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31. Juli 2020
So hat sich die Kapitalanlage der Versicherer verändert
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So hat sich die Kapitalanlage der Versicherer verändert

Wie hat sich die Kapitalanlage der Versicherer und Pensionseinrichtungen in den letzten 15 Jahren entwickelt? Dieser Frage ist das Beratungsunternehmen Kommalpha in einer aktuellen Studie nachgegangen. Auch die aktuellen Folgen der Corona-Krise haben die Experten dabei beleuchtet.

Das Beratungsunternehmen Kommalpha hat die Kapitalanlagen von Versicherungen und Pensionseinrichtungen analysiert. Versicherungen und Pensionseinrichtungen sind demnach die klar größten Anlegergruppen des institutionellen Asset Managements in Deutschland. Die Summe der Finanzaktiva beträgt rund 3,1 Bio. Euro. Ende 2005 lag dieser Wert bei rund 1,6 Bio. Euro. Damit hat sich das Volumen in den vergangenen 15 Jahren nahezu verdoppelt.

Fonds mit Abstand favorisierte Anlageform

Investmentfonds sind mit fast 39% und einem Volumen von 1,12 Bio. Euro die mit Abstand favorisierte Anlageform der Finanzanlagen der beiden Betrachtungsgruppen, gefolgt von Schuldverschreibungen mit einem Anteil von knapp 17%. Direkt gehaltene Aktien, Einlagen und Kredite schließen sich mit relativ gleichen Anteilen um die 12 bis 13% an den gesamten Finanzaktiva an. Pensionseinrichtungen sind das in Relation am stärksten wachsende Segment im Bereich Fondsanlagen. Sie halten über 62% ihrer Finanzaktiva über Investmentfonds. Ihre Fondsbestände steigerten sich in der Betrachtungsperiode um fast 400%. In absoluten Beträgen bedeutet dies seit 2005 eine Zunahme um 337 von auf 421 Mrd. Euro.

Spezialfonds am beliebtesten

Für Versicherungen und Pensionseinrichtungen bleibt der deutsche offene Spezial-AIF das mit Abstand beliebteste Produkt für die indirekte Kapitalanlage. Sie sind auch die mit Abstand dominierenden Kundengruppen im Spezialfondsgeschäft und vereinen einen Marktanteil von knapp 60% auf sich. Das Volumenwachstum und Nettomittelaufkommen ist bei beiden Betrachtungsgruppen seit 15 Jahren beträchtlich, wobei sich die Entwicklung bei Altersvorsorgeeinrichtungen dynamischer darstellt.

Die Folgen des Coronavirus

Der Coronavirus hat mittlerweile auch den Spezialfondsmarkt infiziert und es zeigt sich ein historisches Bild. Im April 2020 sind 4,5 Mrd. Euro netto aus Spezialfonds abgezogen worden, obwohl 24,1 Mrd. Euro an frischem Geld dotiert wurden. „Die Koinzidenz von frischem Geld und Nettomittelabflüssen in der vorbezeichneten Höhe ist in einem einzelnen Monat bisher einmalig und eine dramatische Dynamik im Anteilscheingeschäft von Spezialfonds“, kommentiert Clemens Schuerhoff, Vorstand von Kommalpha und Autor der Analyse die Situation. Hauptverantwortlich dafür waren Versicherungen. Im Mai 2020 habe sich das Geschehen wieder etwas beruhigt. (mh)

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