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23. Juli 2021
Noch immer sorgen Frauen seltener fürs Alter vor, beginnen aber früher

Noch immer sorgen Frauen seltener fürs Alter vor, beginnen aber früher

Trotz eines höheren Vorsorgebedarfs investieren Frauen nach wie vor seltener und auch weniger in ihre private Altersvorsorge als Männer, wie eine Auswertung von Swiss Life und YouGov zeigt. Immerhin starten sie heute früher damit als noch vor einigen Jahren.

Der Gender Pension Gap, also die geschlechtsspezifische Altersvorsorgelücke, wird offenbar nach wie vor unterschätzt. Dies könnte ein möglicher Grund sein, warum Frauen noch immer seltener in eine private Altersvorsorge investieren, obwohl sie einen höheren Vorsorgebedarf haben, wie aus den Ergebnissen einer Studie von Swiss Life Deutschland und dem Meinungsforschungsinstitut YouGov hervorgeht. Für die Studie wurden Daten der 1,5 Millionen Finanzberatungskunden der Swiss-Life-Beratungsunternehmen Swiss Life Select, tecis, HORBACH und ProVentus ausgewertet.

„Die Rente ist ein Spiegel des Arbeitslebens: Wer wenig einzahlt, bekommt wenig raus“, betont Jörg Arnold, CEO von Swiss Life Deutschland. „Leider existieren nach wie vor Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern, die sich gerade bei den Rentenansprüchen bemerkbar machen. Für ein finanziell selbstbestimmtes Leben ist eine private Vorsorge daher umso wichtiger.“ Vielen Frauen sei überhaupt nicht bewusst, wie dramatisch sich der Gender Pension Gap später bei der Altersrente auswirke, so Arnold weiter. 

Frauen investieren auch weniger in die Vorsorge als Männer

Wie eine Online-Umfrage zudem zeigt, nehmen Frauen für ihre private Altersvorsorge auch weniger Geld in die Hand als Männer. 53% der weiblichen und 57% der männlichen Befragten glauben zwar, dass sie über 150 Euro monatlich sparen müssen, um im Alter den gewohnten Lebensstandard zu halten, doch nur 22% der Frauen investieren diese Summe tatsächlich. Bei den Männern sind es 36%. Schätzung und Wirklichkeit driften demnach bei beiden Geschlechtern auseinander, wobei Frauen weniger für ihre Rente zurücklegen.

Ein Lichtblick: Frauen sorgen mittlerweile früher vor 

Doch es gibt laut Swiss Life auch eine positive Entwicklung: Immerhin beginnen Frauen heutzutage früher damit, in ihre Altersvorsorge zu investerien als noch vor zwölf Jahren. „Obwohl Frauen immer noch seltener für die Zukunft vorsorgen als Männer, nehmen sie heute das Zepter für ein selbstbestimmtes Leben früher in die Hand. Das ist eine gute Botschaft, denn gerade in jungen Jahren wird der Grundstock für finanzielle Unabhängigkeit gelegt“, kommentiert Arnold. Laut Daten-Historie von Swiss Life betrug das Durchschnittsalter der Kundinnen im Jahr 2010 beim Abschluss eines Altersvorsorgeproduktes noch 33,9 Jahre, heute liegt es im Schnitt bei 30,9 Jahren.

Einkommen, Bildung und Karriere wirken sich auf Vorsorge aus

Je mehr Frauen verdienen, desto mehr Geld nehmen sie in die Hand, um für ihren Lebensabend vorzusorgen. Doch auch der Bildungsgrad und der berufliche Hintergrund sind hier von Bedeutung. So sorgen Frauen mit einem Universitäts- oder Fachhochschulabschluss sowie Frauen in einer Führungsposition mehr vor. Anders sieht es bei Frauen mit niedrigerem Nettoeinkommen aus, die später aber mit einer geringen gesetzlichen Rente auskommen müssen. „Eine bedarfsgerechte und ganzheitliche Finanzberatung kann hier Abhilfe schaffen. Für 82% der befragten Frauen spielt die Beratung in Finanz- und Vorsorgefragen eine wichtige Rolle. Hier ist die Aufgeschlossenheit sehr viel größer als noch vor einigen Jahren – ein Trend, der zuversichtlich stimmt“, so Arnold abschließend. (tk)

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