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Neubau oder Bestandsimmobilie: Wo die Preisunterschiede am größten sind
23. Juni 2020

Neubau oder Bestandsimmobilie: Wo die Preisunterschiede am größten sind

Die Preise für Eigentumswohnungen im Bestand und Neubauobjekte driften mancherorts enorm auseinander. Eine Auswertung von Immobilienangeboten in Städten und Landkreisen im Postbank Wohnatlas 2020 zeigt, wo die preislichen Unterschiede am größten sind. 


Die Preise für Eigentumswohnungen im Bestand und Neubauobjekte driften mancherorts enorm auseinander. Eine Auswertung von Immobilienangeboten in Städten und Landkreisen im Postbank Wohnatlas 2020 zeigt, wo die preislichen Unterschiede am größten sind. 


Neubau oder Bestandsimmobilie: Wo die Preisunterschiede am größten sind

Die Entscheidung für einen Altbau oder eine Neubauwohnung ist vielerorts gerade auch eine Frage des Geldes. Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) hat die Immobilienangebote in 401 kreisfreien Städten und Landkreisen unter die Lupe genommen. Der Überblick im Postbank Wohnatlas 2020 zeigt, in welchen Regionen die Preisabstufungen zwischen Eigentumswohnungen im Bestand und Neubauobjekten, die zwischen 2017 und 2019 fertiggestellt wurden, am größten sind.

Im Landkreis Miesbach klaffen die Preise am weitesten auseinander

Der Auswertung zufolge kommen Neubauten vor allem in Teilen Sachsens und Nordrhein-Westfalens sowie in der Region München deutlich teurer als Bestandswohnungen. Mit Abstand die größten Abweichungen weist der Landkreis Miesbach auf. Dort müssen Käufer für einen Quadratmeter einer gebrauchten Wohnung im mittleren Preissegment 5.600 Euro berappen, in einem Neubau knapp 9.400 Euro. Beim Kauf einer 70-qm2-Wohnung ergibt sich in dem Landkreis eine Preisdifferenz ohne Nebenkosten von mehr als 263.000 Euro. Im oberen Preissegment bei Wohnungen mit Ausstattungsextras und einem tollen Ausblick beträgt der Preisaufschlag für Neubauten sogar an die 452.000 Euro. So große Unterschiede finden sich im Hochpreisbereich bundesweit sonst nirgends.

Auch Garmisch-Partenkirchen mit deutlichen Abweichungen

Nicht ganz so heftig, aber doch relativ deutlich driften die Preise für Neubauten und Bestandswohnungen rund um Garmisch-Partenkirchen auseinander. Im Hochpreissegment sind die Unterschiede etwas weniger stark ausgeprägt. Beim Kauf einer 70-qm2-Neubauwohnung ist mit knapp 162.000 Euro Aufschlag zu rechnen.

So groß sind die Unterschiede in Stuttgart und Düsseldorf

Große Preisunterschiede im mittleren wie auch im oberen Preissegment weisen auch Stuttgart und Düsseldorf auf. Im mittleren Preissegment klaffen die Kaufpreise um mehr als 160.000 Euro auseinander. Happige Preisaufschläge für Neubauten zeigen sich auch für die Städte Essen und Gelsenkirchen sowie für die Kreise Meißen, Nordsachsen und Straubing-Bogen.

In Hamburg liegen die Preise enger beieinander

Preislich nicht so sehr ins Gewicht fallen die Unterschiede zwischen Bestands- und Neubauwohnung dagegen in Hamburg. Für die Hansestadt ermittelte die HWWI-Analyse eine vergleichsweise geringe Abweichung von gut 80.000 Euro. Im Hochpreissegment schließt sich die Schere sogar noch weiter mit einer Differenz von knapp 44.000 Euro.

Im bundesweiten Mittel kommt eine 70-qm2-Wohnung aus dem Bestand im mittleren Preissegment 89.410 Euro günstiger als ein Neubau, bei den hochpreisigen Objekten beträgt der Preisvorteil 67.643 Euro.

Preisdifferenzen in ländlichen Regionen geringer

In vielen ländlichen Gebieten ist die Entscheidung für Neubau oder Gebrauchtimmobilie nicht unbedingt eine Frage des Geldbeutels, da die preislichen Unterschiede hier eher gering sind. So geht es im mittleren Preissegment im Landkreis Freising um einen Aufschlag von rund 11.500 Euro und in Aurich um gut 14.000 Euro für eine Neubauwohnung. „Kleinere Preisaufschläge für Neubauten sollten Käufer mindestens in Betracht ziehen. Denn die Vorteile sparen unter Umständen bares Geld: moderne Haustechnik, höhere Energieeffizienz und Gewährleistungsansprüche bei Mängeln. Wer sich für einen Neubau entscheidet, bleibt in der Regel einige Jahre von Reparaturen verschont“, erklärt Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft Postbank.

Hier kommen Altbauten teurer

In vielen Regionen sind allerdings die begehrten Wohnlagen schon bebaut. Mangels Neubauobjekten rückt hier der gepflegte Altbau ins Visier. So sind in den Landkreisen Leer und Nordfriesland Bestandsbauten im Schnitt sogar teurer als Neubauten. Bei den hochpreisigen Immobilien muss man unter anderem in folgenden Landkreisen für einen Altbau mehr berappen als für ein Neubauobjekt: Aurich, Wittmund, Leer, Rostock, Vechta, Schweinfurt, Cloppenburg und Freising. (tk)

Bild: © Animaflora PicsStock – stock.adobe.com




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