Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, der Kostendruck vieler deutscher Haushalte ist hoch und das spiegelt sich zunehmend auch im Rechtsalltag wider. Der „ARAG Trendmonitor Recht 2025“ zeigt: Rechtliche Auseinandersetzungen in den Bereichen Arbeit sowie Miete und Wohnen sind seit der COVID-Pandemie massiv gestiegen und prägen die Rechtsschutzversicherung. Erstmals macht ARAG die Erkenntnisse aus ihren jährlichen gemeldeten Rechtschutzfällen gebündelt öffentlich. Demnach hat der Konzern im Jahr 2025 in mehr als 765.000 Rechtsschutzfällen Unterstützung geleistet.
Arbeitsrecht: Kündigungsschutzklagen im Fokus
In den vergangenen fünf Jahren stiegen Auseinandersetzungen im Bereich Arbeitsrecht um 63% an. 2025 waren es gesamt knapp 76.000 Fälle. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 11,1%.
Auffällig ist die starke Zunahme von Kündigungsschutzklagen um 33% allein im Jahr 2025. „Wir stellen fest, dass nicht mehr vornehmlich Kunden mit niedrigen Einkommen betroffen sind, sondern auch immer mehr mit mittleren und auch höheren Einkünften“, erläutert Hanno Petersen, Vorstand Konzern IT und Operations bei der ARAG SE.
Treiber der Entwicklung dürfte die steigende Zahl an Insolvenzen sein. Die Auswertung zeigt: Kündigungen, Lohnfragen und Aufhebungsverträge sind die Top-3-Gründe für rechtliche Auseinandersetzungen im Arbeitsalltag.
Wohnen als wachsendes Konfliktfeld
Parallel dazu entwickelt sich das Thema Wohnen zu einem dauerhaften Streitpunkt. Steigende Nebenkosten, Mieterhöhungen und Konflikte über Mietmängel führen zu einer wachsenden Zahl rechtlicher Auseinandersetzungen. Besonders auffällig sei, dass Verbraucher ihre Ansprüche zunehmend auch bei kleineren Beträgen durchsetzen, erklärt Petersen. Dies deute auf schwindende finanzielle Spielräume hin.
In dem Bereich sind die Rechtsfälle der ARAG in den vergangenen fünf Jahren sogar um 74% gestiegen. Allein 2025 lag das Plus bei 15,1%. Absolut bedeutet dies rund 91.500 Fälle.
Trend zeigt auch 2026 nach oben
Während Arbeit und Wohnen dominieren, zeigen andere Sparten wie Verkehrs- oder Vertragsrecht laut dem Trendmonitor keine vergleichbar eindeutigen Entwicklungen. Die Fallzahlen verteilen sich hier weiterhin kleinteilig, größere Massenschäden – wie etwa zu Zeiten des Abgasskandals – blieben zuletzt aus.
Doch mit Blick ins laufende Jahr bestätigt sich die Entwicklung der Vorjahre: Im ersten Quartal 2026 stiegen die Fallzahlen im Arbeitsrechtsschutz bei der ARAG erneut um 12,2%, während der Mietrechtsschutz auf hohem Niveau um weitere 3,1% zulegte. (bh)
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