AssCompact suche
Home
Assekuranz
2. März 2026
Rating Krankenzusatz: Angebot groß, doch Unterschiede sind „erheblich“
Rating Krankenzusatz: Angebot groß, doch Unterschiede sind „erheblich“

Rating Krankenzusatz: Angebot groß, doch Unterschiede sind „erheblich“

Franke und Bornberg hat die aktuellen Ratingergebnisse für den Bereich Krankenzusatz vorgelegt. Wie bereits in den Vorjahren sind die Unterschiede zwischen den am Markt erhältlichen Tarifen „erheblich“. Nur ein Versicherer kann in allen fünf Teilbereichen die Bestnote erreichen.

Die Nachfrage nach Krankenzusatztarifen bleibt ungebrochen hoch. Über 24 Millionen Versicherte hierzulande verfügen über einen Zusatzschutz, um den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufzustocken. Innerhalb der letzten zehn Jahre sind die Beitragseinnahmen in der privaten Krankenzusatzversicherung um rund 40% auf 7,4 Mrd. Euro gestiegen, heißt es in der Pressemitteilung des Ratinghauses Franke und Bornberg anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Ratingjahrgangs.

Ein Blick auf die Tariflandschaft zeigt: Das Angebot ist groß, die Unterschiede zwischen den Tarifen „erheblich“. Das Rating bewertet die Tarife in fünf Teilkategorien: Zahn, Stationär, Sehhilfen, Naturheilverfahren und Vorsorge. Nur ein Versicherer schafft es, in allen fünf Produktbereichen mindestens einmal die Bestnote FFF+ („hervorragend“) zu erreichen.

Die meisten Anbieter decken alle Bereiche ab, doch manche Versicherer bieten auch eigenständige Tarife oder Bausteine an, so Franke und Bornberg.

Mehrheit der Zahnzusatztarife im Mittelfeld

Das bei Weitem größte Segment der Krankenzusatzversicherung ist die Zahnzusatzversicherung. Über 20 Millionen Versicherte haben einen Vertrag.

 

Rating Krankenzusatz: Angebot groß, doch Unterschiede sind „erheblich“

 

Für den aktuellen Jahrgang bewertet das Analysehaus ganze 265 Tarife. Davon erreichen 17% bzw. 46 Tarife – und damit drei mehr als im Vorjahr – die Bestnote FFF+ („hervorragend“). Die große Mehrheit bewegt sich im soliden Mittelfeld (siehe Grafik), jedoch sind auch 10% der Tarife laut Franke und Bornberg „mangelhaft“ und sogar 12% schlichtweg „ungenügend“.

Allerdings benötigt gar nicht jeder Versicherte einen Spitzentarif, erklären die Experten, bzw. möchte sich einen solchen leisten. Das breit gestaffelte Angebot bietet aufgrund dessen eine gute Basis, den passenden Schutz für jeden Geldbeutel zu finden.

Stationäre Zusatztarife weisen höchstes Niveau unter Zusatzsparten auf

Das höchste Qualitätsniveau unter den Zusatzsparten bietet die stationäre Krankenzusatzversicherung. Fast ein Viertel der 126 untersuchten Tarife erhalten die Note FFF+ („hervorragend"), und knapp jeder fünfte wird mit „sehr gut“ (FFF) bewertet. Auch hier findet sich ein starkes Mittelfeld, während die Anzahl der mit „mangelhaft“ bewerteten Tarife mit zwei auf Vorjahresniveau liegt und die Anzahl der „ungenügenden“ Angebote von neun auf sechs zurückgegangen ist.

Die stationäre Zusatzversicherung bietet Leistungen wie den Aufenthalt im Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarzt- bzw. Privatarztbehandlung sowie freie Krankenhauswahl.

Sehhilfe: 13% der Tarife mit Bestbewertung

Bei ambulanten Zusatztarifen bewertet Franke und Bornberg drei getrennte Teilbereiche. Das ist vor allem dem geschuldet, dass das Rating an Aussagekraft verlieren würde, wenn diese Teilbereiche zusammengefasst würden. Denn dann würden nur wenige Tarife übrig bleiben, die in allen Teilbereichen top bewertet werden, doch nicht alle Versicherte haben die gleichen Prioritäten: „Einige Menschen legen vor allem Wert auf Naturheilverfahren wie Akupunktur und TCM, andere auf erweiterten Vorsorgeschutz und Impfungen“, so Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH.

Im Ratingbereich „Sehhilfen“ erreichen 13% der Tarife die Bestnote, gefolgt von 11% mit der zweitbesten Bewertung FFF („sehr gut“). Die meisten Tarife (31%) tummeln sich, wie bereits in anderen Kategorien, mit der Bewertung FF+ („gut“) im Mittelfeld. Tarife, die keine Leistungen für den jeweiligen Teilbereich für ambulante Leistungen enthalten, werden in der betreffenden Kategorie mit F- („ungenügend“) bewertet.

Nicht viel Bewegung bei Naturheilverfahren- und Vorsorgetarifen

Im Teilbereich Naturheilverfahren hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum etwas verändert, mit nur 9% der Tarife, die als „hervorragend“ bewertet werden. 28% erhalten die Bewertung „sehr gut“.

Das PKV-Zusatzrating Vorsorge untersucht, welche Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen über das gesetzliche Maß hinaus erstattet werden. Auch hier ergeben sich im Vergleich zum Vorjahr kaum Änderungen: 15% der Tarife erhalten die Bestnote, 7% eine „sehr gute“ Bewertung. Ein Viertel der Tarife erhalten die Note FF+ („gut).

Die Versicherer mit den meisten Topbewertungen

 

Rating Krankenzusatz: Angebot groß, doch Unterschiede sind „erheblich“

 

Wie in den Vorjahren kann nur ein einziger Versicherer in allen fünf Bereichen mindestens einmal die Bestnote FFF+ erreichen, und zwar die SDK (siehe Grafik)

Drei weitere Versicherer folgen mit jeweils vier Topbewertungen: Barmenia, DKV und Münchener Verein. Sieben Versicherer erreichen drei Mal ein FFF+. In alphabetischer Reihenfolge sind das ARAG, Concordia, DFV, INTER, SIGNAL IDUNA, VKB/UKB und Württembergische.

Franke und Bornberg wertet es zunächst als gutes Signal, dass Angebot und Qualität auf Vorjahresniveau bleiben. Solange leistungsstarke Tarife in allen Bereichen zu finden seien, sei das eine gute Nachricht. Mehr Bewegung in der Zusatzversicherung erwartet das Ratinghaus, wenn die Reform der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) verabschiedet ist. (js)

Lesen Sie auch: Das sind die aktuellen Maklerfavoriten in der PKV-Zusatzversicherung
PKV verzeichnet stabiles Wachstum – und starken Kostenschub