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28. Juli 2020
Prämieneinbruch, Bestandsabrieb – Die Assekuranz in schwierigem Fahrwasser

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Prämieneinbruch, Bestandsabrieb – Die Assekuranz in schwierigem Fahrwasser

Rückgang der Makler bis 2025 um bis zu 23%

Auch im Vertrieb sind die Auswirkungen deutlich spürbar. So werden abschlussorientierte Vermittler mit Branchenfokus in Leben und Kranken eher aus dem Markt ausscheiden als Vermittler mit Schwerpunkt in der Sachsparte und höheren laufenden Einnahmen, so die Einschätzung von EY Innovalue.

Den Vertriebskanal über Vermittler als solchen sehen die Experten aber nicht in Gefahr, der Bedeutungsgewinn von Maklern bleibe weiterhin intakt. Doch neben den Folgen der Corona-Krise tragen die zunehmenden regulatorischen Anforderungen und insbesondere die Überalterung zum Vermittlerschwund bei. Vor allem die Einzelkämpfer der Einzel- und kleineren Mittelstandsmakler seien unter Druck. Doch auch bei Pools und Vermittlerorganisationen werde sich der Konsolidierungstrend fortsetzen. Insgesamt rechnen die Experten damit, dass die Zahl der eingetragenen Makler bis 2025 um 18 bis 23% schrumpfen wird.

Ein Drittel weniger gebundene Vermittler?

Bei den gebundenen Vermittlern könnte es sogar einen Rückgang von 30 bis 34% geben. „Ausschließlichkeitsagenten sind zwar kurzfristig durch die Unterstützung der Versicherer gut gewappnet, gleichwohl bleibt der Trend zum Ausscheiden älterer Vermittler oder von Vermittlern mit hohem Leben-/Kranken-Fokus bestehen. Dies gilt insbesondere, wenn die Vermittler die digitalen Möglichkeiten der Kundeninteraktion nicht nutzen“, unterstreicht Tobias Schulz, Director bei EY Innovalue.

Versicherer brauchen Transparenz über Marktentwicklung

„Die Versicherer sollten sich Transparenz über die Marktentwicklung verschaffen und Szenarien erstellen, die auf dem eigenen Portfolio basieren“, so das Resümee von Studienautorin Palte. Ziel sei es, die Auswirkungen auf die Vermittler zu verstehen und Maßnahmen zur Neugeschäfts- und Bestandssicherung abzuleiten. Zudem gelte es für die Versicherer zu überprüfen, welche Risiken sie bereit sind, in ihr Portfolio zu nehmen.

Strategien überdenken

Ihre mittel- bis langfristigen Strategien hinsichtlich der Zusammensetzung des Portfolios, aber auch in Sachen Digitalisierung sollten die Gesellschaften überarbeiten. Die Risikoprofile der Kundenzielgruppen müssten neu bewertet und gegebenenfalls neue Produkte und Services entwickelt werden. (tk)

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