Der deutsche Versicherungsmarkt ist wohl nicht für alle attraktiv – das suggeriert ein Bericht von Bloomberg. Der in Bermuda sitzende Run-off-Spezialist Athora prüft demnach aktuell, welche Optionen es für ihn im Deutschlandgeschäft gibt. Dabei stehe auch ein Verkauf zur Debatte, schreibt Bloomberg unter Berufung auf „mit der Angelegenheit vertraue Personen“. Der Prozess befinde sich allerdings noch in einem frühen Stadium. Dass Athora weiter in Deutschland aktiv bleibt, sei ebenso möglich.
Aufbau in Deutschland wohl schwierig
Dem Bericht zufolge prüfe Athora deswegen die deutsche Einheit, weil es wohl anhaltende Schwierigkeiten gebe, das Geschäft hierzulande substanziell auszubauen. Bloomberg erläutert weiterhin, dass Athora und die AXA 2024 einen geplanten Deal über die Übertragung von Policen im Volumen von 19 Mrd. Euro platzen ließen. Und auch im Bieterverfahren um den auf die Konsolidierung von Lebensversicherungsbeständen spezialisierten Viridium-Konzern unterlag Athora 2025. U. a. Allianz und BlackRock hatten Viridium damals übernommen.
Deutsche Bank schielt auf Frankfurter Leben
Anders betrachten wohl die Deutsche Bank und ihr Vermögensverwalter DWS das deutsche Run-off-Geschäft. Denn diese sind, ebenso laut einem Bloomberg-Bericht, interessiert an einer „bedeutenden Minderheitsbeteiligung“ an der Frankfurter-Leben-Gruppe. Aktuell wird das Unternehmen vom chinesischen Mischkonzern Fosun International kontrolliert und verwaltet etwa 700.000 Versicherungsverträge, wie auf der Website der Frankfurter-Leben-Gruppe zu lesen ist.
Bloomberg spekuliert weiterhin, dass die Frankfurter Leben mit der Unterstützung der Deutschen Bank und der DWS eine „ambitionierte Akquisitionsstrategie“ verfolgen und möglicherweise wieder neue Lebensversicherungspolicen zeichnen könnte – auch das Lebensversicherungsportfolio von Zurich Insurance könnte dabei zu den möglichen Zielen gehören.
Laut dem Bericht, der sich auf „darüber informierte Personen“ beruft, dauern die Gespräche an. Ein Deal sei nicht sicher. Offizielle Stellungnahmen von Deutsche Bank und DWS gebe es auf Nachfrage nicht. (mki)
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