Die Pflegeversicherung soll umfassend in einer Pflegereform 2027 reformiert werden. Hintergrund ist das geplante Pflegeneuordnungsgesetz. Nach der Sommerpause soll das Gesetzesverfahren wieder an Fahrt aufnehmen.
Vor diesem Hintergrund präsentiert der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) den „Neuen Generationenvertrag für die Pflege“. Mit dem Vorschlag bringt der PKV-Verband eine Alternative zu den bisherigen Reformvorschlägen ein. Ziel des Konzepts ist es, den Beitragssatz in der Pflege zu senken und eine implizite Verschuldung zulasten der jungen Generation zu stoppen.
Verband: Deutliche Senkung des Beitragssatzes möglich
PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther: „Angesichts der zunehmenden Überforderung von Beitragszahlern und Wirtschaft ist ein Umdenken in der Pflegefinanzierung überfällig. Der ‚Neue Generationenvertrag‘ des PKV-Verbands ist ein durchgerechnetes Modell, mit dem der Ausstieg aus der Beitragsspirale in der Sozialen Pflegeversicherung gelingen kann. Bei konsequenter Umsetzung könnte der Beitragssatz sogar von heute durchschnittlich 3,8% auf bis zu 2,3% im Jahr 2050 sinken.
Mehr Spielraum für eigene Vorsorge
Der „Neue Generationenvertrag“ sieht vor, die Zahlbeträge der gesetzlichen Pflegeversicherung auf dem heutigen Niveau festzuschreiben. In der Folge würde der Beitragssatz sukzessive sinken. Die Versicherten hätten somit mehr Spielraum, um selbst gegen das Pflegerisiko vorzusorgen – zum Beispiel mit einer Pflegezusatzversicherung. Je jünger sie sind, desto leichter wird ihnen dies fallen, da Pflegebedürftigkeit in der Regel erst im hohen Alter eintritt.
Ältere Menschen müssten im Pflegefall auf angespartes Vermögen zurückgreifen. Um den Übergang auf das neue System abzufedern, könnte die gesetzliche Pflegeversicherung für die ältere Bevölkerung und bereits Pflegebedürftige einen höheren Anteil der steigenden Pflegekosten übernehmen. (bh)
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