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14. Oktober 2026
MORGEN & MORGEN: Lebensversicherer stabil, Stornoquote steigt
MORGEN & MORGEN: Lebensversicherer stabil, Stornoquote steigt

MORGEN & MORGEN: Lebensversicherer stabil, Stornoquote steigt

Nach einigen turbulenten Jahren hat sich der Lebensversicherungsmarkt wieder etwas stabilisiert. Das zeigt ein aktuelles Rating von MORGEN & MORGEN. Die gestiegenen Zinsen sorgen für Entlastung bei der Ertragslage, auch bei den Sicherheitskennzahlen kann die Branche starke Werte aufweisen. Im Blick behalten wollen die Experten die weiterhin steigende Stornoquote.

Der Lebensversicherungsmarkt hat sich nach Einschätzung des Analysehauses MORGEN & MORGEN nach einer Zeit der starken Veränderungen am Kapitalmarkt zunehmend stabilisiert. „Die gestiegenen Zinsen wirken entlastend auf die Ertragslage“, erklärt Thorsten Saal, Prokurist und Bereichsleiter Mathematik und Rating bei MORGEN & MORGEN angesichts der Veröffentlichung des aktuellen Jahrgangs des Ratings LV-Unternehmen. „Zusammen mit den weiterhin starken Sicherheitskennzahlen zeigt sich die Lebensversicherungsbranche insgesamt sehr stabil.“

60 Lebensversicherer bewertet

Das aktuelle Rating bewertet 60 Lebensversicherer anhand ihrer Unternehmenskennzahlen aus den Geschäftsberichten 2025. Grundlage sind dabei ausschließlich öffentlich zugängliche Unternehmensdaten, Produktdaten fließen nicht in die Bewertung mit ein. Mit Ausnahme der SCR-Quoten werden die Kennzahlen der letzten fünf verfügbaren Jahre herangezogen, die jüngeren Jahre werden stärker gewichtet.

Die Gesamtbewertung setzt sich aus den Teilratings Erfolg (45%), Sicherheit (45%) und Bestand (10%) zusammen.

Teilrating Bestand: Stornoquote steigt

Im Jahr 2025 sind sowohl das Neugeschäft als auch die Beitragseinnahmen gestiegen. Das Einmalbeitragsgeschäft legt sowohl anteilig als auch absolut zu.

Allerdings sinkt die Wachstumsquote im Schnitt von 4,4% auf 3,2%. Laut dem Analysehaus lässt sich das allerdings auf „einzelne Ausreißerwerte“ zurückführen und nicht als „allgemeine Abschwächung des Wachstums“ interpretieren. Das bestätigt der Medianwert, der von 2,1% auf 2,8% steigt.

Ein „eigenständiger Beobachtungspunkt“ ist die Stornoquote. Sie steigt von 4,6% im Vorjahr auf 4,9% an und zeigt damit seit 2021 einen kontinuierlichen Aufwärtstrend. Die Analysten werden diese künftig im Blick behalten, heißt es im Rating.

Im Teilrating erhalten zehn Unternehmen die Bestbewertung von fünf Sternen, elf erhalten vier Sterne.

Teilrating Erfolg: Zinszusatzreserve kann abgeschmolzen werden

Stabil bis leicht positiv haben sich die Ertragskennzahlen für das Jahr 2025 entwickelt. Die Nettoverzinsung bleibt mit 2,3% stabil auf Vorjahresniveau. Auch Abschlusskostenquote (5,3%) und Verwaltungskostenquote (2,7%) bleiben im Vergleich zum Vorjahr konstant.

Die Überschussquote hat sich dagegen deutlich verbessert; sie ist im Marktschnitt von 13% auf 13,7% angestiegen. Das liegt vor allem am Abschmelzen der Zinszusatzreserve, die während der Niedrigzinsphase aufgebaut werden musste. In den Jahren 2022 bis 2025 konnte diese um jeweils rund 3 Mrd. Euro reduziert werden. Die daraus entstehenden Erträge kommen auch den Kunden zugute, so MORGEN & MORGEN. Das Abschmelzen entlastet nämlich die Unternehmen und schafft zusätzlichen Spielraum für die Überschussbeteiligung.

Auch die Zins-Überschussquote bleibt mit 0,8% im positiven Bereich, die Zins-Risiko-Überschussquote klettert leicht von 2,8% auf 2,9%.

Insgesamt erhalten 13 der bewerteten Versicherer im Teilrating Erfolg fünf Sterne, weitere 17 sichern sich eine Vier-Sterne-Bewertung.

Teilrating Sicherheit: Stille Lasten dominieren weiterhin

Die Sicherheitslage bleibt besonders stabil. Das zeigen auch die Ergebnisse des Teilratings: Ganze 51 von 60 analysierten Versicherern erhalten die Höchstbewertung von fünf Sternen, und damit sogar drei mehr als im Vorjahr. Die Eigenmittelquote steigt von 5,5% auf 5,7%, die RfB-Quote von 4,9% auf 5,0%. Die RfB erfüllt dabei eine wichtige Pufferfunktion für die Überschussbeteiligung und profitiert ebenfalls vom Abschmelzen der Zinszusatzreserve.

Die Bewertungsreserve zeigt jedoch nach zwei Jahren der Erholung eine Verschlechterung: Sie sinkt von -6,5% auf -9,0%. Während manche Versicherer wieder über stille Reserven verfügen, dominieren somit weiterhin die stillen Lasten.

Die Solvabilität bleibt besonders stark, die durchschnittlichen SCR-Quoten sind im Jahr 2025 deutlich angestiegen. Alle bewerteten Versicherer erfüllen die aufsichtsrechtlichen Forderungen inzwischen ohne Übergangsmaßnahmen.

Diese 15 Versicherer erhalten die Bestnote

Im Gesamtrating ergibt sich somit folgendes Bild: Insgesamt 15 der bewerteten Versicherer können sich die Bestbewertung von fünf Sternen sichern. Es sind (in alphabetischer Reihenfolge): Allianz, AXA, Delta Direkt, DLVAG, ERGO Vorsorge, EUROPA, Hannoversche, HanseMerkur, IDEAL, Inter, InterRisk, LV 1871, uniVersa, WWK und Öffentliche Versicherung Braunschweig.

 

MORGEN & MORGEN: Lebensversicherer stabil, Stornoquote steigt

 

Weitere 29 Unternehmen haben mit vier Sternen die „Silbermedaille“ erhalten. Darunter sind beispielsweise die Alte Leipziger, Canada Life, Continentale, NÜRNBERGER, R+V, Stuttgarter und die Württembergische.

Drei Sterne erhalten 13 Unternehmen, drei Versicherer werden mit zwei Sternen bewertet. Eine Ein-Stern-Bewertung erhält im aktuellen Jahrgang keines der untersuchten Unternehmen.

Ausblick

Für die kommenden Jahre bleibt das Zusammenspiel von Kapitalerträgen, Garantieanforderungen und Bestandsentwicklung entscheidend, erklären die Analysten. „Die Zinszusatzreserve hat die Kapitalmarktbewegung der vergangenen Jahre wirksam abgefedert. Nun gilt es zu beobachten, ob sich die Ertragslage weiter festigt und das Wachstum bei Neugeschäft und Beitragseinnahmen anhält. Die steigende Stornoquote behalten wir dabei besonders im Blick“, resümiert Saal. (js)

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