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20. Juli 2021
Nachhaltigkeit setzt sich bei Immobilieninvestments durch
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Nachhaltigkeit setzt sich bei Immobilieninvestments durch

PwC Deutschland hat die Real Estate Benchmark Studie 2021 veröffentlicht. ESG-Kriterien gewinnen demnach bei Asset-Managern im Immobilienbereich zunehmend an Bedeutung. Die Immobilienbranche habe demnach die strategische Relevanz von Nachhaltigkeit erkannt.

Mehr als 80% der Entscheider aus der Immobilienbranche halten nachhaltige Produkte mittlerweile für wettbewerbsfähig. Das ist eines der Kernergebnisse der aktuellen Real Estate Benchmark Studie 2021 von PwC Deutschland. Die Entscheider sehen in nachhaltigen Produkten zudem Vorteile für ihr Risikoprofil. An der PwC-Umfrage nahmen vor allem Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGs) teil, aber auch Marktteilnehmer wie Crowdinvesting-Plattformen, Immobilienfinanzierer, unregulierte Asset-Manager, Versicherungen und Verwahrungsstellen, mehrheitlich mit Hauptsitz in Deutschland.

Mehrheit plant strategische Neuausrichtung

Mehr als 50% der Befragten planen aufgrund aktueller Marktentwicklungen produktbezogene, strategische Neuausrichtungen. Mehr als ein Drittel will seine Aufbau- und Ablauforganisation anpassen und hält hierfür auch ESG-Kriterien für relevant. Eine ganzheitliche Transformation von Organisation und Strategie verfolgen allerdings knapp 8%. Zugleich bezeichnen sich mehr als 84% als „Early Movers“ in puncto Nachhaltigkeit bei ihrer strategischen Positionierung im Markt. Keines der Unternehmen sieht sich als Nachzügler.

Branche erkennt strategische Relevanz

„Die Immobilienbranche hat die strategische Relevanz von Nachhaltigkeit erkannt und damit begonnen, das Ganze umzusetzen. Die Mehrheit will die Transformation jedoch zunächst auf Produktebene angehen, um anschließend Prozesse und Strukturen organisatorisch anzupassen“, so Thomas Veith, Real Asset Leader Germany bei PwC Deutschland. 43% der befragten Unternehmen wollen ihre bestehenden Produkte auf Basis von ESG-Kriterien umstellen. Mehr als die Hälfte der Befragten (55%) möchte zumindest neue Produkte nach ESG-Kriterien ausrichten. „Hier wird deutlich, dass ESG produktseitig den Kinderschuhen entwachsen ist. In den kommenden Monaten rechnen wir mit deutlich mehr neuen, ESG-konformen Produkten“, sagt Sebastian Kreutel, Director bei PwC Deutschland und Autor der Studie.

ESG dürfte zum Marktstandard werden

Einig ist sich die Immobilienbranche, dass ESG aufgrund der Regulierung kurz- bis mittelfristig zum neuen Marktstandard wird. Darin sehen 78% der Befragten keine Gefahr für ihr Unternehmen. Die Regulatorik betrachten alle Unternehmen zumindest teilweise als Chance. Für sie bedeuten regulatorische Anforderungen allerdings auch einen erhöhten Umsetzungsaufwand. Zwei Drittel der Unternehmen gehen davon aus, dass sich die Nachfrage nach grünen bzw. nachhaltigen Anlagen durch ein verändertes Marktumfeld und andere Investmentpräferenzen weiter erhöhen wird.

Vier Thesen zu ESG-Kriterien in der Immobilienbranche

Die Studienautoren haben in ihrem Ausblick zudem vier Thesen zur Nachhaltigkeit in der Immobilienbranche aufgestellt. Erstens werden ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategien in den Vordergrund rücken. Die dafür benötigten Daten werden, zweitens, den Entscheidern mittelfristig zur Verfügung stehen, etwa durch nachhaltige Verträge und Smart Metering. Drittens wird die Nachfrage nach nachhaltigen Investitionen weiter steigen, und viertens werden sich neue Anlagestrategien am Markt etablieren, zum Beispiel Sustainable Refurbishment. (mh)

Bild: © malp – stock.adobe.com