AssCompact suche
Home
Management & Wissen
20. Mai 2026
Nach Z kommt Alpha: Und die wenigsten sind darauf vorbereitet

2 / 2

Nach Z kommt Alpha: Und die wenigsten sind darauf vorbereitet

Nach Z kommt Alpha: Und die wenigsten sind darauf vorbereitet

Neue Prioritäten sind nötig

Wer glaubt, diese Entwicklung habe mit der Versicherungswirtschaft nichts zu tun, irrt gewaltig, denn wir reden hier nicht nur über künftige Mitarbeitende. Wir reden auch über künftige Kundinnen und Kunden. Über Erwartungen an Ansprache, an Glaubwürdigkeit, an Tempo, an Einfachheit und an Haltung. Über Menschen, die ganz anders aufgewachsen sind, die anders konsumieren, anders vergleichen, anders vertrauen und auch anders entscheiden werden.

Das bedeutet nicht, dass alles Alte falsch war, aber es bedeutet, dass vieles nicht mehr reicht:

  • Es reicht nicht mehr, Produkte gut zu erklären, wenn man Lebenswelten nicht versteht.
  • Es reicht nicht mehr, auf Benefits zu verweisen, wenn Orientierung fehlt.
  • Es reicht nicht mehr, von Kultur zu sprechen, wenn Menschen im Alltag keine Haltung erleben.
  • Es reicht ganz sicher nicht mehr, jungen Generationen ständig Anpassung zu empfehlen, ohne die eigene Anschlussfähigkeit kritisch zu hinterfragen.

Genau hier liegt die Aufgabe für Unternehmen und Führungskräfte. Nicht darin, jede neue Entwicklung zu feiern, aber darin, sie ernst zu nehmen. Junge Generationen testen nicht unsere Geduld, sie testen unsere Glaubwürdigkeit:

  • Sie wollen nicht nur hören, dass Entwicklung möglich ist, sie wollen erleben, ob das stimmt.
  • Sie wollen nicht nur lesen, dass ein Unternehmen modern ist, sie wollen spüren, wie dort geführt wird.
  • Sie wollen keine Hochglanzsätze, sie wollen Klarheit.
  • Sie wollen in einer immer komplexeren Welt nicht weniger Orientierung, sondern mehr.

Vielleicht ist genau das der größte Denkfehler unserer Zeit. Dass viele glauben, junge Menschen wollten keine Führung mehr. Das Gegenteil ist richtig! Sie wollen nur eine andere Form von Führung. Weniger Fassade, weniger Floskeln, weniger Machtgehabe. Dafür mehr Ehrlichkeit, mehr Einordnung, mehr Verlässlichkeit.

Genau damit sind wir bei einer Frage, die weit über Generationen hinausgeht. Nämlich bei der Frage, wie wir in Zukunft überhaupt noch Menschen erreichen, führen und binden wollen. Ich bin überzeugt: Die größte Gefahr für Unternehmen ist nicht die Generation Z. Die größte Gefahr ist die Illusion, man könne mit Denkmustern von gestern Menschen von morgen erreichen.

Lesen Sie auch: Automatisierung, KI und Pools: Was die junge Maklerbranche bewegt

Interessieren Sie sich für weitere Hintergrundartikel aus der Branche? Dann abonnieren Sie das monatliche Fachmagazin AssCompact – kostenfrei für Versicherungs- und Finanzmakler.