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3. August 2021
So blicken die Versicherer auf Aktien, Immobilien & Co.

So blicken die Versicherer auf Aktien, Immobilien & Co.

Mehr als ein Jahr nach dem pandemiebedingten Crash an den Aktienmärkten hat Assekurata die Kapitalanleger deutscher Versicherer zu ihrer aktuellen Einschätzung der Kapitalmärkte befragt. Insgesamt herrscht demnach zwar Optimismus, zwischen den Anlageklassen gibt es aber massive Unterschiede.

Im Frühjahr 2020 löste die Corona-Krise einen Kursrutsch des Dax von rund 40% innerhalb weniger Tage aus. Allerdings erholten sich die Märkte auch wieder in Rekordzeit und stellten neue Rekordhochs auf. Der Dax kletterte etwa im vergangenen Monat auf ein neues Allzeithoch von 15.790 Punkten. Entsprechend positiv zeigen sich auch wieder die Kapitalanleger der deutschen Versicherungsunternehmen in der diesjährigen Befragung von Assekurata zur Kapitalmarktsituation und -entwicklung. An der Online-Umfrage, die von Mitte April bis Mitte Mai durchgeführt wurde, nahmen diesmal 34 Kapitalanleger teil.

So blicken die Versicherer auf Aktien, Immobilien & Co.
Hälfte der Befragten für 2021 optimistisch

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Stimmungsbild deutlich gewandelt. Während im vergangenen Jahr keiner der Befragten von einer guten Entwicklung ausgegangen war, stimmen in diesem Jahr 41% der Aussage eher und 9% sogar voll zu. Somit geht die Hälfte der Befragten für 2021 von einem positiven Jahr unter Kapitalanlagegesichtspunkten aus. Entsprechend hat sich der Anteil der Pessimisten verringert. Allerdings müsse berücksichtigt werden, dass zum Befragungszeitpunkt die aktuell steigenden Inzidenzwerte durch die Ausbreitung der Delta-Variante noch nicht absehbar waren.

Niedrigzinsen bleiben für Versicherer eine große Belastung

Zu schaffen machen den Versicherern weiterhin die anhaltenden Niedrigzinsen. Sie belasten weiterhin ihre Kapitalerträge. Aufgrund der mittlerweile negativen Renditen auf zehnjährige Bundesanleihen müssen die Gesellschaften zunehmend auf andere Anlageklassen ausweichen. Unternehmensanleihen gelten derzeit als die wichtigste Anlageklasse. 82% sprechen dem Segment eine mittlere, hohe oder sehr hohe Bedeutung zu.

So blicken die Versicherer auf Aktien, Immobilien & Co.
Auch Aktien und Immobilien hoch im Kurs

Neben Unternehmensanleihen nennen die Befragten auch Aktien und Immobilien als wichtige Anlagesegmente: hier wird die Bedeutung von 78% der Befragten als „mittel“ oder „höher“ eingestuft. Daneben sind Infrastruktur und Private Debt aus Sicht der Kapitalanleger der Versicherer besonders attraktive neuere Anlagesegmente. Sie haben mit je 20% den größten Anteil an Antworten der Kategorie „sehr hoch“ erhalten.

Gemischtes Bild zu Staatsanleihen

In der Neuanlage wird das traditionell sehr wichtige Anlagesegment der Staatsanleihen sehr unterschiedlich bewertet. Fast die Hälfte der Teilnehmer ordnet ihnen eine geringe oder sogar keine Bedeutung für neue Kapitalanlagen zu. Zwei Drittel der Befragten planen, den Anteil der festverzinslichen Wertpapiere in ihrem Portfolio zu verringern. Das verdeutlicht laut Assekurata den Strategiewechsel der Versicherer in der Kapitalanlage.

Wohnimmobilien besonders gefragt

Neben Anleihen stellen Aktien und Immobilien weiterhin einen zentralen Teil der gesamten Kapitalanlagestrategie dar. Während die Aktienquote bei 64% auf dem bisherigen Niveau gehalten werden soll, plant die Hälfte der Befragten eine Erhöhung der Immobilienquote. Auf die jeweiligen Immobilienmärkte blicken die Kapitalanleger deutscher Versicherer sehr unterschiedlich. Während keiner bei den Immobilienpreisen im Bereich Wohnen einen Preisverfall erwartet und 85% von steigenden bzw. 6% von stark steigenden Preisen ausgehen, sieht die Situation bei Büroflächen ganz anders aus. Hier geht knapp die Hälfte der Teilnehmer von sinkenden oder gar stark sinkenden Preisen aus. 50% rechnen mit gleichbleibenden Immobilienpreisen. Im Bereich Einzelhandel sind sich die Kapitalanleger weitestgehend einig: Über 70% gehen hier von sinkenden Preisen aus.

Varianten als größte Gefahr

Die Ausbreitung der Delta-Variante und das damit einhergehende Ansteigen der Inzidenzen in Europa sahen die Kapitalanleger bereits zum Zeitpunkt der Umfrage, und gaben den Aspekt „Mutationen des Coronavirus“ als das größte Gefährdungspotenzial für die hiesige Wirtschaft an. Die Allgegenwärtigkeit der Corona-Pandemie zeigt sich auch am zweiten Gefährdungspotenzial, der Verschleppung der Impfkampagne. (mh)

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