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Pauschale Kritik an Riester? Unberechtigt – meint die WWK
13. Juli 2018

Pauschale Kritik an Riester? Unberechtigt – meint die WWK

Nach Ansicht der WWK ist die Kritik an der Riester-Rente nicht gerechtfertigt. Mit 16,5 Millionen Riester-Verträgen sei sie eine Erfolgsgeschichte. Der Versicherer forciert im Gegensatz zum Markt das Riester-Geschäft und generiert weiter Zuwachsraten.


Nach Ansicht der WWK ist die Kritik an der Riester-Rente nicht gerechtfertigt. Mit 16,5 Millionen Riester-Verträgen sei sie eine Erfolgsgeschichte. Der Versicherer forciert im Gegensatz zum Markt das Riester-Geschäft und generiert weiter Zuwachsraten.


Pauschale Kritik an Riester? Unberechtigt – meint die WWK

Die Riester-Rente ist eine Erfolgsgeschichte, daran lässt Rainer Gebhart, Vorstand Vertrieb der WWK Versicherungen, keinen Zweifel. Die Durchdringung mit 16,5 Millionen Riester-Verträgen von 2002 bis heute sei viel höher als in der betrieblichen Altersversorgung in einem viel längeren Zeitraum. „Zu sagen, bAV ist eine Erfolgsgeschichte, aber Riester ist keine, das passt überhaupt nicht zusammen“, so Gebhart im Gespräch mit AssCompact.

Hohe Investitionsquoten sind machbar

Auch dass sich Riester nicht lohne, sieht Thomas Heß, Leiter des Maklervertriebs des Münchener Versicherers, anders. Betrachte man die für den Kunden entscheidende Förderrendite, sei Riester hinsichtlich der Rendite fast unschlagbar – auch nach Abzug aller Kosten. Zudem könnten intelligente Produktkonzepte auch in der aktuellen Niedrigzinsphase hohe Investitionsquoten in Aktienfonds erreichen. Er zielt damit auf das hauseigene Riester-iCPPI-Hybrid WWK IntelliProtect ab, bei dem zwischen Deckungsstock und Aktienfonds täglich nach Börsenlage angepasst werden kann. Die WWK erzielt für tatsächliche Vertragsverläufe Aktienquoten von bis zu 100%. Damit Kunden die Aktienquote ihres eigenen Vertrags künftig verfolgen können, arbeitet die WWK denn auch gerade an einem Online-Kundenportal.

Kostenbetrachtung ist zu einseitig

Der Kritik, dass Riester kostenintensiv ist, widerspricht Gebhart dagegen nicht. Letztlich sei es aber für den Kunden und den Vertriebspartner wichtig, was am Ende herauskomme. Bei den Berechnungen nach der Produktinformationsstelle Altersvorsorge (PIA) schneidet die WWK schlecht ab. Dies ergebe sich aus der Berechnungsmethode, so Ansgar Eckert, Marketingleiter- und Produktexperte bei der WWK. „In der PIA-Kalkulation wird im Prinzip die Überschusssituation des Tarifs nicht berücksichtigt. In der Kalkulation arbeitet man mit Bruttogrößen, die die Maximalgrößen sind und man deklariert darauf Überschüsse. Wir haben also Absicherungskosten von 0,8%, in der PIA werden wir aber mit 2,5% Bruttowert ausgewiesen. Und das ist nur ein Kritikpunkt von mehreren, der hier in aller Kürze erwähnt werden kann.“ Eine Betrachtung der Zahlen aus den Produktinformationsblättern führe ohne Expertenwissen schnell zu Fehlinterpretationen, so die WWK-Verantwortlichen.

Rendite trotz 100%-iger Beitragsgarantie

In der Diskussion steht gerade auch, ob bei Riester ein Verzicht auf die 100%-ige Beitragsgarantie mehr Rendite bringe. In seinem aktuellen Rating zu fondsgebundenen Riester-Produkten kommt etwa das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) zu dem Schluss, dass die Beitragsgarantie nicht mehr zeitgemäß sei und Rendite koste. Die Bruttobeitragsgarantie müsse bei Riester-Produkten flexibilisiert werden, so der Schluss des IVFP. So sehen das auch manche Versicherer und Investmentgesellschaften. Bei der WWK sieht man das anders. Gebhart erklärt: „Wir können auch mit 100% Beitragsgarantie attraktive Renditen erwirtschaften.“ Die WWK spricht sich nicht generell gegen Tarife mit Absicherungsniveaus unter 100% aus, aber es sollte auch möglich bleiben, eine 100%-ige Garantie anzubieten. Das sieht im Grunde auch das IVFP so: Für die Zukunft sei es wichtig, ein breites Portfolio an Riester-Produkten zu gewährleisten, um den Bedürfnissen aller Verbraucher gerecht zu werden, heißt es dort. Die WWK glaubt daran, dass sich die deutschen Kunden weiter für die hohe Sicherheit entscheiden werden.

Administration und Regulierung

Bleiben noch zwei grundsätzliche Kritikpunkte an Riester: Eine zu hohe Komplexität und zu wenig Regulierung. In Sachen Zulagenverfahren wünscht sich auch die WWK eine Vereinfachung, auch wenn sich der Versicherer über die vergangenen Jahre auf das Verfahren eingestellt habe. Eine klare Absage erteilt Gebhart einer Deutschlandrente, wie sie etwa in Hessen gefordert wird und die durchreguliert wäre: Er glaubt nicht, dass der Staat die Altersvorsorge besser könne als die privaten Versicherer. (bh)

Ein Interview zur Riester-Rente mit Rainer Gebhart, Vorstand Vertrieb, Thomas Heß, Organisationsdirektor/Leiter Partnervertrieb, und Ansgar Eckert, Marketingleiter der WWK Versicherungen, lesen Sie in AssCompact 08/2018, die in der ersten Augustwoche erscheint.




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