Steigende Beitragsanpassungen prägen weiterhin den Markt der privaten Krankenversicherung – sie erreichen aktuell wieder ein Niveau wie vor Einführung der Unisex-Tarife. Diese Entwicklung schildert das neue PKV-Beitragsstabilitätsrating von MORGEN & MORGEN, das jährlich veröffentlicht wird. Tatsache ist demnach: Auch unter angepassten Benchmarks verschiebt sich die Sterneverteilung weiter von den Höchstbewertungen in Richtung der mittleren und unteren Bewertungssegmente. 322 Tarife erreichen dennoch weiterhin vier oder fünf Sterne. Das sei ein Beleg dafür, dass Beitragsstabilität weiterhin möglich ist.
Der wesentliche Treiber der Beitragsentwicklung bleiben die steigenden Leistungsausgaben. Zusätzlich beeinflusst werden könnte dieser Trend durch die geplante GOÄ-Novellierung.
Wie entwickeln sich die Beitragsanpassungen?
Die durchschnittlichen Beitragsanpassungen (BAP) in der PKV sind weiter angestiegen. Im aktuellen Ratingjahrgang liegt die durchschnittliche Anpassung bei 4,88% und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 3,54%, so MORGEN & MORGEN. Der Anstieg fällt fast doppelt so stark aus wie in den beiden Vorjahren und erreicht wieder ein Niveau, das zuletzt vor Einführung der Unisex-Tarife im Jahr 2012 zu beobachten war (damals rund 4,7%).
Zu den wesentlichen Einflussfaktoren zählen die weiter steigenden Behandlungskosten infolge des medizinischen Fortschritts, die allgemeinen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen sowie die Inflation. Hinzu kommt die Bestandsalterung durch die steigende Lebenserwartung der Versicherten. Beitragsanpassungen infolge weiterer Rechnungszinsabsenkungen dürften dagegen nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.
Wie beitragsstabil sind die Tarifkombinationen?
Für den Ratingjahrgang 2026 hat MORGEN & MORGEN insgesamt 1.130 PKV-Tarifkombinationen bewertet. Um die Aussagekraft des Ratings langfristig zu erhalten, wurden die Benchmarks für den aktuellen Ratingjahrgang um 1,25 Prozentpunkte angehoben – deutlich stärker als in den beiden Vorjahren (jeweils 0,5 Prozentpunkte). Hierbei wurde der Verlauf der durchschnittlichen Beitragsanpassungen als Orientierung herangezogen.
Im aktuellen Ratingergebnis erreichen 154 Kombinationen fünf Sterne, 168 vier Sterne. Weitere 314 Tarifkombinationen bilden die Drei-Sterne-Kategorie. 321 Tarifkombinationen werden mit zwei Sternen und 173 Tarifkombinationen mit einem Stern bewertet. Damit liegt noch knapp ein Drittel im sehr guten bis ausgezeichneten Bereich, ebenfalls knapp ein Drittel befindet sich inzwischen im Mittelfeld, während rund 43% bereits dem unteren Bewertungssegment zuzuordnen sind.
Welche Entwicklung zeigen die Ratingergebnisse?
Die Gesamtzahl der bewerteten Tarifkombinationen steigt leicht von 1.118 auf 1.130. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Höchstbewertungen weiter. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung im unteren Bewertungssegment: Die Zahl der Ein- und Zwei-Sterne-Tarife steigt am stärksten an. Der Effekt, dass nach der Einführung der Unisex-Tarife zunächst ausschließlich junge, neu kalkulierte Tarife auf dem Markt waren, deren Beitragsanpassungen erwartungsgemäß gering ausfielen, ist inzwischen verpufft, erläutert MORGEN & MORGEN. In den ersten Ratingjahrgängen seit der Unisex-Einführung fielen die durchschnittlichen Beitragsanpassungen zunächst sehr gering aus und stiegen nur langsam an. Die Rating-Benchmarks wurden daher eine Weile beibehalten. Erst in den letzten beiden Jahren wurden die Benchmarks geringfügig angepasst. In diesem Jahr war nun erstmalig eine deutlichere Anpassung der Benchmarks notwendig, um auf die Marktgegebenheiten mit deutlich gestiegenen Beitragsanpassungen zu reagieren.
Auch wenn bei den Stellschrauben des Ratings die Marktentwicklung berücksichtigt wird, ist über die Jahre eine Verschlechterung der Sterneverteilung zu erkennen, was die Situation der zunehmenden Beitragsanpassungen widerspiegelt. (mki)
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