Interview mit Jakob Behringer, Geschäftsführer bei Behringer Beratung
Hi, Jakob, wie hast du denn den Weg in die Versicherungsbranche eingeschlagen?
Wie so viele über den Strukturvertrieb, und dafür bin ich bis heute dankbar. Dort habe ich vier Jahre lang das Verkaufen gelernt. Danach habe ich mich als Makler bewusst fürs Beraten entschieden.
Du bist in erster Linie bei betrieblichen Versorgungssystemen tätig – wie kam es zu diesem Geschäftsfeld?
Eher zufällig. Ich bin direkt nach der Schule gestartet, mein Umfeld hat damals größtenteils studiert. Ich wollte aber Miete zahlen können, und deswegen mussten wir eine planbare Quelle für neue Mandanten finden. Also haben wir Unternehmen kalt angesprochen. Dabei habe ich schnell gemerkt, dass ich mit Geschäftsführern am besten harmoniere. Wir sprechen einfach dieselbe Sprache. Und über die Firma kam die Versorgung der Belegschaft ganz natürlich dazu.
Deine Kunden sind folglich primär Gesellschafter-Geschäftsführer. Seriöses Auftreten ist immer wichtig – bei solchen Kunden noch wichtiger?
Wer jung ist und vor einem gestandenen Geschäftsführer sitzt, bekommt keinen Vertrauensvorschuss. 20 Jahre Berufserfahrung sieht man uns eben noch nicht an. Deshalb wurden wir umso härter getestet und mussten das mit Fachwissen wettmachen. Wer nur seriös auftritt, aber fachlich nicht liefert, ist bei der ersten kritischen Rückfrage raus.
Du bietest sowohl Honorar- als auch Provisionsberatung sowie Service Fees an. Verteilt sich die Nachfrage gleichmäßig auf die drei Vergütungsmodelle?
Das hängt stark davon ab, wen wir beraten. Geschäftsführer entscheiden sich meist für die Honorarvariante, weil bei hohen Beiträgen sonst unverhältnismäßig hohe Abschlusskosten entstehen. Für die Belegschaft ist ein günstiger, moderner Provisionstarif meist das Mittel der Wahl und je nach Sparte auch die sinnvollere Lösung. Service Fees sind bisher der kleinste Teil. Bei der Geldanlage verlangen wir keine Gebühr vorab auf das angelegte Vermögen, sondern eine laufende Management Fee. Dieser Anteil wächst mit den Depots unserer Mandanten mit.
Hast du wirklich, wie es in deiner Bewerbung steht, 50+ KI-Agent-Mitarbeiter?
Mittlerweile sind es sogar über 70. Darunter darf man sich aber keine 70 Vollzeitkräfte vorstellen. Jeder Agent hat genau eine kleine, exakt definierte Aufgabe. Und es gibt keinen Bereich im Unternehmen, in dem sich nicht Aufgaben planbar abgeben lassen. Mir geht es dabei nicht darum, Menschen zu ersetzen. Die KI übernimmt, was kein Mensch machen muss, und schafft mir Freiraum für die Momente, in denen es Menschlichkeit braucht, allen voran das Gespräch mit meinen Mandanten. Für mich ist das Maklerbüro der Zukunft eine Mischung aus Menschen, KI-Agenten und Automationen.
Was ist dein nächstes großes Ziel?
In den letzten Jahren habe ich das Unternehmen auf ein Fundament gestellt, das Wachstum planbar macht. Jetzt, wo die Prozesse stehen, brauche ich wieder mehr Unterstützung aus Fleisch und Blut. Ich baue ein Vertriebsteam auf und gebe fachlich starken Vermittlern die Chance, Teil eines tollen Teams zu werden, ohne sich selbst um Akquise kümmern zu müssen. Wer sich beim Lesen angesprochen fühlt, weiß ja jetzt, wo er mich findet.
Dein Tipp für die nächsten Jungmakler-Bewerber?
Wer mit dem Gedanken spielt, sich zu bewerben, sollte sich einfach trauen. Man lernt in jedem Fall dazu, über sich selbst und über das eigene Unternehmen. Egal ob man am Ende gewinnt oder nicht: Allein der Prozess und das Jungmakler-Netzwerk sind es wert.
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