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22. Juni 2017
Niedrigzins treibt Versicherer in Immobilieninvestments
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Niedrigzins treibt Versicherer in Immobilieninvestments

Die garantierten Zinsen der Altverträge dauerhaft einhzuhalten ist für Versicherer angesichts der anhaltenden Niedrigzinsen keine Selbstverständlichkeit mehr. Damit die Versprechen trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen nachhaltig erfüllt werden können, setzen die Gesellschaften laut einer aktuellen Studie so stark wie nie auf Immobilieninvestments.

Dem Trendbarometer Assekuranz 2017 von EY Real Estate zufolge wollen deutsche Versicherungen in diesem Jahr so stark wie noch nie in Immobilien investieren, um mit den Renditen aus Stein und Beton ihre Garantiezinsversprechen zu erwirtschaften. Immobilien dürften demnach bis Ende 2017 eine Rekordquote von 10,7% an der Kapitalanlage der Assekuranz erreichen. „Trotz steigender Preise zählen Immobilieninvestments weiter zu den Anlageklassen, die in der Assekuranz am stärksten ausgebaut werden“, kommentiert Dietmar Fischer, der als Partner bei EY Real Estate die Studie verantwortet hat.

Deutschland dominiert

Mit einem Anteil von 96% setzen fast alle 35 befragten Gesellschaften auf Immobilien innerhalb Deutschlands. Nordamerika (38%) und Asien (27%) zwar an Attraktivität gewonnen, bleiben aber in ihrer Bedeutung deutlich hinter Deutschland sowie den europäischen Kernregionen. Etablierte Märkte stehen somit klar im Fokus. „Es ist eine Rückbesinnung auf mehr Sicherheit“, so Dietmar Fischer.

Rückbesinnung auf Sicherheit

B- und C-Lagen werden dementsprechend weniger nachgefragt. Zudem stehen Projektentwicklungen laut der Studie nicht mehr ganz so oft auf dem Einkaufszettel der Versicherungen. In voll vermietete Core-Immobilien in guten Lagen wollen hingegen neun von zehn Versicherungsgesellschaften investieren. Im Vorjahr waren es nur sechs von zehn. EY Real Estate überrascht diese Entwicklung nicht. Höhere Risiken, die zuletzt vielleicht etwas häufiger gesucht waren, waren laut Fischer im Portfolio ohnehin immer nur als Ergänzung gedacht.

Handel, Büro, Wohnen

Im Vergleich der Nutzungsarten thronen Einzelhandels- und Büroimmobilien an der Spitze. Beide werden aktuell von jeweils 72% der befragten Versicherungen favorisiert. Wohnimmobilie scheinen trotz eventueller Sorgen vor einer noch schärferen Mietpreisbremse mit 68% kaum weniger attraktiv zu sein. Auf Rang vier folgen Logistikimmobilien, die bei knapp der Hälfte der Versicherungen auf der Agenda stehen.

Hoffnung auf Digitalisierungseffekte

Wie in vielen anderen Bereichen der Assekuranz ist auch auf der Ebene der Immobilieninvestments die Digitalisierung ein wichtiges Thema. Jede zweite befragte Gesellschaft erwartet, dass sich die Investitionsprozesse infolge neuer digitaler Technologien wandeln. Sie erhoffen sich insbesondere eine verbesserte Effizienz bei der Diversifikation ihrer Immobilien durch Big Data und eine bessere Informationsgrundlage. (mh)