster Grund

Bei abgelehnten Anträgen im Zuge der Beantragung für eine BU-Leistung ist der häufigste Grund weiterhin ein Abbruch der Kommunikation durch den Versicherungsnehmer – das ist in vier von zehn Fällen der Grund. Bei einem Drittel wird der erforderliche BU-Grad von 50% nicht erreicht. Die Verletzung der vertraglichen Anzeigepflicht (rund 8,5%) und die Anfechtung bzw. Betrugsfall (rund 6%) sind ebenfalls Ablehnungsgründe.

Gerichtliche Prozesse führen in rund 60% aller Fälle zu einem Vergleich. In fast einem Viertel der Fälle, die vor Gericht landen, gewinnt der Versicherer, einen von zehn Prozessen verlieren die Versicherer. Der nach wie vor hohe Anteil an Prozessen, die von den Versicherern gewonnen werden, zeige, dass die Ablehnung der Leistung berechtigt war und der Versicherer im Sinne des Kollektivs gehandelt habe, so MORGEN & MORGEN.

Viele Top-Tarife, leichte Verbesserung bei schwachen Tarifen

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich die Riege der mit der höchsten Bewertung von fünf Sternen ausgezeichneten Tarife auf stabilem Niveau – mit 537 erreichen genauso viele Tarife bzw. Tarifkombinationen die Höchstnote wie 2025. Auch die Anzahl der Drei-Sterne-Tarife bleibt stabil mit 71 Tarifen, während die Anzahl der Zwei-Sterne-Tarife leicht ansteigt (26 Tarife). Kein Tarif erreicht eine schwache Bewertung von zwei Sternen, aber zwei Tarife müssen sich mit nur einem Stern zufriedengeben – das sind allerdings fünf weniger als im Vorjahr. Diese Verbesserung sei vor allem auf marktweite Standardisierung und Vereinheitlichungen zurückzuführen, die insbesondere schwächere Tarife aufwerten, während sich im Top-Segment hier kaum zusätzliche Effekte ergeben.

 

MORGEN & MORGEN: Anzahl der BU-Spitzentarife legt weiter zu

 

Mit Blick auf die 59 bewerteten Unternehmen sei festzuhalten, dass vor allem im Bereich Antragsfragen die meisten Versicherer sehr verbraucherfreundlich aufgestellt sind, so MORGEN & MORGEN. Auch die Kompetenz der Gesellschaften zeigt sich auf einem hohen Niveau. Die Beitragsstabilität ergibt im Vergleich zu den anderen Teilbewertungen ein etwas schlechteres Ergebnis, doch auch hier liegt ein Großteil der Unternehmen im Vier- bzw. Fünf-Sterne-Bereich (siehe Grafik). (js)

Die Ergebnisse des BU-Ratings 2026 können auf der Website von MORGEN & MORGEN eingesehen werden.

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