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P&R-Skandal: Gläubiger erhalten erste Abschlagszahlung
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P&R-Skandal: Gläubiger erhalten erste Abschlagszahlung

Nächste Runde im Skandal um die insolvente P&R-Gruppe. Der Insolvenzverwalter hat mitgeteilt, dass die Vorbereitungen für die ersten Abschlagszahlungen weitgehend abgeschlossen sind und die Gläubiger schon bald die ersten Auszahlungen erhalten werden.

In den Insolvenzverfahren der vier deutschen P&R-Containerverwaltungsgesellschaften sind die Vorbereitungen für die ersten Abschlagsverteilungen an die insgesamt rund 54.000 Gläubiger weitgehend abgeschlossen. Insgesamt werden rund 83.000 Einzelforderungen in den Insolvenzverfahren der vier P&R Containerverwaltungsgesellschaften bedient. Das teilte der Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé nun in einer offiziellen Meldung mit. Demnach konnten die Verteilungsverzeichnisse beim Insolvenzgericht niedergelegt werden.

206,7 Mio. Euro zur Auszahlung

Insgesamt sollen so 206,7 Mio. Euro ausgezahlt werden. Die Auszahlungen an die Gläubiger, deren Forderungen festgestellt sind, werden erfolgen, sobald die insolvenzrechtlichen Fristen abgelaufen sind und die Gläubigerausschüsse final die auszuzahlenden Quoten festgesetzt haben. Das werde voraussichtlich im zweiten Quartal 2021 der Fall sein. Angesichts der Größe und Komplexität der P&R-Insolvenz sei das eine sehr früher Zeitpunkt.

4 und 7,5% Abschlagszahlung

Alle Gläubiger einer P&R-Gesellschaft mit festgestellten Forderungen erhalten jetzt die gleiche Quote. Da jedoch die in den einzelnen Verfahren zu bildenden Rückstellungen unterschiedlich sind, sind auch die im Rahmen der ersten Abschlagsverteilung auszahlbaren Quoten noch unterschiedlich. In den beiden großen Insolvenzverfahren der P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH (GC) und der P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH (LF) mit rund 66.000 Einzelforderungen wird eine Quote von 7,5% an die Gläubiger ausgezahlt. Bei der P&R Transport-Container GmbH (TC) und der P&R Container Leasing GmbH (CL) mit insgesamt 17.300 Auszahlungen wird die Quote wegen der höherer, notwendiger Rückstellungen 4% betragen. Die Gläubiger werden vom Insolvenzverwalter schriftlich über die Auszahlung und die Höhe des für ihre festgestellte Forderung ermittelten Auszahlungsbetrags informiert, sobald die Auszahlungen erfolgen können.

Weitere Zahlung schon im nächsten Jahr möglich

„Wir gehen derzeit davon aus, dass es bereits im nächsten Jahr eine weitere Abschlagsverteilung geben wird. Grundsätzlich wollen wir diese so schnell wie möglich vornehmen, damit die Gläubiger von den Verwertungserfolgen profitieren können“, so der Insolvenzverwalter Dr. jur. Michael Jaffé. Da Abschlagsverteilungen dieser Größenordnung sehr aufwendig seien, sei die Durchführung jedoch nur sinnvoll, wenn ausreichende weitere Erträge erwirtschaftet worden sind oder sich Rückstellungen auflösen lassen. Aktuell entwickle sich die Containerverwertung trotz der Corona-Pandemie weiterhin sehr erfreulich. Insgesamt hat der Insolvenzverwalter bisher Erlöse von 475 Mio. Euro für die Gläubiger generiert und gesichert. (mh)

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