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Nur jeder dritte Deutsche vertraut Finanzberatern
30. April 2020

Nur jeder dritte Deutsche vertraut Finanzberatern

Die Finanzbranche in Deutschland hat nach ein immenses Vertrauensproblem. Drei von vier Kunden haben hierzulande kein Vertrauen in die Finanzindustrie. Auch gegenüber der Anlageberatung herrscht große Skepsis. Nur eine Minderheit glaubt, dass Anlegerinteressen in der Beratung stets an oberster Stelle stehen.


Die Finanzbranche in Deutschland hat nach ein immenses Vertrauensproblem. Drei von vier Kunden haben hierzulande kein Vertrauen in die Finanzindustrie. Auch gegenüber der Anlageberatung herrscht große Skepsis. Nur eine Minderheit glaubt, dass Anlegerinteressen in der Beratung stets an oberster Stelle stehen.


Nur jeder dritte Deutsche vertraut Finanzberatern

Die Finanzbranche leidet in Deutschland noch immer unter einem angekratzten Ruf. Nur gut jeder vierte Privatanleger (28%) stuft sein Vertrauen in die Finanzindustrie als „hoch“ oder „sehr hoch“ ein. Zwar entspricht dies einer Verbesserung um vier Prozentpunkte gegenüber der Vorgängerbefragung aus dem Jahr 2018, auf einem noch niedrigeren Niveau rangieren jedoch nur Australien (24%) und Japan (27%). Dies sind die Ergebnisse der aktuellen Anlegerstudie Earning Investors Trust des CFA Institute.

Deutsche Anleger besonders kritisch

Deutsche Privatanleger liegen im internationalen Vergleich deutlich unter dem Schnitt. Im globalen Durchschnitt liegt der Vertrauenswert in die Finanzbranche bei 46%. Auch im Vergleich zu anderen Branchen ist der Wert schlecht. Bei den deutschen Umfrageteilnehmern schneiden nur der Automobilsektor (24%) und die Medienbranche (25%) schlechter ab.

Skepsis auch gegenüber Beratern

Kaum besser sind die Werte von Beratern. Nur drei von zehn deutschen Privatanlegern (34%) halten ihre Anlageberater für imstande, ein Portfolio in besonders herausfordernden Marktphasen und Krisen erfolgreich zu managen. Damit liegt Deutschland ebenfalls deutlich unter dem internationalen Durchschnitt (49%). Insgesamt wird der Anlageberatung hierzulande mehr Skepsis entgegengebracht, als in anderen Ländern. Während weltweit jeder dritte Kunde (33%) den Finanzberater als wichtigste Quelle für Investmententscheidungen nennt, sind es in Deutschland nur 17%.

Große Zweifel an Prioritäten der Finanzberatung

Nur weniger als jeder zehnte deutsche Privatkunde (9%) glaubt, dass Anlegerinteressen in der Finanzberatung stets an oberster Stelle stehen. Im internationalen Schnitt ist dieses Grundvertrauen mit einem Anteil von 35% signifikant höher. „Die Anlageberatung wird in Deutschland leider noch immer stark mit Provisionssystemen und reinen Selbstzweck-Produkten assoziiert“, kommentiert Susan Spinner, CFA, Geschäftsführender Vorstand der CFA Society Germany. Die Umfrageergebnisse würden nahelegen, dass diese kulturelle Sensibilität auch beim Thema Gebühren zu berücksichtigen ist. Dass ihre Berater bei Honoraren und Entgelten vollumfänglich transparent sind, dies bejahen nur 41% der deutschen Privatanleger. Weltweit sind es 50%. Zudem bedeutet der Wert einen Rückgang um 16 Prozentpunkte gegenüber der letzten Untersuchung. (mh)

Bild: © pathdoc – stock.adobe.com



Kommentare

von Henning Jordan am 04.05.2020 um 11:38 Uhr
Deutsche Anleger sind besonders kritisch???
Kritisch ist wohl das falsche Wort! Besonders ahnungslos! Warum sind die Deutschen wohl - obwohl mit den höchsten Verdiensten - beim gebildeten Kapital das Schlusslicht in Europa??? Lieber mehr in den Urlaub düsen und Motzkisten fahren...!
Und dann gibt es da ja noch das geliebte Sparbuch... ;-)

von Wilfried Strassnig am 11.06.2020 um 18:21 Uhr
Die Mißtrauensbekunder des VBS mit Anschluss an die Medien haben alles getan um das negative Image auf den aktuellen Stand zu bringen. Merkwürdig das die Beschwerdequote der Kunden bei 0,03% liegt. Dafür rät der VBS zu freiwilligen Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung. Bei Einführung der Riesterrente lagen dort die Renten bei 67% des Einkommens. Heute bei 48% bald 42%.
30% der Neueinstellungen erfolgen im Mindestlohn.5 Mindesteinzahler benötigt man dann für 1 Rentner. Suuuuper Beratung da gleichzeitig immer mehr Rentner die wesentlich länger leben, von wesentlich weniger Einzahlern finanziert werden müssen. Der Staat bei 2 Billionen Euro bei den Beamten im Rückstand wird wohl eher nicht helfen können. Als Makler mit voller Haftung, würde ich dies Verhalten nicht einmal denken.


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