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5. Mai 2026
Sachversicherung: Naturgefahren kosten Versicherer 1,4 Mrd. Euro
Sachversicherung: Naturgefahren kosten Versicherer 1,4 Mrd. Euro

Sachversicherung: Naturgefahren kosten Versicherer 1,4 Mrd. Euro

Rund 1,4 Mrd. Euro haben die deutschen Sachversicherer im Jahr 2025 für Naturgefahrenschäden ausgegeben. Damit fiel die Summe deutlich niedriger aus als im Vorjahr. Sturm und Hagel verursachten die Mehrheit der Schäden, Elementarschäden sind im Durchschnitt jedoch deutlich teurer.

Nach einem schadenträchtigen Jahr 2024 mussten die deutschen Sachversicherer 2025 deutlich weniger Geld für Naturgefahrenschäden ausgeben. Schäden in Höhe von rund 1,4 Mrd. Euro haben Naturgefahren im Jahr 2025 angerichtet. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 waren es insgesamt 4,7 Mrd. Euro. Das zeigen neue Zahlen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV).

Elementarschäden deutlich teurer als Sturm- und Hagelschäden

Rund 1 Mrd. Euro entfielen auf Schäden, die durch Sturm oder Hagel verursacht wurden. Die Anzahl der Schäden lag bei etwa 479.000. Durchschnittlich leisteten Versicherer rund 2.100 Euro pro Schaden.

Versicherte Elementarschäden schlugen mit rund 400 Mio. Euro zu Buche, und das bei rund 88.000 Schäden. Die durchschnittlichen Kosten pro Schaden lagen bei rund 4.700 Euro und damit deutlich über denen von Sturm und Hagel. Sturm- und Hagelschäden treffen zwar häufig viele Gebäude gleichzeitig, verursachen aber oft eher kleinere Schäden, etwa an Dächern, Fassaden oder Fenstern, während Überschwemmungs- und Starkregenschäden wesentlich kostspieliger sind, so der GDV.

Wo Schäden am teuersten waren

Wenn man auf die einzelnen Bundesländer blickt, lag die Schadenhäufigkeit pro 1.000 Verträgen bei Sturm- und Hagelschäden am höchsten im Saarland. Hier lag der Wert bei 20,4, gefolgt von Brandenburg mit 16. Die niedrigste Schadenhäufigkeit pro 1.000 Verträge konnte Bayern verzeichnen (3,7). Auch Hamburg kam mit 4,4 Schäden pro 1.000 Verträgen relativ glimpflich davon. Am teuersten waren die einzelnen Schäden im Schnitt in Baden-Württemberg mit 3.300 Euro, in Bayern waren es im Schnitt 3.000 Euro.

Bei den Elementarschäden ist Sachsen mit 9,6 „Spitzenreiter“ bei der Schadenhäufigkeit pro 1.000 Verträge, Thüringen liegt mit 5.0 dahinter. Am niedrigsten lag sie in Berlin mit 2,2 und Hamburg mit 2,4 – allerdings waren sie in der Hansestadt mit im Schnitt 6,500 Euro auch am teuersten, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, wo die Schäden durchschnittlich je 5,800 Euro kosteten. Am „günstigsten“ waren sie im Schnitt in Brandenburg (1.700 Euro) und Sachsen (1.800 Euro).

Unterdurchschnittliches Schadenjahr nicht als Trend interpretieren

Der GDV warnt davor, das vergleichsweise „ruhige“ Naturgefahrenjahr 2025 als „Trend“ zu interpretieren. Warum niedrigere Schäden nicht mit sinkenden Risiken verwechselt werden dürfen, zeigt beispielsweise der aktuelle „European State of the Climate Report 2025“: Europa erwärmt sich seit den 1980er-Jahren rund doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Im Jahr 2025 lagen die Temperaturen auf mehr als 95% der Fläche über dem Mittel. Hitzewellen werden häufiger, während Gletscher an Masse verlieren und Starkregenereignisse häufiger und intensiver werden. Das Jahr 2025 bliebe damit eine Momentaufnahme. (js)

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