Ebbe bei den Immobilienpreisen auf den Nordseeinseln? Wie der aktuelle Küstenreport Nordsee 2026 des Immobilienmaklerunternehmens VON POLL IMMOBILIEN zeigt, ist auf dem Festland in vielen Regionen eine positive Entwicklung erkennbar, wohingegen sich auf den Ostfriesischen und Nordfriesischen Inseln ein anderes Bild zeigt.
Differenzierung am Immobilienmarkt an der Küste
„Wir sehen aktuell eine klare Differenzierung am Immobilienmarkt der Nordseeküste: Während sich die Preise in vielen Festlandregionen stabilisiert haben und teilweise wieder anziehen, stehen insbesondere die hochpreisigen Inselmärkte stärker unter Anpassungsdruck. Die Rückgänge auf vielen Nord- und Ostfriesischen Inseln sind Ausdruck einer Marktphase, in der sich Angebot und Nachfrage wieder stärker annähern und sich Preisniveaus entsprechend neu ausrichten – auch vor dem Hintergrund der veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seit Ende 2022“, erklärt Daniel Ritter, geschäftsführender Gesellschafter bei VON POLL IMMOBILIEN.
Solide Nachfrage, aber Käufer gehen selektiver vor
Wie Ritter weiter erläutert, bleibe die Nachfrage insgesamt solide. Käufer würden aber stärker auf Faktoren wie gute Lage, Energieeffizienz und nachhaltige Vermietbarkeit achten. In gut angebundenen Festlandlagen führe das bereits wieder zu moderaten Preissteigerungen, während sich der Markt insgesamt auf ein stabileres und langfristig moderates Niveau einpendelt.
Für den Küstenreport haben die VON POLL IMMOBILIEN Experten die Immobilienpreise für Einfamilienhäuser in den Landkreisen, kreisfreien Städten sowie auf den Halbinseln und Inseln an der Nordseeküste analysiert die Entwicklung der Kaufpreise des ersten Quartals 2026 mit dem ersten Quartal 2025 verglichen.
Preise auf Nordfriesischen Inseln geben nach – auch auf Sylt
Erwartungsgemäß zählen die Inseln an der Nordseeküste auch im ersten Quartal 2026 zu den teuersten Regionen im Ranking. Die höchsten Quadratmeterpreise weisen die Nordfriesischen Inseln auf, darunter Sylt, Amrum und Föhr. Der Quadratmeterpreis liegt hier bei durchschnittlich 9.922 Euro. Sylt ist und bleibt das teuerste Pflaster mit Durchschnittspreisen von rund 12.557 Euro pro Quadratmeter.
Als überraschend bewerten die Experten aus dem Hause VON POLL IMMOBILIEN die Entwicklung der Immobilienpreise auf den Nordfriesischen Inseln: Nachdem die Hauspreise lange Zeit nur eine Richtung kannten, nämlich nach oben, sind sie im ersten Halbjahr 2026 verglichen mit dem Vorjahr um 4,7% gesunken. Damit weisen die Nordfriesischen Inseln den zweithöchsten Rückgang innerhalb der Analyse auf. Auch die Sylter Immobilienpreise haben nachgegeben, wenn auch nur leicht um 1,5%.
Stärkster Preisrückgang auf Ostfriesischen Inseln
An zweiter Stelle im Ranking der höchsten Immobilienpreise folgen die Ostfriesischen Inseln – wenngleich mit deutlichen Abstand von über 1.600 Euro pro Quadratmeter weniger. Hierzu zählen die Inseln Juist, Langeoog oder Norderney. Kaufinteressenten müssen hier im ersten Quartal 2026 mit etwa 8.294 Euro pro Quadratmeter für ein Haus in gutem Zustand ausgeben. Auch dort sind die Immobilienpreise im Vergleich zum ersten Quartal 2025 gesunken. So weisen die Ostfriesischen Inseln mit einem Minus von durchschnittlich 5,1% den stärksten Preisrückgang im Ranking auf.
Zur Preisentwicklung auf dem Festland
Deutlich günstiger – mit einem Abstand von mehr als 5.800 Euro pro Quadratmeter zu den Ostfriesischen Inseln – sind die Hauspreise auf dem Festland an der Nordseeküste. Dort lagen die Quadratmeterpreise im ersten Quartal 2026 zwischen 2.500 Euro und 2.000 Euro.
„In unserer Region an der Nordseeküste, insbesondere rund um Heide und Sankt Peter-Ording, beobachten wir aktuell ein deutlich erweitertes Angebot bei gleichzeitig verhaltener Nachfrage“, erklärt Thorsten Lemcke, Geschäftsstellenleiter bei VON POLL IMMOBILIEN Heide und Husum. „Die unterschiedliche Preisentwicklung zwischen Inseln und Festland hängt aus unserer Sicht maßgeblich mit strukturellen Faktoren zusammen. In stark regulierten Ferienimmobilienmärkten wie Sankt Peter-Ording hat das gestiegene Angebot in Kombination mit strengeren Auflagen zu spürbaren Preisabschlägen geführt.“ Für die kommenden Jahre gehen die Experten von einer anhaltenden Seitwärtsbewegung aus, wobei insbesondere ältere, energetisch nicht modernisierte Immobilien weiter unter Druck bleiben dürften.
Die günstigsten Hauspreise weist die kreisfreie Stadt Bremerhaven auf. Dort kostete ein Haus im ersten Quartal 2026 im Schnitt 1.896 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stagnierten die durchschnittlichen Immobilienpreise hier bei 0,6%. (tik)
Weitere News rund um den Immobilienmarkt und den Bereich Baufinanzierung finden Sie in unserer Rubrik „Immobilien“.
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